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Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Mi 19. Dez 2012, 04:36
von Karl Müller
Guten Morgen,
beim durchwursteln durchs Archiv entdeckt....Steuerwagenmangel bei der Bahn, schon immer ein Thema ?
Beginnen wir im Dezember 1985 -
bei Kirchberg, die Böschung ist längst zugewachsen.........
Am 10.1.1994 in Backnang, das kleine Murrbähnle ist gut motorisiert......( Negativ-scan)
Oder am 10.3.2005, sogar 110 261 mußte aushelfen, hinten hängt eine Bügelfalte ( dich mich damals nicht die bohne gejuckt hat.... :Eher-Nicht: )/Dia-scan)
Oder am 25.8.2009 in Burgstall.......
Ist und bleibt bis heute und weiter ein Thema !
MFG Oli
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Mi 19. Dez 2012, 10:35
von Vielfahrer
Dazu fällt mir nur ein, dass "der arme Mann", angesichts von Kosten von 1.000.-€/Lok und Einsatztag, "teuer lebt".
Zwischen Rottweil und Donaueschingen über Villingen gab es in der Zeit vor dem Ringzug teilweise auch solche Bespannungen. Hier war der Hintergrund aber, dass man nicht unentwegt um den Zug herumfahren wollte. Der Lokführer hätte ja bei einer Fahrt von Rottweil nach Donaueschingen und zurück 4 mal seinen Zug umfahren müssen, also abkuppeln, herumfahren, ankuppeln in Villingen, dann abkuppeln, herumfahren, ankuppeln in Donaueschingen, dann abkuppeln, herumfahren, ankuppeln in Villingen, dann abkuppeln, herumfahren, ankuppeln in Rottweil. Das grenzte ja beinahe an Strafarbeit, wenn das Personal da am Tag mehrere Fahrtenpaare zu fahren hatte. Den Trieb- oder Steuerwagen sei Dank!
Viele Grüße vom Vielfahrer
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 15:38
von IG-Einheitsloks
Das Thema gab, ist und wird auch immer geben:-) Übrigens gibt es auch Zugleistungen in manchen Region die fahren planmäßig mit einer zweiten Lok um die Fahrzeiten halten zu können;-) Bei der Murrbahn ist es zwingend notwendig mit zwei Loks zu fahren weil man ja in Marbach nicht umfahren kann, alleine schon nicht aus Zeitgründen. Früher haben wir an den Endbahnhöfen auch immer umfahren. Gerade an die Gäubahn denke ich gerne zurück. Man hatte aber auch immer Personal vor Ort die das Fahrpersonal unterstützt haben! So schön die Steuerwagen auch sind, sie haben auch Arbeitsplätze gekostet :-(
Aber sehr schöne Aufnahmen:-)
Viele Grüße
Sven
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 17:34
von Lueger
Früher hatte man auch noch Gleise dafür, man denke nur an die Schrumpfkur in Tuttlingen...
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 19:01
von IG-Einheitsloks
Tuttlingen kann man aber auch heute noch umfahren.
Viele Grüße
Sven
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 19:07
von Villinger
@Sven: Du solltest dir trotzdem mal Bilder von 1960 vom Tuttlinger Bahnhof anschauen. 6 (oder gar 7, hab ich nichtmehr im Kopf) Bahnsteiggleise, der komplette Bahnhofsvorplatz mit (Rangier-/Güter-) gleisen zugeplastert, das Dampflokwerk mit der Drehscheibe (Gibts zwar immernoch, ist aber weder gerichtet noch einsatzbereit) und die Abstellung natürlich. Da kann Dirk sicher mehr dazu erzählen, mich gabs um diese Zeit ja noch nicht :pfeifen:
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 19:24
von Vielfahrer
IG-Einheitsloks hat geschrieben:So schön die Steuerwagen auch sind, sie haben auch Arbeitsplätze gekostet :-(
Ohne den Rangieren zu nahe treten zu wollen, man kann Personal für andere Zwecke besser einsetzen, als von früh bis spät um die Züge herumzufahren. Obendrein ist der Beruf auch noch recht gefährlich gewesen. Ich kenne Eisenbahner, die bei diesem Geschäft z.B. ihren Arm verloren haben und dann als Schrankenwärter ihr Dasein fristen mussten. Beide Berufe sind mittlerweile fast ausgestorben. Ich sehe das nicht als nachteilig an. Trotzdem, ich will nicht mißverstanden werden. Diese Leute, die sich tagtäglich auch bei widrigem Wetter ins Gleis zwischen die Puffer begeben haben, verdienen große Anerkennung.
Viele Grüße vom Vielfahrer
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 19:59
von KBS720
Hallo,
Fridinger hat geschrieben:@Sven: Du solltest dir trotzdem mal Bilder von 1960 vom Tuttlinger Bahnhof anschauen. 6 (oder gar 7, hab ich nichtmehr im Kopf) Bahnsteiggleise, der komplette Bahnhofsvorplatz mit (Rangier-/Güter-) gleisen zugeplastert, das Dampflokwerk mit der Drehscheibe (Gibts zwar immernoch, ist aber weder gerichtet noch einsatzbereit) und die Abstellung natürlich. Da kann Dirk sicher mehr dazu erzählen, mich gabs um diese Zeit ja noch nicht :pfeifen:
dann kannste in Immendingen grad weiter machen, der Bahnhof ist auch nur noch ein Schatten seiner selbst, auch Donaueschingen hat einiges verloren, selbst in Villingen ist nicht mehr alles da (Bw halt).
Grüße Andreas
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 20:24
von IG-Einheitsloks
Hi,
na klar wurde überall abgebaut:-) Ich habe in Horb und Rottweil noch selbst Rangiert:-) Es ging mir auch lediglich um das umfahren, das auch heute in Tuttlingen noch immer möglich ist.
@Vielfahrer: Dann frage ich mich warum viele der Rangier von damals heute auf der Straße sitzen?????? Wenn ich bedenke wieviele Rangier wir früher hatten und wieviele es heute noch sind. Klar ist der Beruf gefährlich, man muss sich aber auch an die Regeln halten, normalerweise hat man erst in den Kuppelraum zu treten, wenn die Fahrzeuge schon zusammengefahren sind. Gerade damit sowas nicht passieren kann!!! Nachteilig ist das schon, den gerade heute hat man dadruch Arbeitsplätze abgebaut und die Aufgaben dem Tf übertragen. Wie viel sollen wir noch übernehmen? Wir sind inzwischen Tf, Zugführer, Rangierleiter, Servicekraft, haben Wagenmeisterfunktion und machten teils Bremsproben alleine;-) Alleine der Zeitfaktor durch das selber abhängen und alleine ne Bremsprobe durchzuführen ist sehr groß. Durch Steuerwagen und TAV gingnen viele Plätze verloren, auch der Service musste darunter leiden! Es ist eben nicht mehr die gute alte Bahn;-)
Grüßle
Sven
Re: Historischer Steuerwagenmangel....
Verfasst: Do 20. Dez 2012, 20:29
von Vielfahrer
Historie ist das eine, Gegenwart und Zukunft das andere.
Hat Immendingen früher jemals die Bedeutung gehabt, wie sie durch die Werkstätte des Ringzugs inzwischen entstanden ist? Es gibt in Immendingen nunmehr drei günstig gelegene Bahnhöfe (Zimmern, Bahnhof Immendingen und Mitte), früher nur einen (Bahnhof) und zwei ungünstig gelegene (Hintschingen, Hattingen). Die Bahnsteige sind - trotz teilweise überbordenen PKW-Verkehrs, wieder stark frequentiert.
In Donaueschingen war alles weg bis auf den Bahnhof Donaueschingen. Mit Allmendshofen, Mitte/Siedlung, Aufen und Grüningen wurden gleich vier Haltepunkte hinzugefügt, wobei Mitte/Siedlung ein echter Frequenzbringer ist. Opas Eisenbahn ist Geschichte, der Ringzug als gefragte Infrastruktur für die Bevölkerung Gegenwart.
Und in ein paar Jahren, wenn die Lücken Immendingen - Tuttlingen und Villingen - Rottweil sowie Hüfingen - Bräunlingen auch elektrifiziert sein werden, wird das heutige Betriebsgeschehen auch Vergangenheit sein.
Störend finde ich allerdings, dass die notwendigen Rationalisierungen teilweise erheblich überzogen wurden, d.h. es wurde schnellstmöglichst alles herausgerissen, was nicht aktuell benötigt wird. So erweckt Immendingen auf mich heute einen amputierten Eindruck, auch den Haltepunkt Geisingen hätte ich mir anders vorgestellt und Hattingen auch. In Tuttlingen hingegen wüsste ich nicht, wozu man noch 7 Bahnsteigkanten vorhalten sollte.
Und was Bahnhofsgebäude, Fahrkartenschalter usw. betrifft, so wächst eine Generation heran, die mit dem Handy-Ticket mal bestimmt keine Probleme haben wird. Wenn man in einen Mediamarkt oder den Saturn usw. geht, dann brummt dort das Geschäft richtig, während in den Modelleisenbahnshops vielfach gähnende Leere ist und einer nach dem anderen dicht macht.
Viele Grüße vom Vielfahrer