Aktueller Umsetzungsstand RSB Neckar-Alb

Strecken in Baden-Württemberg, die unten nich aufgeführt sind.
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Vielfahrer
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Aktueller Umsetzungsstand RSB Neckar-Alb

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

im Rahmen einer Beiratssitzung der RegionalStadtBahn Neckar-Alb im Rathaus in Reutlingen referierte Prof. Dr. Bernecker über den aktuellen Umsetzungsstand.

In Betrieb ist die 57 km lange Strecke zwischen Herrenberg und Bad Urach über Tübingen – Reutlingen – Metzingen. Die zunächst durchgehenden Züge wurden vor Jahresfrist in Tübingen Hbf in der Regel gebrochen und verkehren seitdem außerordentlich pünktlich, da sie von den teils massiven Störungen der Neckartalbahn zwischen Plochingen und Tübingen nunmehr abgekoppelt sind.

Im Bau bzw. teilweise auch schon fertiggestellt, jedoch noch nicht in Betrieb genommen, sind eine Reihe von Haltepunkten /RTunlimited, Bösmannsäcker, Tübingen Neckaraue und Tübingen Güterbahnhof. Dass baulich fertiggestellte Haltepunkte noch nicht im Betrieb sind, liegt an der LST, die noch nicht abgeschlossen ist.

Interessant waren die Zahlen, die Prof. Dr. Bernecker zur Ermstalbahn vorgetragen hat. Bei der Reaktivierung im Jahr 2001 waren es 1.500 Fahrgäste pro Tag, die bis 2019 auf 2.900 angestiegen sind (Betrieb im Stundentakt). Wegen Corona ging es 2023 auf ca. 2.300 Fahrgäste zurück, um mit dem ab Fahrplan 2026 eingeführten Halbstundentakt auf 4.100 im Januar zu steigen. Für den Mai werden rund 5.000 tägliche Nutzer erwartet. Die standardisierte Bewertung ging von 5.390 Fahrgäste im Jahr 2030 aus. Dann soll die Innenstadtstrecke in Reutlingen fertiggestellt sein und es sollen Tram-trains verkehren.
Interessant in diesem Zusammenhang war auch, dass zwischen dem Zweckverband RSB und der Stadt Bad Urach über die Verlegung des Bahnhofs Bad Urach über die Bundesstraße hinweg auf den Busbahnhof Bad Urach verhandelt wird. Berneckers Ausführungen zufolge wird dadurch ein erheblicher Mehrnutzen für die vom Bus auf die Bahn umsteigenden Fahrgäste erwartet, während der Pkw-Verkehr nur um wenige Sekunden beeinträchtigt werden dürfte.

Ausführlich erläutert wurde die neue Betriebsstätte der RegionalStadtBahn in Reutlingen, die Konzeption neuer Gleise in Reutlingen und die Ausfädelung in die Stadt Reutlingen sowie in Richtung Gomaringen und auch die Anbindung der Stadtbahn an die Bestandsstrecke nach Tübingen.

Betont wurde von Prof. Dr. Bernecker mehrfach die gute Zusammenarbeit mit DB InfraGO, insbesondere etwa auf der Zollernbahn, die partiell zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wird. Vorgesehen ist auch die Elektrifizierung bis Sigmaringen, wobei der Abschnitt Albstadt-Ebingen – Sigmaringen nicht mehr zur RegionalStadtBahn Neckar-Alb zählt.

Mit zahlreichen Grafiken wurde der zukünftige Verlauf der RegionalStadtBahn in der Stadt Reutlingen dargestellt. Beschlossen wurde ja die Führung über die Gartenstraße nach Reutlingen-Süd. Am 21.06.26 wird in einem Bürgerentscheid in Pfullingen entschieden, ob die Weiterführung auf der sog. Innenstadttrasse oder auf der früheren Trasse der Echaztalbahn in Richtung Unterhausen erfolgen wird. Erläutert wurde auch der Albaufstieg nach Kleinengstingen einschließlich der dort vorgesehenen Gleisanlagen. Die Strecke wird so gebaut, dass die Züge ohne Kopf zu machen bis zum Schulzentrum in Großengstingen verkehren können. Für die Zukunft könnte es auch möglich werden, die Strecke nach Münsingen in Kleinengstingen so anzuschließen, dass von Reutlingen aus direkt nach Münsingen gefahren werden könnte.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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