Wo ist denn der Hund begraben?

Sonstiges, worüber man sich das "Maul" zerreisen kann.
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Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Vielfahrer » Mi 1. Jul 2020, 01:15

Hallo,

heute abend habe ich im Mozartsaal der Stadt Donaueschingen eine recht interessante Sitzung zum Donaubus verfolgt und wollte, da intensiv diskutiert wurde, mit der letzten Bahn um 21:40 ab Donaueschingen über Villingen - Horb nach Tübingen fahren. Aber was mir da mal wieder passiert ist, das bringt mich fast zur Verzweiflung:

Ich habe um 21 Uhr kurz auf mein Handy geschaut, auf welchem Gleis der Zug um 21:40 Uhr abfahren wird. Da kam die für mich erscheckende Meldung, dass der Zug wegen technischer Probleme heute leider ausfällt (die letzte Verbindung). Schnell habe ich einige Minuten früher gescrollt und siehe da, die HzL fuhr um 21:16 Uhr nach Villingen und dort hätte ich den Anschluss noch nach Villingen bekommen sollen. Also habe ich fluchtartig die Sitzung verlassen, um den Abend nicht irgendwo in der Schwarzwälder Pampa verbringen zu müssen und bin zum Bahnhof Donaueschingen gegangen. Stadtbusse fahren um diese Zeit ja sowieso keine mehr und auch Rufbusse, die man 30 Minuten vorher anrufen müsste, gibt es zur passenden Zeit also nicht. Gut, den Bahnhof habe ich kurz vor 21:10 Uhr erreicht und wollte mir am Fahrkartenautomaten in Donaueschingen einen Fahrschein nach Tübingen West herauslassen. Die BahnCard 100 First, die ich 30 Jahre lang genutzt habe, habe ich aufgegeben, nachdem ich im vergangenen Jahr ständig Ärger mit verpassten Anschlüssen hatte und ich nur noch Bahnfahrten unternehme, wenn ich halt muss. Aber was sagte mir der Fahrkartenautomat der DB am Gleis 1 in Donaueschingen: Verkauf nach Tübingen West nicht möglich, ganz so, als ob ich in einem fremden Verbund einen Fahrschein lösen wollte. Guten Gewissens bin ich dann in den Zug, habe sogar noch auf Gleis 3 die Breisgau-S-Bahn erwischt, allerdings ohne Fahrkarte, weil ich mir definitiv keine kaufen konnte und auf die teuren VSB-Tarife bis Villingen, die ich vermutlich hätte lösen können, hatte ich keine Lust. In Villingen wäre ja genug Zeit gewesen, um in der halben Stunde dann eine Fahrkarte noch zu kaufen. Und was habe ich in Villingen festgestellt: Der Automat am Gleis 1 konnte natürlich baubedingt nicht genutzt werden, aber im Bahnhofsgebäude selbst stehen ja zwei weitere Fahrkartenautomaten der DB, an denen ich bislang meist, jedoch nicht immer, meine Fahrkarten kaufen konnte. Heute Abend aber um 21:30 Uhr war der Bahnhof bereits abgeschlossen und die einzigen funktionierenden Automaten nicht erreichbar. Also bin ich guten Gewissens in den Zug nach Eutingen eingestiegen. Wenn einer gekommen wäre, dann hätte ich dem schon erläutert, weshalb ich ohne Fahrkarte reise.
Pünktlich ging es in Villingen los, denn eine verspätete Schwarzwaldbahn musste nicht abgewartet werden, da die ja wegen technischer Schwierigkeiten ausgefallen war.
Leider sind wir in Trossingen DB-Bahnhof relativ lange gestanden und haben uns ca. 5 Minuten Verspätung wegen eines entgegenkommenden Ringzugs eingefangen. Dieser hat vermutlich keine eigenen Probleme gehabt, sondern auf die Gäubahn in Rottweil gewartet. Mit entsprechender Verspätung ging es dann weiter über Rottweil in Richtung Horb. Aber irgendwo im Dunkeln unterwegs, es dürfte Grünholz gewesen sein, sind wir wieder gestanden, weil irgend ein IC aus Stuttgart stark verspätet war. Wir sind dann in Horb eingetroffen und der letzte Zug nach Tübingen war ohne Not bereits 3 Minuten vorher abgefahren. Außer mir noch ein halbes Dutzend andere Reisende, die gestrandet wären. Informationen gar es überhaupt keine, weder im Zug noch im Bahnhof. Als Vielfahrer wusste ich mir natürlich zu helfen und habe alle gebeten, schnell wieder einzusteigen, wir hätten noch eine Verbindung über Eutingen - Herrenberg.
Aus vielen Beschwerdebriefen weiß ich aber, dass die RB von Freudenstadt nach Herrenberg, die wir ab Eutingen benutzen wollten, auf den RE aus Villingen nur unzuverlässig wartet. Zum Glück war ein verständnisvoller Lokführer auf dem VT 612, dem ich unser Anliegen vortragen konnte und er versicherte mir, sich um den Anschluss in Eutingen zu kümmern. 3 Minuten vor Einfahrt in Eutingen kam dann die frohe Botschaft, dass der Anschlusszug nach Herrenberg am Gleis gegenüber noch warten würde. Wir sind in 30 Sekunden umgestiegen und dann ging es mit zufriedenen Fahrgästen weiter. Allerdings war die eingefahrene Verspätung dann in Herrenberg immer noch so groß, dass die DB die S 1 nach Stuttgart - Kirchheim/Teck hat pünktlich um 23:16 Uhr abfahren lassen und wir sind erst um 23:17 Uhr in Herrenberg eingetroffen. Unsere Gruppe in Richtung Tübingen hatte erst um 23:28 Uhr Anschluss mit einem SEV-Bus nach Entringen, wo wiederum die Ammertalbahn nach Reutlingen warten sollte. Nur, die bestehende SEV-Haltestelle in Herrenberg war abgebaut. Keine Ahnung, wo die Busse jetzt abfahren. Ich bin dann zu einem VBN-Busfahrer (Linie 790) gegangen und habe ihn gefragt, wo denn in Herrenberg die SEV-Busse jetzt abfahren würden. Er schickte uns zur regulären Haltestelle ganz am Ende des Bahnhofs Herrenberg. Dort aber war niemand und auch kein Bus. Ein anderer Busfahrer hatte das irgendwie mitgekriegt und uns gesagt, dort drüben, hinter der Hecke, dort fährt der Bus nach Tübingen ab. Also sind wir wieder dorthin, wo der Bus bislang auch immer abgefahren ist. Aber da war keine Haltestelle. Sie war wohl abgebaut worden. Also bin ich zu einem Taxifahrer und habe den gefragt, ob er denn wisse, wo die SEV-Busse hier abfahren. Er meinte, dass ich ca. 300 Meter weiter vorgehen sollte, also südlich am oberen Ende des Parkplatzes. Kaum waren wir dort, kam tatsächlich ein SEV-Bus des von mir alles andere als als verlässlich eingestuften Unternehmens Süsser mit einem Uralt-Gelenkbus, der dann auf der weitere Fahrt nur so krächzte. über irgendwelche Feldwege sind wir dann über Gültstein und Altingen nach Entringen zum Bahnhof gekommen und da stand dann schon die Ammertalbahn in Richtung Tübingen. Leer, aber mit unserer Gruppe an gestrandeten Fahrgästen war dann doch etwas Betrieb zur späten bzw. heute frühen Stunde und wir erreichten Tübingen West um 0:09 aber nur dank viel Glück.
Einziger Trost: Die Fahrt hat mich keinen Cent gekostet, denn beim SEV wird nach wie vor ohne Fahrscheinkontrolle eingestiegen. Weil ich aber nicht aufs Schwarzfahren aus war, habe ich mich bei der Ankunft in Tübingen zum Fahrkartenautomaten begeben und mir noch eine Fahrkarte herausgelassen. Schön blöd, mag der eine oder andere denken.
Aber was ich mir heute mal wieder über den Verkehrsdienstleister Nr. 1 in diesem Land gedacht habe, das will ich hier wirklich nicht kundtun.

Viele Grüße zu früher Stunde,
Vielfahrer

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Tf Reinhard
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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Tf Reinhard » Mi 1. Jul 2020, 08:31

Deine "Bahnabenteuer" wären direkt genug Stoff für ein Buch.

Reinhard
Ich bn wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. Manche auch beides.

Karl Müller
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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Karl Müller » Mi 1. Jul 2020, 09:07

Hallo Vielfahrer,
tja, nun mußt du Fahrkarten kaufen. Nun erfährst diesen Aspekt des Bahnfahrens auch noch, ein harter Schicksals-schlag! Nun, diese Geschichten wie du sie erlebt hast treiben viele ins Auto. Denn du warst bei angenehmen Temperaturen unterwegs und ohne Kinder. Stell dir das einmal bei 5 Grad + und Nieselregen vor, dazu 2 Kinder mit 5 und 10 Jahren dabei, wäre ja als Familienausflug durchaus denkbar.
Wenn nun noch ein renitenter Kontrolleur dazu gekommen wäre - es hätten sich wahre Dramen abgespielt, wie heißt es immer so schön: Wenn eine eine Reise tut dann kann er was erzählen.....
Die Bahnen könnten so unendlich viel leisten - ALLE, DB,SSB,etc, aber, sie wollen oder können nicht. Beschwerden? Landen allzuoft im Nirwana, Behördendickicht oder sonst wo. Höfliche, Nette und geschulte Menschen wimmeln einen ab am Telefon, mails werden mit Schachtelsätzen beamtwortet....."wir kümmern uns darum"....
Ja, aber, wie kümmern sie sich?
Es kann alles funktionieren, klaro. Aber.....wehe dem der sich auf die Eisenbahn verläßt. Die letzten Abenteuer in Deutschland erlebst du im Zug!
Abenteuer = Reise mit ungewißem Ausgang.
Frage - welche und wieviel Fortschritte hat die Eisenbahn gemacht in den letzten Jahren, Innovationen? Den ICE hat die Bundesbahn in den 1980er auf die Schienen gestellt.
Und, auf welchem Stand fährt die Eisenbahn auf der Tübinger Strecke Heute? Egal wer Schuld hat? Rotlinge deren Abschied man einst gefeiert hat?

Gruß Oli

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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Bahner » Mi 1. Jul 2020, 09:12

Tf Reinhard hat geschrieben:
Mi 1. Jul 2020, 08:31
Deine "Bahnabenteuer" wären direkt genug Stoff für ein Buch.

Reinhard
Zumindest mal für die regionalen Zeitungen in Form eines Leserbriefes.
Mir als DB-Mitarbeiter ist das einfach nur peinlich.
Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, den man nur noch resigniert hinnehmen kann.....

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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von KBS720 » Mi 1. Jul 2020, 22:27

Nabend,
Vielfahrer hat geschrieben:
Mi 1. Jul 2020, 01:15
Ich habe um 21 Uhr kurz auf mein Handy geschaut, auf welchem Gleis der Zug um 21:40 Uhr abfahren wird. Da kam die für mich erscheckende Meldung, dass der Zug wegen technischer Probleme heute leider ausfällt (die letzte Verbindung).
tja für die Leute gen Offenburg wars noch schlimmer, da war nämlich Schicht im Schacht. Die St.Georgener und Triberger konnte man noch auf den 7265 um 22:15 Uhr schicken. Aber der Rest hatte schlichtweg Pech, warum man in Villingen um 0:32 noch aus Offenburg ankommen kann aber aus Villingen 21:50 Uhr das letzte Mal den Wald runter kommt, muss auch keiner verstehen.
Vielfahrer hat geschrieben:
Mi 1. Jul 2020, 01:15
Pünktlich ging es in Villingen los, denn eine verspätete Schwarzwaldbahn musste nicht abgewartet werden, da die ja wegen technischer Schwierigkeiten ausgefallen war.
Ja gut, der 22362 nach Eutingen ist aber meist recht pünktlich, offziell warten darf man da schon 10 Minuten. Der 4742 fiel aus, weil bereits 4726 ab Rastatt und der 4735 komplett ausfielen, die Zeiten wo man in Offenburg mal locker einen Ersatz einscheren konnte, scheinen auch vorbei zu sein. Ein hoch auf optimierte Verträge und Schichten.
Vielfahrer hat geschrieben:
Mi 1. Jul 2020, 01:15
Leider sind wir in Trossingen DB-Bahnhof relativ lange gestanden und haben uns ca. 5 Minuten Verspätung wegen eines entgegenkommenden Ringzugs eingefangen. Dieser hat vermutlich keine eigenen Probleme gehabt, sondern auf die Gäubahn in Rottweil gewartet.
Dieser Zug (69778) ist ein Problemzug, der selten plan ist. Im gesterigen Fall war er sogar halbwegs Plan ab Rottweil und hat zwischendrin aufgebaut. Die Fahrzeiten sind wohl sehr straff (für manche). Der hat regelmäßig in der Ankunft Villingen 3-7 min Verspätung.

Tja alles andere als rosig deine Fahrt *nee*

Grüße Andreas
*schaffner* Das Bahnkutscher Wiki last update Juni 2014
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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Fridinger » Mi 1. Jul 2020, 22:54

Interessant, das sind nicht die ersten Probleme die DB Vertrieb mit dem Verkauf des BW-Tarifes hat. Es gab bereits Probleme, dass (wenn ich mich da richtig erinnere) eine Direktverbindung Karlsruhe - Mannheim mit dem BW-Tarif nicht erhältlich war. Das wurde dann aber behoben.
Die Verbindung Donaueschingen - Tü-West bekomme ich online bepreist, da stimmt ggf. an der Automatensoftware etwas nicht.

Allerdings ein Hoch auf viele verschiedene Zuständigkeiten, eine abgeschaffte Wartezeitregelung und nicht funktionierende Absprachen unter den Verkehrsbetrieben. Der SWB-Ausfall ist aber auch ein Novum, normalerweise fährt die Verbindung recht zuverlässig und evtl. mal verspätet, aber Ausfälle gibt es meist nur auf kurzen Teilstrecken (z. B. vorzeitige Wende in Radolfzell).

Ich war heute u. a. am Bahnhof Herrenberg, wo die halbe Stadt momentan eine Baustelle ist und viele Umwege in Kauf genommen werden müssen. Da war ordentlich was los.
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D 1189 - Stuttgart 15:15 - Spaichingen 16:52 - Tuttlingen 17:00 - Milano Lambrate 00:14 - Lecce 12:57
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Als IT-Systemelektroniker zuständig für funktionierende Ticketautomaten bei der DB Kommunikationstechnik

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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Vielfahrer » Mi 1. Jul 2020, 23:47

Hallo Fridinger und Andreas,

ich fahre ab und an spät von Konstanz über Villingen mit dem VT 612 nach Tübingen. Es ist zutreffend, dass die Verbindung bislang immer geklappt hat, da sie von Singen kommend selten mehr als 5 Minuten verspätet war. Der Villinger Anschluss hat immer funktioniert und es sind auch immer in der Regel einstellige Umsteigezahlen festzustellen, vielleicht auch mal knapp 10 Umsteiger. Wenn der Zug, was vorkommen kann, halt gar nicht fährt, dann gibt es zwischen Donaueschingen und Villingen ja genügend Alternativen, wenn man das rechtzeitig noch bemerkt. Zukünftig, also ab Dezember 20, wird der Anschluss aufgegeben laut NVBW, weil es ja rund 30 Minuten später ab Singen einen RE der HzL von Singen über Engen - Tuttlingen - Spaichingen nach Rottweil geben soll, wo man auf den VT 612 nach Eutingen einen bahnsteiggleichen Anschluss haben wird. Der von Villingen kommende RE wird dann auch wenige Minuten früher verkehren und alle Zwischenhalte wieder bedienen, z.B. Deisslingen. Im Falle pünktlicher Fahrpläne klappt das also gut und sogar attraktiver als aktuell.
Der Eutinger Anschluss des VT 612 an die RB von Freudenstadt nach Herrenberg hingegen ist schon immer kritisch gewesen. Von nicht wenigen Reisenden weiß ich, dass sie diese Verbindung wegen negativer Erlebnisse meiden, selbst getroffen hat es mich dort noch nicht. Der Zug von Freudenstadt ist selten mehr als einstellig besetzt und von Villingen kommend gibt es immer Fahrgäste, manchmal sogar die Mehrheit ab Eutingen. Es will aber die große Mehrheit dann ab Herrenberg auf die S-Bahn und diese wartet nicht. Zum Glück gibt es da inzwischen 30 Minuten später noch eine weitere S-Bahn, so dass für die meisten das dann mit einer Reisezeitverlängerung von 30 Minuten erledigt ist.
Es scheint in der Tat die Wartezeitregelung nicht mehr zu geben. Bei den jeweils letzten Abendverbindungen finde ich es aber als absolut unangemessen, wegen vielleicht 3 Minuten zusätzlicher Verspätung, die man sich einfangen würde, pünktlich abzufahren. Deshalb bin ich auch gar nicht auf die Idee gekommen, mich da vor Ankunft in Horb zu rühren, weil es bei meinen vielen Bahnfahrten bei Spätverbindungen so etwas noch nicht gegeben hat, ganz abgesehen davon, dass sich der Anbieter um die Reiseketten kümmern sollte, nicht der im Normalfall damit überforderte Kunde.
Was ich mich bei der Gelegenhiet auch noch gefragt habe war, ob ich nicht beim Verpassen des letzten Anschlusses das Recht in Horb auf ein Taxi hätte. Im vorliegenden Fall war ich ein unverschuldeter Schwarzfahrer, also ein Kunde ohne Fahrschein. Und dann noch ein Taxi? Das wäre vermutlich nicht gut gegangen. Andererseits habe ich zwischen Stuttgart und Tübingen bestimmt schon ein Dutzend mal ein Taxi spendiert bekommen, weil der Zug aus München für den letzten Anschluss in Plochingen zu spät kam. Das Zugpersonal kennt die Probleme schon und regelt das dann so, dass am Service-Punkt im Stuttgarter Bahnhof schon das Taxi geordert und die gestrandeten Fahrgäste sinnvoll aufgeteilt wird. Also in etwa das Gegenteil dessen, was ich gestern abend erlebt habe, wo keine Menschenseele sich um die Reisenden mehr kümmert.

Bin übrigens schon gespannt, wie das morgen abend wird, wo ich spät von Blaubeuren, wo ich in der Stadthalle einen Vortrag halte, nach Tübingen fahren muss. Zufällig habe ich vorhin mal die Verbindung mir angesehen und heute fiel der Zug zwischen Herbertingen und Ulm aus. Da wäre ich um 21:30 Uhr in Blaubeuren auch ganz schön dumm dagestanden. Und die zukünftige Variante von Blaubeuren über Merklingen nach Wendlingen, für die mir heute die graphischen Fahrpläne der NBS-Strecke im Entwurf zugegangen sind, liegt ja noch knapp 2 Jahre in der Zukunft. Aber heute war ich ja zum Glück nicht in Blaubeuren und darf mich auf ein neues Abenteuer freuen....

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Sascha » Do 2. Jul 2020, 14:52

Hallo,

ich hab da mal ne Frage zu meiner Reisekette:

ICh fahr im Moment mit dem RE 4732 von Haslach nach Offenburg und dann weiter mit dem RE 17086 nach Bühl. Lt. RIS ist der RE 17086 ein Lok-Wagen-Zug, aber ich fahr immer mit einem Mireo-Triebzug.

Sind da noch die alten Daten hinterlegt?

Danké für die Antwort.

Sascha *hallo1*
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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von VT-Lover » Do 2. Jul 2020, 21:25

Moin,
Na da kann ich ja von Glück sagen daß ich kein "Nachtmensch" bin und mich normalerweise nie auf die letzte Verbindung des Tages einlasse sondern lieber Morgens früher los fahre. Aber es ist schon erschreckend daß nicht mal der letzte Fahrplanmäßige Zug des Tages wartet, tagsüber wenn alle Stunde einer kommt kann man es halbwegs verstehen, Stichwort Kreuzung und Verspätung des Gegenzuges,aber mitten in der Nacht... *schäm*

Es ist traurig was aus unserer "geliebten" Eisenbahn geworden ist und irgendwie verliere ich in letzter Zeit auch das interesse an der "Neuen Bahn" und blättre immer öfter alte Bücher und Zeitschriften durch...

...nachdenkliche Grüße aus dem Tal der Murg

Markus *hallo1*

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Re: Wo ist denn der Hund begraben?

Beitrag von Vielfahrer » Fr 3. Jul 2020, 07:05

Hallo VT-Lover,

also gestern Abend von Blaubeuren gab es auch was zu berichten. Der Zug kam, aber ab Ulm mit ca. 8 Minuten Verspätung, so dass mein Anschluss in Sigmaringen nach Tübingen nicht gefährdet war. Wir sind dann aber auf der Zollernbahn - wie so häufig - kreuzungsbedingt wegen Wartens auf einen verspäteten Gegenzug in Albstadt-Laufen längere Zeit gestanden, so dass ich um 23:10 Uhr doch noch halbwegs pünktlich angekommen bin. Die Zeit in Blaubeuren am Bahnhof habe ich genutzt, um gleich eine Fahrkarte für heute früh zu kaufen. Dank BW-Ticket kann ich dann nämlich im Stadtverkehr Tübingen schon zum Bahnhof fahren, denn im Stadtbus kann ich ja keine Schienenfahrkarte kaufen. Gewundert habe ich mich, dass ich meine Verbindung um 6:00 Uhr ab Tübingen über Horb nach Villingen nicht herauslassen konnte. Sie wurde mir einfach nicht angeboten, so dass ich eben eine noch frühere, nämlich um 5:35 Uhr ab Tübingen gekauft habe. Beim BW-Ticket bin ich ja nicht an den Zug gebunden. Eingestiegen bin ich dann um 6:00 Uhr in Horb, also in eine der von Dir geschätzten Frühverbindungen. Nun stehe ich in Horb und am Bahnsteig wird angezeigt, dass der Zug nach Villingen heute leider ausfällt. Der Automat in Blaubeuren hat es also offenbar schon gewusst! Ich habe dann gestern im Zug auf Bahn.de geschaut, ob ich dort meine übliche Frühverbindung nach Villingen finde. Sie war für heute angezeigt. Schaue ich jetzt nach, so steht da, dass wegen Fahrzeugmangels der Zug heute leider ausfällt und dass ab Rottweil nach Villingen ein Schienenersatzverkehr organisiert würde. Also bringt das Ausweichen auf Frühverkehre auch nichts. Der Laden der DB (oder RAB) ist einfach kaputt. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich besonders viel Pech bei meinen Verbindungen habe. Es ist einfach so. Dies wurde mir gestern abend in Blaubeuren auch deutlich von anderen bestätigt. Die Züge fahren unzuverlässig und unpünktlich und verpasste Anschlüsse sind so häufig, dass sich viele längst abgewandt haben. Dass die Leistung, ganz gleich, welche Ursache sie hat, einfach nicht stimmt, das kommt bei den dafür Verantwortlichen offenbar nicht an. Immerhin kann man die ausbleibenden Fahrgäste ja jetzt auf Corona buchen und sich damit exkulpieren.

In Blaubeuren, das ja ein unbesetzter Kreuzungsbahnhof ist, ist mir noch was aufgefallen. Der zuerst auf Gleis 1 einfahrende Zug zieht bis zum Ende des Bahnsteigs 1 auf der Ulmer Seite vor, um den mit einer elektrisch betätigten Schiebeschranke abgesperrten schmalen Bahnsteig 2 dann wieder zugänglich zu machen. Zwischen dem Bahnsteig 1 und dem daneben stehenden Anschlussbus z.B. nach Laichingen gibt es jedoch einen Zaun von ca. 1,5 Meter Höhe, der den Busbahnhof interessanterweise bis zum Empfangsgebäude vom Bahnsteig 1 abtrennt. Man muss also so lang wie eine Doppeleinheit VT 612 ist, also ca. 100 Meter, zurückgehen und auf der Busbahnhofseite wieder vorgehen. Das ganze bei 2 Minuten Umsteigezeit. Bei leichten Verspätungen sind die Anschlüsse weg. So auch gestern abend, aber ich habe den Bus nicht gebraucht. Von Laichingen angekommen ist der Bus übrigens um 20:35 Uhr (statt rechtzeitig auf den 20:29-Uhr-Knoten). Umgestiegen ist niemand, der Bus kam leer, kein Wunder, wenn die Verknüpfungen so knapp organisiert sind. Normal wäre er mit 2 Minuten Übergangszeit auf den Zug noch gekommen, was aber auch viel zu knapp ist.
Über die Beseitigung des Zauns müssen sich die Stadt Blaubeuren und DB Station& Service schon heftig gestritten haben, wurde mir berichtet.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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