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Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Sa 7. Feb 2026, 18:19
von Sam7C7
Hallo zusammen,

ich habe heute einen Zeitungsartikel zum Pfaffensteigtunnel gelesen, in dem auch der südliche Gäubahnausbau thematisiert wurde. Dabei ging es am Rande ebenfalls um die MEX-Verlängerung bis Villingen und den damit irgendwie verbundenen Ausbau bei Schwenningen – ein Thema, das ja bereits hitzig öffentlich diskutiert wurde.

In diesem Zusammenhang kam mir auch der Ringzug 2.0 wieder in den Sinn. Weiß jemand, wie hier der aktuelle Stand ist? Wurde das Projekt angesichts knapper Kassen still und heimlich beerdigt? Es wurde dazu seit Jahren nichts mehr öffentlich verhandelt oder kommuniziert. Sollten zwischenzeitlich nicht zumindest mal die Vorplanungsergebnisse vorliegen?

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Do 19. Feb 2026, 23:07
von Villinger
Hallo,

auch ich wäre interessiert, wie es aktuell um das Projekt steht. Zuletzt konnte man 2023 sehen, dass die (damalige) DB Netz die Firma Obermeyer mit der Planung beauftragt hatte. Offenbar gibt es noch keinen neuen Stand, was mich beim dramatischen Mangel an Planungs- und Projektpersonal in der gesamten Branche auch nicht besonders wundert.

Ich kann lediglich dazu beitragen, dass in den Kreistagsunterlagen des LK Tuttlingen aktuell ein paar Dokumente und Folien zu finden sind, nach denen der Nahverkehrsplan dieses Jahr fortgeschrieben werden soll. Man plant ab 2029 Neuvergaben in den drei Bus-Teilnetzen, die eine Fortentwicklung des On-Demand-Verkehres in Teilbezirken vorsieht und (endlich wieder) kreisübergreifende Buslinien nach Meßkirch, Stockach und Schwenningen!
Diese hat man 2018 eingestampft (angeblich wäre keiner mitgefahren) und stellt nun fest, dass die Einbindung des Regio-Bus-Förderprogrammes teilweise erhebliche Einsparungen ggü. heute bringt, obwohl man das Angebot ausbauen müsste. Was neue Berater so alles für schlaue Ideen haben...
Infos in der aktuellen KT-Sitzung am 26.02. unter TOP 3

Fahrgastbarometer - Ergebnisse 2025

Verfasst: Mi 4. Mär 2026, 09:20
von Vielfahrer
Hallo,

den Ergebnissen einer repräsentativen Fahrgastbefragung zufolge erhält der öffentliche Verkehr im Landkreis Tuttlingen schlechte Bewertungen. Nur 3,2 % der Fahrgäste gaben an, im ÖPNV des Landkreises positive Erlebnisse gehabt zu haben (z.B. Hilfsbereitschaft, nettes Gespräch, Hilfe beim Ein- und Aussteigen usw.). Rund um Freiburg liegen die Werte teils bei über 60 %.

Die Entfernungen zur nächstgelegenen Haltestelle wird in Tuttlingen von den Nutzern auch nur zu 10,9 % akzeptiert (schlechtester Wert eines baden-württembergischen Landkreises), im Landkreis Rottweil zu 96,3 % und im Landkreis Tübingen zu 95,6 %. Erstaunlich ist daher, dass beim neuen Nahverkehrsplan des Landkreises Tuttlingen überlegt wird, noch weitere Wege zu Haltestellen zuzulassen.

Die Zufriedenheitsquote der Fahrgäste mit dem ÖPNV liegt im Landkreis Tuttlingen mit nur 5,2 % mit am Schluss baden-württembergischer Landkreise. Im Landkreis Reutlingen beträgt sie 93,6% und im Landkreis Calw 94,3 % (Spitzenwert). Das Schlusslicht bildet der Landkreis Schwäbisch Hall mit 4,8% Zufriedenheitsquote seiner Fahrgäste.

Das Land betont aber, dass das bwegt-Fahrgastbarometer sich nicht als Qualitätsmessung des Angebots versteht. Vielmehr würde es die im ÖPNV-Report und SPNV-Qualitätsbericht erhobenen Kennzahlen aus subjektiver Sicht der Fahrgäste ergänzen, also zeigen, wie das bestehende Angebot bei ihnen ankommt.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Fr 13. Mär 2026, 11:46
von Sam7C7
Hallo zusammen,

es liegt eine offizielle Aussage des Tuttlinger Landratsamts zum aktuellen Status des Projekts Ringzug 2.0 vor.
Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte bzw. der aktuelle Stand zusammengefasst:

Terminplanung
Die Leistungsphasen 1 und 2 hätten bekanntlich schon fertig sein sollen, sind es aber aktuell nicht. Wie zu befürchten war, verhieß die lange öffentliche Stille um das Projekt nichts Gutes. Neuer Termin ist vermutlich erst im Herbst 2026 (ursprünglich angedacht war Ende 2024). Als Grund wird die Aufnahme neuer Maßnahmen in das Projekt angeführt, welche nicht näher benannt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich durch die Verzögerung auch das Inbetriebnahmedatum um mindestens diesen Zeitraum nach hinten verschiebt.

Finanzierung
Der ursprünglich 2023 für den Landkreis Tuttlingen angekündigte Eigenanteil von ca. 11 Mio. Euro gilt als nicht mehr haltbar. Kostensteigerungen entstehen durch Inflation und weiteren notwendigen Infrastrukturbedarf. Neue Zahlen können (oder wollen) aktuell noch nicht genannt werden. Man hofft natürlich auf Fördergelder aus verschiedenen Töpfen, konkret beantragt ist aber aktuell noch nichts. Die Förderfähigkeit kann ohnehin erst nach Abschluss der „Standardisierten Bewertung“ festgestellt werden. Bewertungen für Einzelmaßnahme sollen wohl auch teilweise vorgezogen werden.

Projektrisiken
Positiv ist, dass alle Beteiligten wohl grundsätzlich am Projekt festhalten und das System für die Zukunft ertüchtigen wollen. Ein kompletter Projektabbruch steht daher aktuell nicht zur Debatte. Unabhängig davon wird aber jede Einzelmaßnahme des Projekts bezüglich ihrer Notwendigkeit und Wirtschaftlichkeit kritisch hinterfragt. Hierzu zählt explizit auch die Elektrifizierung. Das könnte die alten Diskussionen um batterieelektrische Fahrzeuge wieder neu aufwärmen, da diese inzwischen natürlich auch einem technischen Fortschritt unterliegen.

Quelle: https://fragdenstaat.de/a/363839

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Sa 14. Mär 2026, 22:10
von Villinger
Hallo,

interessant dieses Thema über fragdenstaat.de anzufragen - vielen Dank für die Rückmeldung!

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Do 26. Mär 2026, 13:55
von Vielfahrer
Hallo,

dem Entwurf des neuen Nahverkehrsplans des Schwarzwald-Baar-Kreises sind folgende Aussagen zu entnehmen:

Derzeit wird geprüft, das Ringzug-System um den Streckenabschnitt Villingen – St. Georgen zu erweitern und damit in den nordwestlichen Bereich des Landkreises auszudehnen. Hierfür sind zusätzliche Haltepunkte Villingen West, Peterzell/Königsfeld (Schoren) und Peterzell Ort vorgesehen.

Zudem ist die Elektrifizierung der Strecken Villingen-Rottweil und Bräunlingen-Hüfingen in der Prüfung. Ob und wann es zu diesen Maßnahmen kommen wird, ist noch von verschiedenen Faktoren abhängig. Zunächst sind mit dem Land die hierfür notwendigen Investitionskosten und die Finanzierung der auf Dauer anfallenden Betriebskosten zu klären, bevor eine Entscheidung der politischen Gremien des Landkreises über die Maßnahmen erfolgen kann.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: So 29. Mär 2026, 09:18
von Christian
Ich glaube kaum noch an eine durchgehende Elektrifizierung. Jetzt wo die Batterie-Mireo in Offenburg zuverlässig laufen.

So wird es auch sicher hier auf der Alb kommen. Da will man ja auch nur bis Albstadt-Ebingen und Burladingen elektrifizieren - auch wenn die SWEG hier wohl auf eigene Kosten bis Gammertingen elektrifizieren möchte.

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: So 29. Mär 2026, 19:08
von Vielfahrer
Hallo Christian,

bei der Zollernbahn ist mein Kenntnisstand ein anderer. Die Landrätin von Sigmaringen hat sich seit Jahren für die Elektrifizierung des Abschnitts Albstadt-Ebingen - Sigmaringen eingesetzt, damit weiterhin umsteigefreie Verbindungen von Sigmaringen über Tübingen/Reutlingen- Stuttgart Flughafen nach Stuttgart Hbf möglich sind. Der Abschnitt Tübingen Hbf - Albstadt-Ebingen ist Teil der Elektrifizierung der Regionalstadtbahn Neckar-Alb, der Abschnitt Albstadt-Ebingen - Sigmaringen nicht. Dies müsste in anderen Verträgen festgehalten sein.
Bei Burladingen - Gammertingen dürftest Du richtig liegen. Da ist auch nicht allzu viel Verkehr drauf. Die Gammertinger fahren nach Reutlingen überwiegend über Kleinengstingen (noch, solange es die Buslinie 400 gibt). Einen Sinn machen würde die Elektrifizierung, wenn in Gammertingen elektrische Triebwagen gewartet würden.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Sa 4. Apr 2026, 06:14
von Christian
So weit ich mitbekommen habe, soll Albstadt-Ebingen - Sigmaringen aber nicht elektrifiziert werden. Auch nicht im Zuge der Regionalstadtbahn Neckar-Alb.

Gans so wenig ist hier tatsächlich nicht los. Auch an den Wochenenden nicht.

Ob die SWEG zwecks Wartung die Elektrifizierung machen möchte, keine Ahnung.

Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Verfasst: Mo 6. Apr 2026, 16:18
von Vielfahrer
Hallo,

in der Schwäbischen Zeitung erschien von Redakteur Michael Hescheler am 12.03.2026 folgender Artikel zum Thema Elektrifizierung der Zollernbahn:

Seit Jahren arbeitet die Sigmaringer Landrätin an einem Jahrhundertbauwerk. Die Zollernbahn soll unter Strom gesetzt werden. Jetzt ist ein Meilenstein erreicht.

Wenn irgendwann in einigen Jahren die Züge in den Bahnhof von Stuttgart 21 einfahren können, soll es weiter durchgängige Verbindungen aus Balingen, Albstadt oder Sigmaringen in die Landeshauptstadt geben. Die Sigmaringer Landrätin Stefanie Bürkle kämpft seit einem Jahrzehnt für dieses Ziel. Nun ist das „erste Nadelöhr“, wie sie formuliert, überwunden.

Um ohne Umsteigen mit der Bahn nach Stuttgart fahren zu können, muss die Zollernbahn von Sigmaringen bis nach Tübingen für den E-Betrieb ausgebaut werden. Derzeit fahren auf der Strecke mit Dieselmotoren betriebene Züge. Um die sogenannte Elektrifizierung weiter vorantreiben zu können, muss eine Analyse die Wirtschaftlichkeit belegen.

Gutachterin spricht von „gutem Ergebnis“

Die Ergebnisse der Analyse sind am Mittwoch in Sigmaringen einem Kreistagsausschuss vorgestellt worden. Die Gutachterin des Büros PTV sprach von einem „ziemlich guten Ergebnis“. Der sogenannte Kosten-Nutzen-Index liegt für den südlichen Teil der Zollernbahn zwischen Ebingen und Sigmaringen bei einem Wert von 1,51. Zum Vergleich: Die Ablachtalbahn hat vor wenigen Tagen nur einen Wert von 1,24 erzielt, obwohl die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Mengen und Stockach im Verhältnis günstiger ist.Trotz der immensen Kosten in Höhe von 130 Millionen Euro (Stand 2022) übersteigt der Index für das Teilstück der Zollernbahn den erforderlichen Wert von 1,0 deutlich. Warum? Das Hauptargument für die Elektrifizierung ist die Anbindung der Region an die Landeshauptstadt - und zwar egal, ob die Fahrgäste tatsächlich auf den Zug umsteigen. „Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen die Schiene nutzen“, sagte die Verkehrsplanerin. Es kommt darauf an, dass die Menschen die Bahn nutzen können, weil die Erreichbarkeit der Landeshauptstadt gewährleistet ist.

Was alles gebaut werden soll:

Neben dem Bau von Oberleitungen für den E-Betrieb ist der barrierefreie Ausbau von Bahnhöfen, der Bau zusätzlicher Haltepunkte und ein zweigleisiger Ausbau an verschiedenen Kreuzungspunkten geplant, um die Pünktlichkeit der chronisch unpünktlichen Zollernbahn zu verbessern. Zwischen Sigmaringen und Ebingen ist der Ausbau besonders aufwändig, weil die Topografie der Schwäbischen Alb, die etliche Brücken und Tunnel umfasst, überwunden werden muss.

Das Teilstück zwischen Ebingen und Tübingen wird im Moment als separates Projekt geführt. Hier müssen die Planungen der Leistungsphasen 1 und 2 finalisiert und die Kosten-Nutzen-Analyse aktualisiert werden. Ziel ist, den Ausbau und die Elektrifizierung der Zollernbahn insgesamt stärker zu verzahnen. Deshalb wird mit dem Zweckverband Regionalstadtbahn Neckar-Alb, dem Zollernalbkreis und den anderen Akteuren, die für das Teilstück Tübingen - Ebingen federführend sind, über die nächsten Schritte verhandelt.

Das zweite Nadelöhr:

Landrätin Stefanie Bürkle kommt auf das zweite Nadelöhr zu sprechen, das es zu überwinden gilt: die Vereinbarung der Finanzierung, die der Landkreis Sigmaringen und der Zollernalbkreis mit der Bahn, dem Land und den anderen Trägern des Großprojekts abschließen wollen. Derzeit laufen Gespräche mit allen Beteiligten und die Landrätin hofft auf einen Abschluss der Vereinbarung im Laufe des Jahres.

Sobald der Vertrag zur Finanzierung steht, sollen die Planungen fortgesetzt werden. Ziel ist, dass im Laufe der 2030er-Jahre die Bahn wieder durchgängig von Sigmaringen über Albstadt und Balingen nach Stuttgart fährt.

Viele Grüße vom Vielfahrer