Hallo,
am Dienstag dieser Woche fand im Hause der IHK in Konstanz die regionale Fahrplankonferenz des Landes Baden-Württemberg für die Regionen Bodensee-Hochrhein und Schwarzwald-Baar-Heuberg statt. Klar, dass die Gäubahn mit der voraussichtlichen Kappung in Stuttgart-Vaihingen und der vollzogenen Kappung der langsamen IC-Taktzüge in Singen ein ausführlich diskutiertes Thema war. Weniger gerechnet hatten die Teilnehmer an der Fahrplankonferenz mit weiteren kritischen Themen, nämlich Auswirkungen von Baustellen auf der Schwarzwaldbahn und der Hochrheinbahn. Wenn es dumm läuft, kommt man von Singen aus weder auf der Gäubahn noch auf der Schwarzwaldbahn und schon gar nicht über die Hochrheinbahn an den Fernverkehr, weshalb über entsprechende Proteste diskutiert wurde. Mein Eindruck war, dass die Teilnehmer sich durchaus über die Modernisierung und Elektrifizierung der Hochrheinbahn freuen und sie unterstützen, und dass auch verschiedene Sanierungsmaßnahmen auf der Schwarzwaldbahn begrüßt werden, aber bei der Gäubahn war dann die Zustimmung doch ein Stück weit vorbei. Gefordert wurde, dass der Anschluss in Singen von den dort aus Stuttgart endenden Züge auf die kurz später in Singen beginnenden Züge nach Schaffhausen – Zürich doch bitte sichergestellt werden solle.
Für die Nahverkehrsgesellschaft NVBW erläuterte der für die Fahrplanplanung zuständige Mitarbeiter, dass man diesem Wunsch nicht folgen werde. Die Kappung der verspätungsanfälligen IC-Züge aus Stuttgart in Singen wäre notwendig geworden, um den IC-Verkehr von Singen über Schaffhausen nach Zürich pünktlich durchführen zu können. Würde man die Umsteigemöglichkeit in Singen in den elektronischen Auskunftssystemen darstellen, dann würden sich mutmaßlich die Reisenden darauf verlassen, dass der Züricher Zug schon warten wird, also weiterhin verspätet fahren würde. Genau dies aber sollte abgestellt werden, zumal zwischen Schaffhausen und Zürich ungleich mehr Fahrgäste die Züge nutzen als aus Richtung Stuttgart – Tuttlingen in Singen nach Zürich weiterfahren wollen. Es geht der NVBW auch darum, dass den Reisenden verlässliche Fahrpläne angeboten werden, weshalb die in Singen beginnenden Züge definitiv nicht auf verspätete Züge aus Stuttgart warten werden.
Erläutert wurde ferner, dass die Brechung der langsamen IC-Takte in Singen letztlich nur eine Notmaßnahme war, um die ständig in starke Mitleidenschaft gezogenen Zugverbindungen zwischen Schaffhausen und Zürich zu stabilisieren, sprich den vielen Kunden die Anschlüsse im Knoten Zürich auch zuverlässig anbieten zu können. Ein Dauerzustand solle die Kappung jedes zweiten südwärts fahrenden IC nicht werden. Aktuell arbeite man daran, ein neues Fahrplankonzept für die IC-Linie Stuttgart – Singen – Zürich zu erfinden, welches ab Dezember diesen Jahres wieder den durchgängigen Stundentakt zwischen Stuttgart und Zürich bringen soll. Details konnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht öffentlich gemacht werden, da die Arbeiten auch noch nicht abgeschlossen sind. Voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs wird es dann eine Sonder-Fahrplankonferenz geben, auf welcher die erarbeitete Fahrplanlösung vorgestellt werden soll. Ziel der Neuerfindung des Gäubahn-Fahrplans sind verlässliche Fahrzeiten jede Stunde, die u.a. auch Zeitreserven beinhalten, um kleinere Minuten-Verspätungen wieder aufholen zu können. Und klar ist auch, dass sich durch geänderte IC-Fahrlagen auch die Fahrlagen des MEX von Stuttgart nach Rottweil bzw. von Stuttgart nach Freudenstadt entsprechend anpassen müssen, von den Buskonzepten der Landkreise oder dem Ringzug, der Anschlussstrecken von Pforzheim oder von Tübingen in Horb ganz zu schweigen. Die Arbeit der Fahrplanplaner von DB-Fernverkehr und NVBW auf der bestehenden Infrastruktur, um diese Zielsetzung zu erreichen, ist anspruchsvoll und unter erheblichem Zeitdruck, denn bis Mitte April sollten die Fahrpläne für die Periode ab Mitte Dezember 26 bis Mitte Dezember 27 stehen.
An Wünschen zum Regionalverkehr kam nur vom Landkreis Tuttlingen der Wunsch, dass die Ringzugstrecke Tuttlingen – Spaichingen in den Abendstunden sowie am Wochenende durchgängig nach Landesstandard bedient werden solle, also mit täglichen Ringzugfahrlagen im Stundentakt bis 24 Uhr. Seitens der NVBW wurde dieses Anliegen für 2027 abgelehnt, da es doch erhebliche Leistungssteigerungen verursachen würde, während die Regionalisierungsmittel deswegen nicht wachsen würden. Auch wurde die Nachfrage als eher gering eingeschätzt. Seitens der Tuttlinger wurde dann vorgeschlagen, Leistungen zwischen Tuttlingen und Immendingen auf die aus ihrer Sicht stärker nachgefragte Verbindung nach Spaichingen umzuschichten. Ausdiskutiert wurde die Thematik aber auf der Fahrplankonferenz nicht.
Richtig ins Kontor hineinschlagen dürfte hingegen eine ganz andere Sache: die Straßenbrücke, die im Zuge der Bertholdstraße südlich des Villinger Bahnhofs die Gleise der Schwarzwaldbahn und der Strecke Villingen – Rottweil überspannt, scheint so marode zu sein, dass sie voraussichtlich abgebrochen und neu gebaut werden muss. Dies dürfte zu einer länger andauernden Sperrung der beiden Bahnlinien führen. Erhebliche Auswirkungen wird dies auch auf den Straßenverkehr haben, insbesondere auch auf den Stadtbusverkehr in Villingen-Schwenningen, da viele Busverbindungen über diese Brücke führen. Details wurden noch nicht diskutiert, aber es scheint sich da ein massives Problem zusammenzubrauen. Auch bei weiteren Brücken. Im Stadtgebiet VS gab es schon Probleme und könnten weitere noch auftauchen. So war vor einigen Jahren der viel begangene Fußgänger- und Radfahrersteg zwischen Innenstadt und Landratsamt monatelang gesperrt gewesen, um die Spannbetonbrücke zu sanieren.
Bei der südlichen Brücke könnte es sich als Glücksfall erweisen, wenn sie neu gebaut werden müsste. Die Durchfahrtshöhe der in Richtung Schwenningen ansteigenden Bahnlinie ist offenbar etwas zu gering, um dort günstig die Elektrifizierungsarbeiten vornehmen zu können. Bei einem Neubau der Brücke könnte man durch entsprechende Durchfahrtshöhen dieses Problem wenigstens in den Griff bekommen.
Viele Grüße vom Vielfahrer
Regionale Fahrplankonferenz am 27.01.26 in Konstanz
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Re: Reiseerlebnisse in dieser Woche
Guten Abend,
was die Villinger Bertholdbrücke angeht, lesen sich die öffentlich einsehbaren Gemeinderatsunterlagen wie eine Hiobsbotschaft mit Ansage. Das Bauwerk ist hoffnungslos korrodiert, marode und lässt sich nur noch mit Mühe weiterbetreiben, bis ein Ersatzneubau in 4-6 Jahren fertiggestellt ist. Dazu beigetragen hat eine Notmaßnahme, bei der man (u. a. auf DB-Anordnung) vor einigen Jahren die marode Entwässerung verfüllt und zubetonierte.
Gut möglich, dass der Verkehr über die Brücke schon zuvor gesperrt werden muss, Notmaßnahmen waren die Lastbegrenzung auf 30 Tonnen, Geschwindigkeitsreduzierungen und Teilsperrung von Fahrbahnen. Hoffen wir mal, dass das Bauwerk nicht noch vor Abriss auseinanderfällt.
Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat eine Ausschreibung zur Neuplanung zu beschließen.
was die Villinger Bertholdbrücke angeht, lesen sich die öffentlich einsehbaren Gemeinderatsunterlagen wie eine Hiobsbotschaft mit Ansage. Das Bauwerk ist hoffnungslos korrodiert, marode und lässt sich nur noch mit Mühe weiterbetreiben, bis ein Ersatzneubau in 4-6 Jahren fertiggestellt ist. Dazu beigetragen hat eine Notmaßnahme, bei der man (u. a. auf DB-Anordnung) vor einigen Jahren die marode Entwässerung verfüllt und zubetonierte.
Gut möglich, dass der Verkehr über die Brücke schon zuvor gesperrt werden muss, Notmaßnahmen waren die Lastbegrenzung auf 30 Tonnen, Geschwindigkeitsreduzierungen und Teilsperrung von Fahrbahnen. Hoffen wir mal, dass das Bauwerk nicht noch vor Abriss auseinanderfällt.
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Re: Regionale Fahrplankonferenz am 27.01.26 in Konstanz
Also die Ringbahnbrücke in Berlin die deutlich länger war, wurde in gut fünf Tagen abgerissen, dort war aber wohl auch schon Gefahr in Verzug. Wenn man das hier ordentlich plant dürfte das ebenfalls in der Zeit zu schaffen sein. Die Brücke ist zwar kürzer, dafür dürften in Villingen Ab- und Wiederaufbau der Oberleitung länger dauern.Vielfahrer hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 16:10 Richtig ins Kontor hineinschlagen dürfte hingegen eine ganz andere Sache: die Straßenbrücke, die im Zuge der Bertholdstraße südlich des Villinger Bahnhofs die Gleise der Schwarzwaldbahn und der Strecke Villingen – Rottweil überspannt, scheint so marode zu sein, dass sie voraussichtlich abgebrochen und neu gebaut werden muss. Dies dürfte zu einer länger andauernden Sperrung der beiden Bahnlinien führen.
Da droht der Kolaps, zu mal man nicht weiß ob die nördliche Brücke irgendwann auch mal den Abspanner macht, da wurde beim sanieren ja auch gepfuscht.Vielfahrer hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 16:10Erhebliche Auswirkungen wird dies auch auf den Straßenverkehr haben, insbesondere auch auf den Stadtbusverkehr in Villingen-Schwenningen, da viele Busverbindungen über diese Brücke führen. Details wurden noch nicht diskutiert, aber es scheint sich da ein massives Problem zusammenzubrauen.
Hm ich weiß nicht, wer hat dir denn das erzählt? Denn im Bestand ist das Gleis 3 bis kurz vor das Einfahrsignal aus Richtung Schwenningen bereits elektrifiziert. Wenn man natürlich so einen riesigen Klimbim wie in Donau mit Schaltposten macht, dann wirds vielleicht anspruchsvoller. Aber auch hier dürfte sich das meiste abseits der Brücke abspielen. Außerdem kann man die Brücke ja schlecht mal eben um einen halben Meter anheben.Vielfahrer hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 16:10 Bei der südlichen Brücke könnte es sich als Glücksfall erweisen, wenn sie neu gebaut werden müsste. Die Durchfahrtshöhe der in Richtung Schwenningen ansteigenden Bahnlinie ist offenbar etwas zu gering, um dort günstig die Elektrifizierungsarbeiten vornehmen zu können. Bei einem Neubau der Brücke könnte man durch entsprechende Durchfahrtshöhen dieses Problem wenigstens in den Griff bekommen.
Das war halt auch mit Ansage, die Brücke sifft schon seit bald 10 Jahren und als bei einem Sturm/Unwetter mal Abwasserrohre herunter kamen, hat man das oben angefangen.Villinger hat geschrieben: Fr 30. Jan 2026, 19:04 Guten Abend,
was die Villinger Bertholdbrücke angeht, lesen sich die öffentlich einsehbaren Gemeinderatsunterlagen wie eine Hiobsbotschaft mit Ansage. Das Bauwerk ist hoffnungslos korrodiert, marode und lässt sich nur noch mit Mühe weiterbetreiben, bis ein Ersatzneubau in 4-6 Jahren fertiggestellt ist. Dazu beigetragen hat eine Notmaßnahme, bei der man (u. a. auf DB-Anordnung) vor einigen Jahren die marode Entwässerung verfüllt und zubetonierte.
Gut möglich, dass der Verkehr über die Brücke schon zuvor gesperrt werden muss, Notmaßnahmen waren die Lastbegrenzung auf 30 Tonnen, Geschwindigkeitsreduzierungen und Teilsperrung von Fahrbahnen. Hoffen wir mal, dass das Bauwerk nicht noch vor Abriss auseinanderfällt.
PS: Ich mache die Stellwerkstür schon immer vorsichtig zu
Grüße Andreas
Stinkt und macht en hufe Krach, 218 des isch halt ä Sach