Planungs- und Finanzierungsvereinbarung für Strecke Tübingen - Horb unterzeichnet
Verfasst: Mi 29. Jul 2026, 16:02
Hallo,
die Planung und Finanzierung für die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Tübingen über Rottenburg nach Horb sind jetzt in trockenen Tüchern. Für das Schwäbische Tagblatt Tübingen berichtet Redakteur Constantin Zeyer.
Dazu wurde von Verkehrsministerin Nicole Razavi für das Land Baden-Württemberg, Michael Weller für die DB InfraGO und Eugen Höschele für den Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb am Montagnachmittag dieser Woche im Tübinger Landratsamt eine Planungs- und Finanzierungsvereinbarung getroffen.
„Auf Vereinbarungen fahren keine Züge“, stellte der Tübinger Landrat Hendrik Bednarz vor der Unterzeichnung klar. „Aber sie sind die Voraussetzung dafür, dass da irgendwann mal Züge fahren“. Die Anwesenheit der Verkehrsministerin wertete er als Zeichen dafür, dass das Land hinter dem Projekt stehe. Der Ausbau und die Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn sind Teil der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, die Bednarz als „Jahrhundertprojekt für unsere Region“ bezeichnete.
Zwar sei die Region Neckar-Alb nicht in dem Maße von der Automobilindustrie abhängig wie andere Teile des Landes, sagte Bednarz. Doch auch hier brauche es Wohnraum für die Fachkräfte, die etwa der wachsende Wissenschaftsstandort Tübingen anziehe. Nicht jeder könne es sich leisten, in Tübingen zu leben. Die Regional-Stadtbahn solle deshalb die Mobilität in der Region verbessern und das Pendeln erleichtern.
Razavi erinnerte daran, dass sie in Tübingen „mit die schönsten Jahre“ ihres Lebens verbracht habe. Die CDU-Politikerin hat in Tübingen studiert. Entsprechend erfreut zeigte sie sich darüber, dass bei der Oberen Neckarbahn „das Signal endlich auf freie Fahrt steht“. Für Fahrgäste bedeutet das Projekt künftig schnellere Fahrzeiten, ein dichteres Fahrplanangebot, zusätzliche Haltestellen und „neue, komfortable Züge“, sagte Razavi. Zwischen Tübingen und Rottenburg sollen langfristig 4 Züge pro Stunde und Richtung verkehren, zwischen Tübingen und Horb zwei.
Die Ministerin lobte zudem das Sondervermögen des Bundes, mit dem dieser einen großen Tresor für die Länder und Investitionen in deren Infrastruktur aufgestellt habe. „Der Tresor stand schon, der Schlüssel steckte bereits drin“, sagte die Ministerin. „Jetzt hat nur noch jemand gefehlt, der den Schlüssel umgedreht hat.“
Vergangene Woche hat es dann Klick gemacht: Mehr als ein halbes Jahr, nachdem der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb der Planungs- und Finanzierungsvereinbarung zugestimmt hat, gab der Finanzausschuss des Landtags die entsprechenden Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) frei. In diesem Zusammenhang lobte Razavi den Vorsitzenden des Zweckverbands, Eugen Höschele. „Er hat so sehr den Druck auf den Kessel gehalten, dass die Entscheidung schließlich gefallen ist“.
Höschele gab das Lob wenig später an die Ministerin zurück. „Ohne ihre Hartnäckigkeit und ihren großen persönlichen Einsatz wären wir heute nicht hier“. Zugleich betonte er, dass es sich bei der Oberen Neckarbahn nicht um „irgendeine Nebenbahn“ handele. Künftig sollen nach Angaben des Zweckverbands bis zu 100.000 Menschen die Strecke nutzen. Bisher hat der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb die Planungen auf kommunaler Seite vorbereitet. Dafür hatte er nach Angaben von Höschele bereits rund 5,7 Millionen Euro investiert. Künftig übernimmt DB InfraGO, die Bahninfrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn, die weitere Planung bis zur Baureife. „So ein Projekt braucht Zeit“, sagte der DB-Vertreter Michael Weller. In den Sitzungsunterlagen des Zweckverbands vom Dezember 2025 war noch eine Baureife bis 2034 als Ziel genannt worden. Einen konkreten Termin wollte Weller am Montag jedoch nicht nennen. „Es ist wichtig, keine Termine zu nennen, die nicht valide sind“, sagte er. Ende 2028, wenn die Vorplanungen abgeschlossen sein sollen, „dann wissen wir mehr“.
Mit der am Montag unterzeichneten Vereinbarung werden noch keine Bauarbeiten finanziert. Stattdessen geht es darum, die Voraussetzungen für den Ausbau und die Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn zu schaffen. Geplant werden unter anderem Oberleitungen, Gleise, Bahnhöfe sowie die Signal- und Stromversorgung. Die Planungskosten teilen sich Land und Zweckverband jeweils zur Hälfte. Allein für den ersten Planungsabschnitt stellt der Verband 14,5 Millionen Euro bereit. Für den eigentlichen Ausbau rechnet Höschele mit Kosten von rund 300 Millionen Euro. Verlässliche Kostenschätzungen seien jedoch erst nach Abschluss der Vorplanungen möglich, betonte Weller.
Nach den derzeitigen Planungen soll der Bund 75 Prozent der Ausbaukosten sowie 90 Prozent der Elektrifizierungskosten übernehmen. Das Land will anschließend die Hälfte der verbliebenen Ausbaukosten und die restlichen Elektrifizierungskosten übernehmen.
Razavi betonte, dass „wir alle derzeit jeden Euro zweimal umdrehen müssen“. Sie verstehe den Unmut vieler Menschen darüber, dass Projekte oft so lange dauerten. Mit Blick auf die Obere Neckarbahn zeigte sie sich dennoch zuversichtlich: „Wenn‘s darauf ankommt“, sagte die Ministerin, „dann bekommen wir das irgendwie doch hin“.
Viele Grüße vom Vielfahrer
die Planung und Finanzierung für die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Tübingen über Rottenburg nach Horb sind jetzt in trockenen Tüchern. Für das Schwäbische Tagblatt Tübingen berichtet Redakteur Constantin Zeyer.
Dazu wurde von Verkehrsministerin Nicole Razavi für das Land Baden-Württemberg, Michael Weller für die DB InfraGO und Eugen Höschele für den Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb am Montagnachmittag dieser Woche im Tübinger Landratsamt eine Planungs- und Finanzierungsvereinbarung getroffen.
„Auf Vereinbarungen fahren keine Züge“, stellte der Tübinger Landrat Hendrik Bednarz vor der Unterzeichnung klar. „Aber sie sind die Voraussetzung dafür, dass da irgendwann mal Züge fahren“. Die Anwesenheit der Verkehrsministerin wertete er als Zeichen dafür, dass das Land hinter dem Projekt stehe. Der Ausbau und die Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn sind Teil der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, die Bednarz als „Jahrhundertprojekt für unsere Region“ bezeichnete.
Zwar sei die Region Neckar-Alb nicht in dem Maße von der Automobilindustrie abhängig wie andere Teile des Landes, sagte Bednarz. Doch auch hier brauche es Wohnraum für die Fachkräfte, die etwa der wachsende Wissenschaftsstandort Tübingen anziehe. Nicht jeder könne es sich leisten, in Tübingen zu leben. Die Regional-Stadtbahn solle deshalb die Mobilität in der Region verbessern und das Pendeln erleichtern.
Razavi erinnerte daran, dass sie in Tübingen „mit die schönsten Jahre“ ihres Lebens verbracht habe. Die CDU-Politikerin hat in Tübingen studiert. Entsprechend erfreut zeigte sie sich darüber, dass bei der Oberen Neckarbahn „das Signal endlich auf freie Fahrt steht“. Für Fahrgäste bedeutet das Projekt künftig schnellere Fahrzeiten, ein dichteres Fahrplanangebot, zusätzliche Haltestellen und „neue, komfortable Züge“, sagte Razavi. Zwischen Tübingen und Rottenburg sollen langfristig 4 Züge pro Stunde und Richtung verkehren, zwischen Tübingen und Horb zwei.
Die Ministerin lobte zudem das Sondervermögen des Bundes, mit dem dieser einen großen Tresor für die Länder und Investitionen in deren Infrastruktur aufgestellt habe. „Der Tresor stand schon, der Schlüssel steckte bereits drin“, sagte die Ministerin. „Jetzt hat nur noch jemand gefehlt, der den Schlüssel umgedreht hat.“
Vergangene Woche hat es dann Klick gemacht: Mehr als ein halbes Jahr, nachdem der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb der Planungs- und Finanzierungsvereinbarung zugestimmt hat, gab der Finanzausschuss des Landtags die entsprechenden Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) frei. In diesem Zusammenhang lobte Razavi den Vorsitzenden des Zweckverbands, Eugen Höschele. „Er hat so sehr den Druck auf den Kessel gehalten, dass die Entscheidung schließlich gefallen ist“.
Höschele gab das Lob wenig später an die Ministerin zurück. „Ohne ihre Hartnäckigkeit und ihren großen persönlichen Einsatz wären wir heute nicht hier“. Zugleich betonte er, dass es sich bei der Oberen Neckarbahn nicht um „irgendeine Nebenbahn“ handele. Künftig sollen nach Angaben des Zweckverbands bis zu 100.000 Menschen die Strecke nutzen. Bisher hat der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb die Planungen auf kommunaler Seite vorbereitet. Dafür hatte er nach Angaben von Höschele bereits rund 5,7 Millionen Euro investiert. Künftig übernimmt DB InfraGO, die Bahninfrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn, die weitere Planung bis zur Baureife. „So ein Projekt braucht Zeit“, sagte der DB-Vertreter Michael Weller. In den Sitzungsunterlagen des Zweckverbands vom Dezember 2025 war noch eine Baureife bis 2034 als Ziel genannt worden. Einen konkreten Termin wollte Weller am Montag jedoch nicht nennen. „Es ist wichtig, keine Termine zu nennen, die nicht valide sind“, sagte er. Ende 2028, wenn die Vorplanungen abgeschlossen sein sollen, „dann wissen wir mehr“.
Mit der am Montag unterzeichneten Vereinbarung werden noch keine Bauarbeiten finanziert. Stattdessen geht es darum, die Voraussetzungen für den Ausbau und die Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn zu schaffen. Geplant werden unter anderem Oberleitungen, Gleise, Bahnhöfe sowie die Signal- und Stromversorgung. Die Planungskosten teilen sich Land und Zweckverband jeweils zur Hälfte. Allein für den ersten Planungsabschnitt stellt der Verband 14,5 Millionen Euro bereit. Für den eigentlichen Ausbau rechnet Höschele mit Kosten von rund 300 Millionen Euro. Verlässliche Kostenschätzungen seien jedoch erst nach Abschluss der Vorplanungen möglich, betonte Weller.
Nach den derzeitigen Planungen soll der Bund 75 Prozent der Ausbaukosten sowie 90 Prozent der Elektrifizierungskosten übernehmen. Das Land will anschließend die Hälfte der verbliebenen Ausbaukosten und die restlichen Elektrifizierungskosten übernehmen.
Razavi betonte, dass „wir alle derzeit jeden Euro zweimal umdrehen müssen“. Sie verstehe den Unmut vieler Menschen darüber, dass Projekte oft so lange dauerten. Mit Blick auf die Obere Neckarbahn zeigte sie sich dennoch zuversichtlich: „Wenn‘s darauf ankommt“, sagte die Ministerin, „dann bekommen wir das irgendwie doch hin“.
Viele Grüße vom Vielfahrer