Video-Konferenz des Interessenverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn
Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 19:02
Hallo,
am Donnerstag dieser Woche fand eine Video-Konferenz des Interessenverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn unter dem Vorsitz von MdL Guido Wolf statt. Ministerin Nicole Razavi, der Verbandsvorsitzende der Metropolregion Stuttgart, Rainer Wieland sowie die noch bis Ende Juli zuständige Konzernbevollmächtigte der DB für Baden-Württemberg, Frau Dr. Clarissa Freundorfer, gaben Eingangs-Statements ab. Klar, dass die zeitliche Entwicklung bei Stuttgart 21 für viel Ärger sorgte. Nicole Razavi sah als einzigen positiven Punkt, dass die Unterbrechung der Gäubahn sich dadurch auf einen erheblich kürzeren Zeitraum reduzieren wird. Sie sprach davon, dass das Projekt Pfaffensteigtunnel im Terminplan laufe und dass die Eröffnung des Pfaffensteigtunnels nahezu mit der Eröffnung von Stuttgart 21 zusammenfallen werde. Nicht mehrere Jahre Unterbrechung, sondern höchstens wenige Monate seien zu erwarten. Gerd Hickmann, der Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr im Verkehrsministerium ergänzte, dass nach den Zeitplanungen auch bei Eröffnung des Durchgangsbahnhofs S 21 für ein paar Monate der Kopfbahnhof noch erhalten bliebe, da sich die Bauarbeiten so besser durchführen ließen.
Diskutiert wurde länger über die Panoramabahn. Klar ist, dass die Strecke zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Nord erhalten bleibt. Für sie sieht der Verband Region Stuttgart zukünftig eine Tangential-S-Bahn aus Richtung Heimerdingen nach Stg.-Vaihingen vor. Damit dieser Verkehr durchführbar ist, muss die eigentlich auf Verschleiß abgefahrene Panoramabahn ertüchtigt werden, wozu noch ein paar Wochen Sperrpausen notwendig werden. Untersuchungen des verkehrlichen Potentials haben ergeben, dass für eine solche Tangential-S-Bahn es eine ausreichende Nachfrage gibt. Die Fern- und Regionalzüge der Gäubahn werden ab Fertigstellung des Pfaffensteigtunnels über den Flughafen an S 21 angebunden werden, die S 1 wird wie bisher über die Stammstrecke geführt und bei der Tangential-S-Bahn nach Heimerdingen handelt es sich um ein zusätzliches Produkt.
Aus dem Raum Herrenberg wurde bemängelt, dass die Stabilisierung des Gäubahn-Fernverkehrs vorsah, in Herrenberg alle IC-Halte zu streichen. Dies sei für einen Raum mit einem Einzugsbereich von 100.000 Einwohnern nicht hinnehmbar. Aus diesem Grunde hätte man mit dem Verkehrsministerium bzw. der DB darüber verhandelt, dass zukünftig wieder IC-Züge in Herrenberg halten. Der Kompromiss, Stand heute sei, dass gegen Mitternacht und früh Morgens gegen 6 Uhr noch in Tagesrandlage 2 IC-Halte in Herrenberg gewährt würden. Aus Sicht der Stadt Herrenberg eindeutig zu wenig. Man strebe IC-Halte wie bisher alle 2 Stunden an, könnte übergangsweise allenfalls auch auf einen 4-Stunden-Takt gehen. Ab Dezember 26 bleibt es jedoch bei den beiden IC-Halten in Tagesrandlage. Sollte sich der IC-Fahrplan durch die zugegebenen 15 Minuten Fahrzeit bei den schnellen IC-Zügen und die eingesparten Halte bei den langsamen IC-Zügen als pünktlich erweisen, könnte man ggf. eine Wiedereinführung von IC-Halten in Herrenberg diskutieren. Mit der Aufgabe von IC-Halten in Gäufelden und Bondorf hätte der Raum Herrenberg ja immer noch viel beigesteuert. Der Herrenberger Oberbürgermeister führte aus, dass es nicht um die IC-Verbindungen von und nach Stuttgart ginge. Hier sei man mit dem 15-Minuten-Takt der S 1 und dem halbstündlichen Metropol-Express ja gut bedient. Für den Raum Herrenberg wären die Verbindungen in Richtung Bodensee/Schweiz wichtig. Die unattraktiv langen Umstiegszeiten aus den Metropol-Expresszügen Stuttgart – Horb auf die IC ab Horb in/aus Richtung Schweiz seien nicht akzeptabel.
Gerd Hickmann erläuterte den Teilnehmern der Video-Konferenz noch, dass die Fahrplanentspannung bei den IC-Zügen auch dadurch stabilisiert würde, dass im eingleisigen Abschnitt zwischen Neckarhausen und Rottweil auf die MEX-Züge verzichtet würde, weil alle IC in Sulz und Oberndorf halten und beide Bahnhöfe dadurch einen sauberen Stundentakt erhalten würden.
Während es im Nordabschnitt zwischen Böblingen und Stuttgart offenbar planmäßig vorangeht, sieht es im Südabschnitt Böblingen – Schaffhausen anders aus. Nicole Razavi erwähnte, dass ja mit Horb – Neckarhausen bereits ein kürzerer zweigleisiger Abschnitt in Betrieb gegangen sei und dass im Bereich Horb – Epfendorf im Laufe des Jahres die Planungsphasen I und II nach HOAI abgeschlossen würden. Zwischen Rottweil und Singen sei man noch nicht so weit. Es würden hier nur Vorplanungen bzw. Grundlagenermittlungen durchgeführt. Wann die Planungsphasen III und IV zwischen Horb und Epfendorf erfolgen, sei aber auch offen, da vom Bund aktuell hierfür noch keine Gelder definitiv zugesagt seien. Dies sei nicht gegen die Gäubahn gerichtet, sondern derzeit grundsätzlich zu beobachten. Hier müsse man politischen Druck erzeugen, um einen möglichen Stillstand zu verhindern.
Die Anmerkung des Tuttlinger Landrats Stefan Bär, welcher Aussagen zu Planungen im Bereich des Landkreises Tuttlingen vermisste, wurden damit auch beantwortet, wenn auch nicht zufriedenstellend.
Perspektivisch sollen in einigen Jahren die IC grundsätzlich wieder schneller verkehren und Halte wie in Sulz oder Oberndorf kassiert werden. Diese sollen dann nach entsprechendem Ausbau der Gäubahn auf den Metropol-Express übertragen werden, der langfristig stündlich bis Villingen-Schwenningen verlängert werden soll. Übergangsweise ist angedacht, diesen Metropol-Express im Abschnitt Rottweil – Villingen nur alle 2 Stunden verkehren zu lassen, weil u.a. hierfür zunächst eine Doppelspur nördlich von Oberndorf erforderlich ist.
An der Video-Konferenz haben rund 60 Personen teilgenommen, vorwiegend aus den anliegenden Kommunen, von Landkreisen, Verbänden oder auch von der IHK, für die Geschäftsbereichsleiter für Standortpolitik, Phillip Hilsenbeck, anbot, in Fragen des Güterverkehrs zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz auf die vielfältigen Kontakte der IHK zurückgreifen zu können.
Viele Grüße vom Vielfahrer
am Donnerstag dieser Woche fand eine Video-Konferenz des Interessenverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn unter dem Vorsitz von MdL Guido Wolf statt. Ministerin Nicole Razavi, der Verbandsvorsitzende der Metropolregion Stuttgart, Rainer Wieland sowie die noch bis Ende Juli zuständige Konzernbevollmächtigte der DB für Baden-Württemberg, Frau Dr. Clarissa Freundorfer, gaben Eingangs-Statements ab. Klar, dass die zeitliche Entwicklung bei Stuttgart 21 für viel Ärger sorgte. Nicole Razavi sah als einzigen positiven Punkt, dass die Unterbrechung der Gäubahn sich dadurch auf einen erheblich kürzeren Zeitraum reduzieren wird. Sie sprach davon, dass das Projekt Pfaffensteigtunnel im Terminplan laufe und dass die Eröffnung des Pfaffensteigtunnels nahezu mit der Eröffnung von Stuttgart 21 zusammenfallen werde. Nicht mehrere Jahre Unterbrechung, sondern höchstens wenige Monate seien zu erwarten. Gerd Hickmann, der Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr im Verkehrsministerium ergänzte, dass nach den Zeitplanungen auch bei Eröffnung des Durchgangsbahnhofs S 21 für ein paar Monate der Kopfbahnhof noch erhalten bliebe, da sich die Bauarbeiten so besser durchführen ließen.
Diskutiert wurde länger über die Panoramabahn. Klar ist, dass die Strecke zwischen Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Nord erhalten bleibt. Für sie sieht der Verband Region Stuttgart zukünftig eine Tangential-S-Bahn aus Richtung Heimerdingen nach Stg.-Vaihingen vor. Damit dieser Verkehr durchführbar ist, muss die eigentlich auf Verschleiß abgefahrene Panoramabahn ertüchtigt werden, wozu noch ein paar Wochen Sperrpausen notwendig werden. Untersuchungen des verkehrlichen Potentials haben ergeben, dass für eine solche Tangential-S-Bahn es eine ausreichende Nachfrage gibt. Die Fern- und Regionalzüge der Gäubahn werden ab Fertigstellung des Pfaffensteigtunnels über den Flughafen an S 21 angebunden werden, die S 1 wird wie bisher über die Stammstrecke geführt und bei der Tangential-S-Bahn nach Heimerdingen handelt es sich um ein zusätzliches Produkt.
Aus dem Raum Herrenberg wurde bemängelt, dass die Stabilisierung des Gäubahn-Fernverkehrs vorsah, in Herrenberg alle IC-Halte zu streichen. Dies sei für einen Raum mit einem Einzugsbereich von 100.000 Einwohnern nicht hinnehmbar. Aus diesem Grunde hätte man mit dem Verkehrsministerium bzw. der DB darüber verhandelt, dass zukünftig wieder IC-Züge in Herrenberg halten. Der Kompromiss, Stand heute sei, dass gegen Mitternacht und früh Morgens gegen 6 Uhr noch in Tagesrandlage 2 IC-Halte in Herrenberg gewährt würden. Aus Sicht der Stadt Herrenberg eindeutig zu wenig. Man strebe IC-Halte wie bisher alle 2 Stunden an, könnte übergangsweise allenfalls auch auf einen 4-Stunden-Takt gehen. Ab Dezember 26 bleibt es jedoch bei den beiden IC-Halten in Tagesrandlage. Sollte sich der IC-Fahrplan durch die zugegebenen 15 Minuten Fahrzeit bei den schnellen IC-Zügen und die eingesparten Halte bei den langsamen IC-Zügen als pünktlich erweisen, könnte man ggf. eine Wiedereinführung von IC-Halten in Herrenberg diskutieren. Mit der Aufgabe von IC-Halten in Gäufelden und Bondorf hätte der Raum Herrenberg ja immer noch viel beigesteuert. Der Herrenberger Oberbürgermeister führte aus, dass es nicht um die IC-Verbindungen von und nach Stuttgart ginge. Hier sei man mit dem 15-Minuten-Takt der S 1 und dem halbstündlichen Metropol-Express ja gut bedient. Für den Raum Herrenberg wären die Verbindungen in Richtung Bodensee/Schweiz wichtig. Die unattraktiv langen Umstiegszeiten aus den Metropol-Expresszügen Stuttgart – Horb auf die IC ab Horb in/aus Richtung Schweiz seien nicht akzeptabel.
Gerd Hickmann erläuterte den Teilnehmern der Video-Konferenz noch, dass die Fahrplanentspannung bei den IC-Zügen auch dadurch stabilisiert würde, dass im eingleisigen Abschnitt zwischen Neckarhausen und Rottweil auf die MEX-Züge verzichtet würde, weil alle IC in Sulz und Oberndorf halten und beide Bahnhöfe dadurch einen sauberen Stundentakt erhalten würden.
Während es im Nordabschnitt zwischen Böblingen und Stuttgart offenbar planmäßig vorangeht, sieht es im Südabschnitt Böblingen – Schaffhausen anders aus. Nicole Razavi erwähnte, dass ja mit Horb – Neckarhausen bereits ein kürzerer zweigleisiger Abschnitt in Betrieb gegangen sei und dass im Bereich Horb – Epfendorf im Laufe des Jahres die Planungsphasen I und II nach HOAI abgeschlossen würden. Zwischen Rottweil und Singen sei man noch nicht so weit. Es würden hier nur Vorplanungen bzw. Grundlagenermittlungen durchgeführt. Wann die Planungsphasen III und IV zwischen Horb und Epfendorf erfolgen, sei aber auch offen, da vom Bund aktuell hierfür noch keine Gelder definitiv zugesagt seien. Dies sei nicht gegen die Gäubahn gerichtet, sondern derzeit grundsätzlich zu beobachten. Hier müsse man politischen Druck erzeugen, um einen möglichen Stillstand zu verhindern.
Die Anmerkung des Tuttlinger Landrats Stefan Bär, welcher Aussagen zu Planungen im Bereich des Landkreises Tuttlingen vermisste, wurden damit auch beantwortet, wenn auch nicht zufriedenstellend.
Perspektivisch sollen in einigen Jahren die IC grundsätzlich wieder schneller verkehren und Halte wie in Sulz oder Oberndorf kassiert werden. Diese sollen dann nach entsprechendem Ausbau der Gäubahn auf den Metropol-Express übertragen werden, der langfristig stündlich bis Villingen-Schwenningen verlängert werden soll. Übergangsweise ist angedacht, diesen Metropol-Express im Abschnitt Rottweil – Villingen nur alle 2 Stunden verkehren zu lassen, weil u.a. hierfür zunächst eine Doppelspur nördlich von Oberndorf erforderlich ist.
An der Video-Konferenz haben rund 60 Personen teilgenommen, vorwiegend aus den anliegenden Kommunen, von Landkreisen, Verbänden oder auch von der IHK, für die Geschäftsbereichsleiter für Standortpolitik, Phillip Hilsenbeck, anbot, in Fragen des Güterverkehrs zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz auf die vielfältigen Kontakte der IHK zurückgreifen zu können.
Viele Grüße vom Vielfahrer