Neue Strukturen in Sichtweite

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Vielfahrer
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Neue Strukturen in Sichtweite

Beitrag von Vielfahrer » Do 25. Jun 2020, 23:58

Hallo,

im Rahmen einer Video-Konferenz informiert das Verkehrsministerium am Montag kommender Woche über die aktuellen Entwicklungen/Planungen im Bereich der Gäubahn und S 21. Der Umstieg auf die S-Bahn wird, wie bislang geplant, während der Bauarbeiten in Stuttgart-Vaihingen bzw. in Stuttgart-Nord stattfinden. Nach Fertigstellung der Flughafenanbindung werden die Gäubahnzüge (IC wie Metropolexpress) über den Flughafen nach Stuttgart (tief) verkehren. Die sog. Panoramabahn wird dann von der Gäubahn nicht mehr befahren, wohl ist aber angedacht, die Strecke später für eine Tangentialverbindung durch den Pragtunnel in Richtung Zuffenhausen und weiter zu nutzen. Weitern Infos zufolge soll auf Neigetechnik verzichtet werden, weil der Nullknoten in Stuttgart durch Beschleunigung der Bahnstrecke Mannheim - Stuttgart auf ca. 30 Minuten erreicht werden soll. Damit setzt sich die uralte Knoten-Kanten-Strategie durch, die Köln Hbf als Fixpunkt hat: 1 Stunde bis Frankfurt Flughafen, 30 Minuten bis Mannheim, 30 Minuten bis Stuttgart, 30 Minuten bis Ulm, 30 Minuten bis Augsburg. Auf dieser Achse sollen dann ICE im 30-Minuten-Takt verkehren. Dann können IC der Gäubahn einige Minuten früher in Stuttgart abfahren und bleiben etwa ab Rottweil in der Lage der heutigen schnellen IC-Züge (SBB-Wagenmaterial). Für die Verbindung der Nullknoten Stuttgart und Zürich reicht deshalb eine Fahrzeit von etwa 2:45 Stunden aus, die auch mit konventionellem Wagenmaterial erreicht werden kann. Die Streckenführung über den Flughafen Stuttgart soll nicht über die Rohrer Kurve und die S-Bahn erfolgen sondern auf einer eigenen Tunneltrasse, um nicht noch mehr Mischverkehre zu produzieren. Überlegungen gibt es wohl auch, im Abschnitt Böblingen - Herrenberg, der infolge verspäteter Gäubahnzüge häufig die Pünktlichkeit der S-Bahn beeinträchtigt, zu besseren Lösungen zu kommen.

Über die weitere Entwicklung im Ringzuggebiet wurde in der vergangenen Woche ebenfalls eine Video-Konferenz seitens des Landes durchgeführt. Wenn es sich so realisieren lässt, wie das Land sich das vorstellt, kommen auf die Fahrgäste gute Zeiten zu. Die Verbindungen werden zum Großteil umsteigefrei, deutlich schneller und durchweg elektrisch, also erheblich leiser und komfortabler und mit deutlich mehr Sitzplätzen als die RS1. Auf einigen Strecken werden die Züge alle 30 Minuten verkehren. Die Umstellung erfordert natürlich noch Investitionen (z.B. Elektrifizierung von Rottweil nach Villingen) und andere Dinge mehr und wird nicht kurz- aber mittelfristig kommen. Ich gehe davon aus, dass das Land zu gegebener Zeit über die Details selbst informieren wird.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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