Neues von der Ablachtalbahn:
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Karl Müller
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Neues von der Ablachtalbahn:
Zitat:
Seit dem 1. März 2021 sind die Stadt Meßkirch und die Gemeinde Sauldorf als Betreiber für die Streckeninfrastruktur der Ablachtalbahn zwischen Mengen und Stockach zuständig. Zwischen März und Ende Dezember 2021 fuhren auf der kommunalen Eisenbahnstrecke insgesamt 256 Züge. Diese teilten sich auf in 89 Reise-, 162 Güterzüge und 5 Bahnunterhaltungsfahrten.
Positive Güterverkehrs-Bilanz 2021
Im Güterverkehr wurden von mehreren Eisenbahnverkehrsunternehmen insgesamt fast 45.000 Netto-Tonnen befördert. "Das Jahr 2021 war für unsere Bahnstrecke ein Rekordjahr, weil wir nicht nur viele tausend Tonnen Stahl für die Firma Tegometall transportiert haben, sondern auch etliche Festmeter Holz", freut sich Eisenbahnbetriebsleiter und technischer Leiter der Ablachtalbahn, Frank von Meißner. "Es war goldrichtig, die Gleisanlagen an der neu eingerichteten Ladestelle in Krauchenwies zu reaktivieren: Hier werden nicht nur fast täglich einzelne Wagen abgefertigt, die der planmäßige Stahlgüterzug einfach mitnimmt; mehrmals pro Monat fahren auch Ganzzüge mit Holz von Krauchenwies ab."
Von Meißner weiter: "Mit unserem kommunalen Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen leisten wir aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz: Denn der Gütertransport spart je nach Laufweg gegenüber der Straße rund 8 bis 12 Tonnen CO2 ein: und das pro Zug! Doch wir schützen nicht nur das Klima, sondern entlasten zugleich die Straßen in unserer Region vom Schwer-LKW-Verkehr.“ Weitere Verlademöglichkeiten bestehen übrigens auch im großzügigen Bahnhof Schwackenreute.
"Wir können stolz sein, was wir mit unserer kommunal betriebenen Ablachtalbahn im letzten Jahr erreicht haben", resümiert Arne Zwick, Bürgermeister der Stadt Meßkirch: "Nicht nur haben wir die Strecke mit unserem nebenberuflichen Eisenbahner-Team ertüchtigt, sondern auch große Verkehrsmengen bewältigt. Die Eigenmittel der Kommunen sowie die Instandhaltungskosten-Zuschüsse vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg sind sehr gut angelegt", so Zwick: "Mit der Ablachtalbahn-Strecke leisten wir bereits jetzt einen Beitrag zur Verlagerung von Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene auch auf dem Land." Und Sauldorfs Bürgermeister Wolfgang Sigrist ergänzt: „Daneben ist die Ablachtalbahn für unsere Kommunen ein wichtiger Standortfaktor – sowohl für die beiden stahlverarbeitenden Werke in Sauldorf und Krauchenwies, aber auch für die Tourismuswirtschaft, die vom Ausflugsverkehr profitiert.“
Zusätzliche Güterzüge über Stockach in die Schweiz
Mit dem Güterverkehr geht es weiter aufwärts. So wird ab 8. Februar erstmals seit über einem Jahrzehnt auch der westliche Abschnitt Richtung Stockach (und weiter nach Radolfzell) mit Güterzügen planmäßig befahren werden: Das Eisenbahnverkehrsunternehmen SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrsgesellschaft mbH wird seinen regelmäßigen Zement-Güterverkehr Richtung Schweiz von Mengen nach Singen über die Ablachtalbahn leiten.
"Damit entlastet die Ablachtalbahn das dicht befahrene DB-Streckennetz, über das bisher dieser Güterverkehr abgewickelt wurde," so Eisenbahnbetriebsleiter Frank v. Meißner: "Die Ablachtalbahn unterstreicht damit eindrucksvoll ihre Rolle als Ausweichstrecke im süddeutschen Eisenbahn-Streckennetz."
Bahnverkehr auf der Ablachtalbah auch unter der Woche ab Februar
Anwohner und Autofahrer werden an der Ablachtalbahn ganz besonders zwischen Sauldorf und Stockach zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen: Von nun an ist dort auch unter der Woche damit zu rechnen, dass wieder Züge fahren. Einige Bahnübergänge besitzen keine Lichtzeichen („Ampeln“) oder Schranken, dort machen sich die Züge durch Pfeifsignale aufmerksam. Bei anderen Bahnübergängen gibt es nur rote Blinklichter ohne Schranken. Autofahrer werden daher gebeten, mit Vorsicht und Umsicht die Bahnübergänge zu überqueren.
Ausblick auf Biberbahn-Saison 2022
Auch im Personenverkehr ist die Ablachtalbahn ein voller Erfolg. Und dem Namen "Biberbahn" werden auch 2022 wieder die beliebten Ausflugszüge immer an Sonn- und Feiertagen fahren: "Am 1. Mai ist Saisonstart, und unser Team von Verein, Kommunen und Eisenbahnbetriebsleitung arbeitet schon fleißig daran, wieder ein attraktives Programm aufzustellen," sagt Severin Rommeler, 1. Vorsitzender des Fördervereins Ablachtalbahn e.V.. Neben der Zugbegleitung in der Biberbahn, die von Vereinsmitgliedern durchgeführt wird, unterstützt der Verein das Eisenbahninfrastrukturunternehmen bei Kontrollgängen und bei der Vegetationspflege entlang Strecke: „Wir werden in den kommenden Wochen wieder an der Strecke arbeiten und die Vegetation für den Zugverkehr zurückschneiden.“
Mehr Informationen zur Bahnstrecke gibt es unter www.messkirch.de/ablachtalbahn, die neuen Fahrpläne 2022 und Ausflugstipps der Biberbahn unter www.biberbahn.de
Zum Hintergrund zur Bahn
Die 40 km lange, oberschwäbische Ablachtalbahn Mengen – Stockach wurde nach langen Jahren der Diskussion Ende 2020 von den Anliegerkommunen Sauldorf und Meßkirch gekauft und wird seither von den beiden Kommunen als Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen betrieben. Finanziert wird die Ablachtalbahn durch Nutzungsentgelte der fahrenden Züge, Zuschüsse der Stadt Meßkirch und der Gemeinde Sauldorf sowie des Landkreises Sigmaringen. Der Löwenanteil wird allerdings gedeckt durch Instandhaltungskostenzuschüsse vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg. Ziel ist, die Strecke sowohl im Güterverkehr wie auch im Freizeitverkehr weiterzuentwickeln. Mittelfristig wird eine Reaktivierung im planmäßigen SPNV angestrebt, hierzu läuft eine Machbarkeitsstudie.
Original mit Bilder von Claudius Bernhard:https://www.lok-report.de/news/deutschl ... rkehr.html
Seit dem 1. März 2021 sind die Stadt Meßkirch und die Gemeinde Sauldorf als Betreiber für die Streckeninfrastruktur der Ablachtalbahn zwischen Mengen und Stockach zuständig. Zwischen März und Ende Dezember 2021 fuhren auf der kommunalen Eisenbahnstrecke insgesamt 256 Züge. Diese teilten sich auf in 89 Reise-, 162 Güterzüge und 5 Bahnunterhaltungsfahrten.
Positive Güterverkehrs-Bilanz 2021
Im Güterverkehr wurden von mehreren Eisenbahnverkehrsunternehmen insgesamt fast 45.000 Netto-Tonnen befördert. "Das Jahr 2021 war für unsere Bahnstrecke ein Rekordjahr, weil wir nicht nur viele tausend Tonnen Stahl für die Firma Tegometall transportiert haben, sondern auch etliche Festmeter Holz", freut sich Eisenbahnbetriebsleiter und technischer Leiter der Ablachtalbahn, Frank von Meißner. "Es war goldrichtig, die Gleisanlagen an der neu eingerichteten Ladestelle in Krauchenwies zu reaktivieren: Hier werden nicht nur fast täglich einzelne Wagen abgefertigt, die der planmäßige Stahlgüterzug einfach mitnimmt; mehrmals pro Monat fahren auch Ganzzüge mit Holz von Krauchenwies ab."
Von Meißner weiter: "Mit unserem kommunalen Eisenbahninfrastruktur-Unternehmen leisten wir aktiv einen Beitrag zum Klimaschutz: Denn der Gütertransport spart je nach Laufweg gegenüber der Straße rund 8 bis 12 Tonnen CO2 ein: und das pro Zug! Doch wir schützen nicht nur das Klima, sondern entlasten zugleich die Straßen in unserer Region vom Schwer-LKW-Verkehr.“ Weitere Verlademöglichkeiten bestehen übrigens auch im großzügigen Bahnhof Schwackenreute.
"Wir können stolz sein, was wir mit unserer kommunal betriebenen Ablachtalbahn im letzten Jahr erreicht haben", resümiert Arne Zwick, Bürgermeister der Stadt Meßkirch: "Nicht nur haben wir die Strecke mit unserem nebenberuflichen Eisenbahner-Team ertüchtigt, sondern auch große Verkehrsmengen bewältigt. Die Eigenmittel der Kommunen sowie die Instandhaltungskosten-Zuschüsse vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg sind sehr gut angelegt", so Zwick: "Mit der Ablachtalbahn-Strecke leisten wir bereits jetzt einen Beitrag zur Verlagerung von Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene auch auf dem Land." Und Sauldorfs Bürgermeister Wolfgang Sigrist ergänzt: „Daneben ist die Ablachtalbahn für unsere Kommunen ein wichtiger Standortfaktor – sowohl für die beiden stahlverarbeitenden Werke in Sauldorf und Krauchenwies, aber auch für die Tourismuswirtschaft, die vom Ausflugsverkehr profitiert.“
Zusätzliche Güterzüge über Stockach in die Schweiz
Mit dem Güterverkehr geht es weiter aufwärts. So wird ab 8. Februar erstmals seit über einem Jahrzehnt auch der westliche Abschnitt Richtung Stockach (und weiter nach Radolfzell) mit Güterzügen planmäßig befahren werden: Das Eisenbahnverkehrsunternehmen SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrsgesellschaft mbH wird seinen regelmäßigen Zement-Güterverkehr Richtung Schweiz von Mengen nach Singen über die Ablachtalbahn leiten.
"Damit entlastet die Ablachtalbahn das dicht befahrene DB-Streckennetz, über das bisher dieser Güterverkehr abgewickelt wurde," so Eisenbahnbetriebsleiter Frank v. Meißner: "Die Ablachtalbahn unterstreicht damit eindrucksvoll ihre Rolle als Ausweichstrecke im süddeutschen Eisenbahn-Streckennetz."
Bahnverkehr auf der Ablachtalbah auch unter der Woche ab Februar
Anwohner und Autofahrer werden an der Ablachtalbahn ganz besonders zwischen Sauldorf und Stockach zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen: Von nun an ist dort auch unter der Woche damit zu rechnen, dass wieder Züge fahren. Einige Bahnübergänge besitzen keine Lichtzeichen („Ampeln“) oder Schranken, dort machen sich die Züge durch Pfeifsignale aufmerksam. Bei anderen Bahnübergängen gibt es nur rote Blinklichter ohne Schranken. Autofahrer werden daher gebeten, mit Vorsicht und Umsicht die Bahnübergänge zu überqueren.
Ausblick auf Biberbahn-Saison 2022
Auch im Personenverkehr ist die Ablachtalbahn ein voller Erfolg. Und dem Namen "Biberbahn" werden auch 2022 wieder die beliebten Ausflugszüge immer an Sonn- und Feiertagen fahren: "Am 1. Mai ist Saisonstart, und unser Team von Verein, Kommunen und Eisenbahnbetriebsleitung arbeitet schon fleißig daran, wieder ein attraktives Programm aufzustellen," sagt Severin Rommeler, 1. Vorsitzender des Fördervereins Ablachtalbahn e.V.. Neben der Zugbegleitung in der Biberbahn, die von Vereinsmitgliedern durchgeführt wird, unterstützt der Verein das Eisenbahninfrastrukturunternehmen bei Kontrollgängen und bei der Vegetationspflege entlang Strecke: „Wir werden in den kommenden Wochen wieder an der Strecke arbeiten und die Vegetation für den Zugverkehr zurückschneiden.“
Mehr Informationen zur Bahnstrecke gibt es unter www.messkirch.de/ablachtalbahn, die neuen Fahrpläne 2022 und Ausflugstipps der Biberbahn unter www.biberbahn.de
Zum Hintergrund zur Bahn
Die 40 km lange, oberschwäbische Ablachtalbahn Mengen – Stockach wurde nach langen Jahren der Diskussion Ende 2020 von den Anliegerkommunen Sauldorf und Meßkirch gekauft und wird seither von den beiden Kommunen als Eisenbahn-Infrastruktur-Unternehmen betrieben. Finanziert wird die Ablachtalbahn durch Nutzungsentgelte der fahrenden Züge, Zuschüsse der Stadt Meßkirch und der Gemeinde Sauldorf sowie des Landkreises Sigmaringen. Der Löwenanteil wird allerdings gedeckt durch Instandhaltungskostenzuschüsse vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg. Ziel ist, die Strecke sowohl im Güterverkehr wie auch im Freizeitverkehr weiterzuentwickeln. Mittelfristig wird eine Reaktivierung im planmäßigen SPNV angestrebt, hierzu läuft eine Machbarkeitsstudie.
Original mit Bilder von Claudius Bernhard:https://www.lok-report.de/news/deutschl ... rkehr.html
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Fdl Josephslust
- Weichenputzer

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- Registriert: Fr 18. Nov 2022, 10:35
Neues von der Ablachtalbahn
Im Südkurier ist heute zu lesen, dass es für das alte Bahnhofsgebäude Schwackenreute mal wieder neue Nutzungspläne gibt.
Der Eigentümer des Geländes (Saratoga GmbH, Christian Bohnacker) plane eine Sanierung und Umnutzung zu elf Wohneinheiten und dem Neubau einer Nebenanlage. Dabei solle der Stil des alten Gebäuden erhalten bleiben.
In der Vergangenheit gab es bereits hoffnungsvolle Pläne, das ehemalige Bahnhofsgebäude zu einer Markthalle mit Café umzubauen.
Der Eigentümer des Geländes (Saratoga GmbH, Christian Bohnacker) plane eine Sanierung und Umnutzung zu elf Wohneinheiten und dem Neubau einer Nebenanlage. Dabei solle der Stil des alten Gebäuden erhalten bleiben.
In der Vergangenheit gab es bereits hoffnungsvolle Pläne, das ehemalige Bahnhofsgebäude zu einer Markthalle mit Café umzubauen.
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Fdl Josephslust
- Weichenputzer

- Beiträge: 12
- Registriert: Fr 18. Nov 2022, 10:35
Neues von der Ablachtalbahn:
Der SWR war Mitte August mit einem Kamerateam zu Gast im sonntäglichen Freizeitexpress Biberbahn zwischen Stockach und Mengen.
Herausgekommen ist ein knapp dreiminütiger Beitrag, der gestern Abend bei SWR Aktuell ausgestrahlt wurde:
Ehrenamtliche halten Regionalbahn am Leben und hadern mit der Bürokratie
Herausgekommen ist ein knapp dreiminütiger Beitrag, der gestern Abend bei SWR Aktuell ausgestrahlt wurde:
Ehrenamtliche halten Regionalbahn am Leben und hadern mit der Bürokratie
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Vielfahrer
- Örtlicher Betriebsleiter

- Beiträge: 4947
- Registriert: So 1. Aug 2010, 13:32
- Wohnort: Tübingen Weststadt
Re: Neues von der Ablachtalbahn:
Hallo,
der Beitrag des SWR ist meines Erachtens relativ oberflächlich gehalten. Es wird nicht erwähnt, dass die Landkreise Sigmaringen und Konstanz sich für ein attraktives Verkehrsangebot zwischen Sigmaringen und Stockach einsetzen. Im Frühjahr wurde dazu eine Regiobuslinie Stockach – Meßkirch ausgeschrieben, die an die Regiobuslinie Meßkirch – Sigmaringen anschließt. Die Landkreise haben vor, den Bereich zwischen Stockach und Sigmaringen grundsätzlich stündlich täglich von früh bis Mitternacht zu bedienen. Die Ablachtalbahn verkehrt zwar auch von Stockach bis Meßkirch und dann weiter über Krauchenwies nach Mengen, aber während die Regiobuslinie in Stockach mehrere Haltestellen auch in der Innenstadt und am Schulzentrum bedient, müssten Nutzer der Ablachtalbahn am Bahnhof in Stockach noch umsteigen. In Hindelwangen, Zizenhausen und Hoppetenzell bedienen der Regiobus und ggf. zusätzlich die Ablachbahn vergleichbare Potentiale, wobei die Zugangswege zum Bus deutlich günstiger sind und er doppelt soviele Haltestellen aufweist. In Schwackenreute hält der Zug am ehemaligen peripher gelegenen Bahnhof, der Bus hingegen ca. 1 km entfernt im kleinen Ort Schwackenreute. Dann biegt die Buslinie nach Krumbach ab und bedient den großen neuen Industriepark im Süden von Meßkirch. Hier handelt es sich also um ein gänzlich anderes Einzugsgebiet von Bahn und Bus. Ab Meßkirch fährt der Bus über Rohrdorf – Campus Galli – Engelswies – Vilsingen – Inzigkofen – Laiz nach Sigmaringen, während die Ablachtalbahn über Menningen nach Krauchenwies – Mengen verkehrt. Von den Pendlerzielen her ist die direkte Verbindung nach Sigmaringen bei der Kundschaft sehr beliebt, touristisch spielt auch die Anbindung des Campus Galli eine Rolle. In Sigmaringen verkehren die Regiobusse durch die Innenstadt bis zum Hohenzollern-Gymnasium, dem Kreiskrankenhaus und zur Bertha-Benz-Berufsschule im Norden Sigmaringens.
Eine Chance würde ich der Ablachtalbahn allenfalls dann geben, wenn die frühere Streckenführung ab Krauchenwies direkt nach Sigmaringen reaktiviert würde. Zwischen Krauchenwies und Sigmaringen verkehren aber viele Busse, auch die Regiobuslinie Überlingen – Pfullendorf – Krauchenwies – Sigmaringen, wobei in Krauchenwies ein neuer ZOB gebaut wurde, der in der Ortsmitte mehrere Buslinien miteinander verknüpft. Da müsste der Landkreis Sigmaringen schon das komplette Busliniennetz neu konzipieren, wenn es am Bahnhof Krauchenwies enden sollte.
Der bisherige Betreiber der Buslinie Stockach – Meßkirch – Krauchenwies (RAB) hat seine eigenwirtschaftliche Konzession vor 2 Jahren nicht weiter beantragt, weil die Nachfrage offenbar zu gering war. Und zwischen Krauchenwies und Mengen verkehren nur ganz wenige Busse eines privaten Busunternehmens, teils nur Rufbusse, da auch dieser Abschnitt nur schwach nachgefragt ist.
Dass die per Gutachten nachgewiesene Wirtschaftlichkeit der Reaktivierung hinterfragt wird, erscheint unter diesen Umständen verständlich.
Viele Grüße vom Vielfahrer
der Beitrag des SWR ist meines Erachtens relativ oberflächlich gehalten. Es wird nicht erwähnt, dass die Landkreise Sigmaringen und Konstanz sich für ein attraktives Verkehrsangebot zwischen Sigmaringen und Stockach einsetzen. Im Frühjahr wurde dazu eine Regiobuslinie Stockach – Meßkirch ausgeschrieben, die an die Regiobuslinie Meßkirch – Sigmaringen anschließt. Die Landkreise haben vor, den Bereich zwischen Stockach und Sigmaringen grundsätzlich stündlich täglich von früh bis Mitternacht zu bedienen. Die Ablachtalbahn verkehrt zwar auch von Stockach bis Meßkirch und dann weiter über Krauchenwies nach Mengen, aber während die Regiobuslinie in Stockach mehrere Haltestellen auch in der Innenstadt und am Schulzentrum bedient, müssten Nutzer der Ablachtalbahn am Bahnhof in Stockach noch umsteigen. In Hindelwangen, Zizenhausen und Hoppetenzell bedienen der Regiobus und ggf. zusätzlich die Ablachbahn vergleichbare Potentiale, wobei die Zugangswege zum Bus deutlich günstiger sind und er doppelt soviele Haltestellen aufweist. In Schwackenreute hält der Zug am ehemaligen peripher gelegenen Bahnhof, der Bus hingegen ca. 1 km entfernt im kleinen Ort Schwackenreute. Dann biegt die Buslinie nach Krumbach ab und bedient den großen neuen Industriepark im Süden von Meßkirch. Hier handelt es sich also um ein gänzlich anderes Einzugsgebiet von Bahn und Bus. Ab Meßkirch fährt der Bus über Rohrdorf – Campus Galli – Engelswies – Vilsingen – Inzigkofen – Laiz nach Sigmaringen, während die Ablachtalbahn über Menningen nach Krauchenwies – Mengen verkehrt. Von den Pendlerzielen her ist die direkte Verbindung nach Sigmaringen bei der Kundschaft sehr beliebt, touristisch spielt auch die Anbindung des Campus Galli eine Rolle. In Sigmaringen verkehren die Regiobusse durch die Innenstadt bis zum Hohenzollern-Gymnasium, dem Kreiskrankenhaus und zur Bertha-Benz-Berufsschule im Norden Sigmaringens.
Eine Chance würde ich der Ablachtalbahn allenfalls dann geben, wenn die frühere Streckenführung ab Krauchenwies direkt nach Sigmaringen reaktiviert würde. Zwischen Krauchenwies und Sigmaringen verkehren aber viele Busse, auch die Regiobuslinie Überlingen – Pfullendorf – Krauchenwies – Sigmaringen, wobei in Krauchenwies ein neuer ZOB gebaut wurde, der in der Ortsmitte mehrere Buslinien miteinander verknüpft. Da müsste der Landkreis Sigmaringen schon das komplette Busliniennetz neu konzipieren, wenn es am Bahnhof Krauchenwies enden sollte.
Der bisherige Betreiber der Buslinie Stockach – Meßkirch – Krauchenwies (RAB) hat seine eigenwirtschaftliche Konzession vor 2 Jahren nicht weiter beantragt, weil die Nachfrage offenbar zu gering war. Und zwischen Krauchenwies und Mengen verkehren nur ganz wenige Busse eines privaten Busunternehmens, teils nur Rufbusse, da auch dieser Abschnitt nur schwach nachgefragt ist.
Dass die per Gutachten nachgewiesene Wirtschaftlichkeit der Reaktivierung hinterfragt wird, erscheint unter diesen Umständen verständlich.
Viele Grüße vom Vielfahrer
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Frank v. Meissner
- Weichenputzer

- Beiträge: 2
- Registriert: So 6. Sep 2026, 16:30
Ablachtalbahn-Reaktivierung genau untersucht (und sinnvoll)
Lieber Uli G....,
der Kommentar wundert mich doch sehr – gerade von einem Fachmann, der nicht nur selbst einmal ein positives Gutachten zur Ablachtalbahn verfasst, sondern sich 2022 auch an der Vergabe der damaligen Machbarkeitsstudie beteiligt hat.
Zur Informationslage: Wir haben inzwischen Planungs- und Gutachterleistungen im Umfang von über 0,5 Mio. € erbringen lassen und sehr, sehr genaue Zahlen, sowohl zu den Kosten als auch zum verkehrlichen Nutzen. Die Fahrgastzahlen in Pkm wurden z.B. nicht pauschal geschätzt, sondern von der VWI Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart mbH mit einem eigens erstellten Verkehrsmodell ermittelt – und zwar für beide Varianten, sowohl Reaktivierung als auch RegioBus (Sig - Stockach), mit derselben Methodik. Die zitierte RegioBus-Achse Stockach – Meßkirch – Sigmaringen war also explizit Teil der Untersuchung, nicht ein von uns übersehener Nebenschauplatz. Das VWI ist als Gutachter m.E. über alle Zweifel erhaben: https://vwi-stuttgart.de/Profil-VWIGmbH.html
Wichtig auch: Reaktivierung heißt nicht Abschaffung der Buslinien. Bahn und Bus ergänzen sich, und das Verkehrsangebot verbessert sich damit insgesamt für die Landkreise Konstanz und Sigmaringen.
Zur Wirtschaftlichkeit: Auf Basis der Vorplanung nach Leistungsphase 2 HOAI wurde vom VWI nach der Verfahrensrichtlinie des BMV eine standardisierte Bewertung gerechnet. Ergebnis: Die Reaktivierung ist volkswirtschaftlich sinnvoll – obwohl wir bei den Kostenannahmen bewusst auf der sicheren Seite geblieben sind, etwa auch durch eine eigens beauftragte artenschutzrechtliche Bestandsaufnahme (die wir aufgrund der Erfahrungen der HHB im Landkreis Calw erstellen ließen, um nicht später böse überrascht zu werden).
Zu den im Kommentar im Detail beschriebenen Haltestellen- und Einzugsgebieten: Ein entscheidender Unterschied, den die reine Ortsbetrachtung nicht abbildet, ist die Umsteigefreiheit. Der von Meßkirch kommende Zug fährt ab Stockach ohne Umstieg weiter bis Radolfzell durch, während Busnutzer in Stockach immer umsteigen müssen. Dazu kommen Zuverlässigkeit, Komfort und Fahrradmitnahme des Zugs – Faktoren, die im Verkehrsmodell mit eingeflossen sind und die Fahrgastzahlen der Bahn gegenüber dem RegioBus signifikant höher ausfallen lassen.
Übrigens: Für das Geld, das der von Dir verteidigte Bilgertunnel (Pfaffensteigtunnel) kosten wird (10 Mrd.), könnte die Ablachtalbahn rd. 90 Mal reaktiviert werden (116 Mio. für Stockach - Meßkirch im Vollausbau). ÖPNV-Nachfrage spielt sich nicht nur auf den Rennstrecken der Metropolen ab, das übersehen manche grüne Freund*innen in Tübingen. Die Leute auf dem Land wollen auch einen adäquaten ÖPNV.
Nichts für ungut und viele Grüße
Frank von Meißner
der Kommentar wundert mich doch sehr – gerade von einem Fachmann, der nicht nur selbst einmal ein positives Gutachten zur Ablachtalbahn verfasst, sondern sich 2022 auch an der Vergabe der damaligen Machbarkeitsstudie beteiligt hat.
Zur Informationslage: Wir haben inzwischen Planungs- und Gutachterleistungen im Umfang von über 0,5 Mio. € erbringen lassen und sehr, sehr genaue Zahlen, sowohl zu den Kosten als auch zum verkehrlichen Nutzen. Die Fahrgastzahlen in Pkm wurden z.B. nicht pauschal geschätzt, sondern von der VWI Verkehrswissenschaftliches Institut Stuttgart mbH mit einem eigens erstellten Verkehrsmodell ermittelt – und zwar für beide Varianten, sowohl Reaktivierung als auch RegioBus (Sig - Stockach), mit derselben Methodik. Die zitierte RegioBus-Achse Stockach – Meßkirch – Sigmaringen war also explizit Teil der Untersuchung, nicht ein von uns übersehener Nebenschauplatz. Das VWI ist als Gutachter m.E. über alle Zweifel erhaben: https://vwi-stuttgart.de/Profil-VWIGmbH.html
Wichtig auch: Reaktivierung heißt nicht Abschaffung der Buslinien. Bahn und Bus ergänzen sich, und das Verkehrsangebot verbessert sich damit insgesamt für die Landkreise Konstanz und Sigmaringen.
Zur Wirtschaftlichkeit: Auf Basis der Vorplanung nach Leistungsphase 2 HOAI wurde vom VWI nach der Verfahrensrichtlinie des BMV eine standardisierte Bewertung gerechnet. Ergebnis: Die Reaktivierung ist volkswirtschaftlich sinnvoll – obwohl wir bei den Kostenannahmen bewusst auf der sicheren Seite geblieben sind, etwa auch durch eine eigens beauftragte artenschutzrechtliche Bestandsaufnahme (die wir aufgrund der Erfahrungen der HHB im Landkreis Calw erstellen ließen, um nicht später böse überrascht zu werden).
Zu den im Kommentar im Detail beschriebenen Haltestellen- und Einzugsgebieten: Ein entscheidender Unterschied, den die reine Ortsbetrachtung nicht abbildet, ist die Umsteigefreiheit. Der von Meßkirch kommende Zug fährt ab Stockach ohne Umstieg weiter bis Radolfzell durch, während Busnutzer in Stockach immer umsteigen müssen. Dazu kommen Zuverlässigkeit, Komfort und Fahrradmitnahme des Zugs – Faktoren, die im Verkehrsmodell mit eingeflossen sind und die Fahrgastzahlen der Bahn gegenüber dem RegioBus signifikant höher ausfallen lassen.
Übrigens: Für das Geld, das der von Dir verteidigte Bilgertunnel (Pfaffensteigtunnel) kosten wird (10 Mrd.), könnte die Ablachtalbahn rd. 90 Mal reaktiviert werden (116 Mio. für Stockach - Meßkirch im Vollausbau). ÖPNV-Nachfrage spielt sich nicht nur auf den Rennstrecken der Metropolen ab, das übersehen manche grüne Freund*innen in Tübingen. Die Leute auf dem Land wollen auch einen adäquaten ÖPNV.
Nichts für ungut und viele Grüße
Frank von Meißner
Die Regionenbahn GmbH:
Ihr Eisenbahndienstleister in Süddeutschland. Unser Ziel: Eisenbahnverkehre organisieren und durchführen, Eisenbahninfrastrukturen betreiben und weiterentwickeln.
https://regionenbahn.de/
Ihr Eisenbahndienstleister in Süddeutschland. Unser Ziel: Eisenbahnverkehre organisieren und durchführen, Eisenbahninfrastrukturen betreiben und weiterentwickeln.
https://regionenbahn.de/
-
officerc
- Weichenputzer

- Beiträge: 13
- Registriert: Mi 15. Nov 2023, 08:11
Re: Neues von der Ablachtalbahn:
Hallo,
also ich bin auch einigermaßen schockiert, hier solch eine "Expertise" zu lesen. Wenn du davon sprichst, dass sich der Landkreis Sigmaringen und Konstanz für einen guten Regiobus einsetzen... Meinst du damit, dass sie das alle 10 Jahre mal in den Nahverkehrsplan mit aufnehmen und dann 10 Jahre nichts tun? Dann hast du sicherlich Recht.
Und auch über das Argument, dass ein gestückelter Regiobus auf der Relation besser sein soll, erinnert mich doch sehr an Argumente aus den 1960er und 1970er Jahren und eigentlich dachte ich, da sei man mittlerweile weiter. Bei Distanzen über 20, 30 oder gar 40 km (Stockach - Sigmaringen) ist ein Bus denkbar unattraktiv. Niemand will diese Distanz über die Dörfer tingeln. Außerdem werden gerade massenhaft Geschwindigkeitsbeschränkungen in den Ortsdurchfahrten eingeführt, was die Busse nochmals verlangsamt. Ich bin nicht sicher, ob ein Regiobus überhaupt noch zuverlässig den Anschluss in Stockach und in Meßkirch herstellen kann.
Dazu kommen dann x nötige Umstiege. Diese Umstiege in Stockach sind aus Sicht Mühlingen, Hoppetenzell und Zizenhausen aber auch sicherlich aus der Meßkircher Sicht ein absolutes Hemmnis und ein großer Zeit und Bequemlichkeitsverlust. Die Anbindung an die Stockacher Innenstadt: geschenkt. Kostet sogar noch 5-6 min mehr, wenn man eigentlich nach Radolfzell/Konstanz/Singen will.
Und immer Studien einfordern und dann die Ergebnisse anzweifeln, wenn sie dem eigenen Gefühl nicht entsprechen, ist mal komplett daneben und da scheinst du vom eigenen Berufsstand nicht viel zu halten.
Beste Grüße aus Zizenhausen, wo der Einsatz der Landkreise Konstanz und Sigmaringen, den es anscheinend schon gibt, verzweifelt gesucht wird.
Edit: Wie gut die Busse im Vergleich abschneiden, kann man ja auch bei den leider zahlreichen SEV in der Region regelmäßig sehen. Der Seehäsle EV braucht i.d.R. 40 min statt 20 min. Bei anderen SEV ist das ja ähnlich. Und genau ein solcher Verkehr wird für alle nördlich von Stockach dann als attraktiv verkauft. Die Linie 7391 hat heute die Fahrtzeiten der Biberbahn, die mit 20,30 und maximal 50 km/h noch langsam fahren muss. Ein schnellerer Schienenverkehr würde dem Bus absolut davonfahren.
also ich bin auch einigermaßen schockiert, hier solch eine "Expertise" zu lesen. Wenn du davon sprichst, dass sich der Landkreis Sigmaringen und Konstanz für einen guten Regiobus einsetzen... Meinst du damit, dass sie das alle 10 Jahre mal in den Nahverkehrsplan mit aufnehmen und dann 10 Jahre nichts tun? Dann hast du sicherlich Recht.
Und auch über das Argument, dass ein gestückelter Regiobus auf der Relation besser sein soll, erinnert mich doch sehr an Argumente aus den 1960er und 1970er Jahren und eigentlich dachte ich, da sei man mittlerweile weiter. Bei Distanzen über 20, 30 oder gar 40 km (Stockach - Sigmaringen) ist ein Bus denkbar unattraktiv. Niemand will diese Distanz über die Dörfer tingeln. Außerdem werden gerade massenhaft Geschwindigkeitsbeschränkungen in den Ortsdurchfahrten eingeführt, was die Busse nochmals verlangsamt. Ich bin nicht sicher, ob ein Regiobus überhaupt noch zuverlässig den Anschluss in Stockach und in Meßkirch herstellen kann.
Dazu kommen dann x nötige Umstiege. Diese Umstiege in Stockach sind aus Sicht Mühlingen, Hoppetenzell und Zizenhausen aber auch sicherlich aus der Meßkircher Sicht ein absolutes Hemmnis und ein großer Zeit und Bequemlichkeitsverlust. Die Anbindung an die Stockacher Innenstadt: geschenkt. Kostet sogar noch 5-6 min mehr, wenn man eigentlich nach Radolfzell/Konstanz/Singen will.
Und immer Studien einfordern und dann die Ergebnisse anzweifeln, wenn sie dem eigenen Gefühl nicht entsprechen, ist mal komplett daneben und da scheinst du vom eigenen Berufsstand nicht viel zu halten.
Beste Grüße aus Zizenhausen, wo der Einsatz der Landkreise Konstanz und Sigmaringen, den es anscheinend schon gibt, verzweifelt gesucht wird.
Edit: Wie gut die Busse im Vergleich abschneiden, kann man ja auch bei den leider zahlreichen SEV in der Region regelmäßig sehen. Der Seehäsle EV braucht i.d.R. 40 min statt 20 min. Bei anderen SEV ist das ja ähnlich. Und genau ein solcher Verkehr wird für alle nördlich von Stockach dann als attraktiv verkauft. Die Linie 7391 hat heute die Fahrtzeiten der Biberbahn, die mit 20,30 und maximal 50 km/h noch langsam fahren muss. Ein schnellerer Schienenverkehr würde dem Bus absolut davonfahren.
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Frank v. Meissner
- Weichenputzer

- Beiträge: 2
- Registriert: So 6. Sep 2026, 16:30
Re: Neues von der Ablachtalbahn:
Ich bin auch überrascht über diese Diskussion.
Mit den selben Argumenten, mit denen Vielfahrer gegen die Ablachtalbahn argumentiert, wurde vor 24 Jahren gegen den Ringzug in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gewettert. Damals hieß es auch, der Bus könne die Aufgaben viel besser und viel günstiger als die Bahn übernehmen. Und der Ringzug fährt zum Teil durch ähnlich ländliche Strecken, wenn ich an Bräunlingen - Hüfingen oder an Fridingen - Tuttlingen denke.
Viele Grüße!
Mit den selben Argumenten, mit denen Vielfahrer gegen die Ablachtalbahn argumentiert, wurde vor 24 Jahren gegen den Ringzug in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg gewettert. Damals hieß es auch, der Bus könne die Aufgaben viel besser und viel günstiger als die Bahn übernehmen. Und der Ringzug fährt zum Teil durch ähnlich ländliche Strecken, wenn ich an Bräunlingen - Hüfingen oder an Fridingen - Tuttlingen denke.
Viele Grüße!
Die Regionenbahn GmbH:
Ihr Eisenbahndienstleister in Süddeutschland. Unser Ziel: Eisenbahnverkehre organisieren und durchführen, Eisenbahninfrastrukturen betreiben und weiterentwickeln.
https://regionenbahn.de/
Ihr Eisenbahndienstleister in Süddeutschland. Unser Ziel: Eisenbahnverkehre organisieren und durchführen, Eisenbahninfrastrukturen betreiben und weiterentwickeln.
https://regionenbahn.de/
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Vielfahrer
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Re: Neues von der Ablachtalbahn:
Hallo,
meine Argumentation beruht auf den öffentlich zugänglichen Ausschreibungsunterlagen, die die Landkreise Konstanz und Sigmaringen in ihrer Funktion als Aufgabenträger des straßengebundenen Nahverkehrs im Sommer diesen Jahres durchgeführt haben. Von Stockach Bf bis Meßkirch Adlerplatz dauert die Regiobus-Fahrt 36 Minuten, von Meßkirch Adlerplatz bis Sigmaringen Bahnhof 28 Minuten. Die Gesamtstrecke Stockach Bahnhof – Sigmaringen Bahnhof wird in der Regel stündlich in 66 Minuten incl. Umstieg in Meßkirch angeboten. Ich finde schon, dass dies ein attraktives Angebot ist, zumal es stündlich und täglich von 5 – 24 Uhr konzipiert ist (an Sa 1 Stunde später, an So 2 Stunden späterer Beginn). Soweit ich das erkennen kann, sind alle Schulverkehre berücksichtigt worden, daher auch die Bedienung in Stockach und in Sigmaringen bis zu den Schulzentren. Auch zwischen Meßkirch und Krauchenwies wird ein Stundentakt eingerichtet, welcher alle Ortschaften incl. Ablach bedient und in Krauchenwies bis zu den Schulen verkehrt, in Meßkirch ebenfalls ab Gymnasium, Realschule oder Conradin-Kreutzer-Schule.
Es entzieht sich meiner Kenntnis, wer diese Fahrpläne konzipiert hat, sie passen aber sehr gut auf den Bedarf der Ausbildungs- wie Berufspendler und bedienen mit weiteren Linien den Schulstandort Wald oder auch Sauldorf-Rast und Pfullendorf. Von daher sehe ich nicht, dass es sich um irgendwelche Vorstellungen handelt, die vielleicht in 10 Jahren kommen oder nicht. Die Betriebsaufnahme ist im kommenden Jahr vorgesehen. Welches Verkehrsunternehmen die Linien im Südwesten des Landkreises Sigmaringen zukünftig betreiben wird, wird durch die Ausschreibung ermittelt. Bislang bedient die KVB Sigmaringen den Verkehr in diesem Raum. Der RAB hat sich mangels ausreichender Fahrgastnachfrage von der Buslinie Stockach - Meßkirch - Krauchenwies zurückgezogen.
Ob für den hier skizzierten Nutzerkreis eine stündliche Verbindung Radolfzell – Mengen incl. Umstieg in Mengen nach Sigmaringen ebenso attraktiv ist, wird sich zeigen, wenn dann einmal die Ablachtalbahn in Betrieb ist.
Viele Grüße vom Vielfahrer
meine Argumentation beruht auf den öffentlich zugänglichen Ausschreibungsunterlagen, die die Landkreise Konstanz und Sigmaringen in ihrer Funktion als Aufgabenträger des straßengebundenen Nahverkehrs im Sommer diesen Jahres durchgeführt haben. Von Stockach Bf bis Meßkirch Adlerplatz dauert die Regiobus-Fahrt 36 Minuten, von Meßkirch Adlerplatz bis Sigmaringen Bahnhof 28 Minuten. Die Gesamtstrecke Stockach Bahnhof – Sigmaringen Bahnhof wird in der Regel stündlich in 66 Minuten incl. Umstieg in Meßkirch angeboten. Ich finde schon, dass dies ein attraktives Angebot ist, zumal es stündlich und täglich von 5 – 24 Uhr konzipiert ist (an Sa 1 Stunde später, an So 2 Stunden späterer Beginn). Soweit ich das erkennen kann, sind alle Schulverkehre berücksichtigt worden, daher auch die Bedienung in Stockach und in Sigmaringen bis zu den Schulzentren. Auch zwischen Meßkirch und Krauchenwies wird ein Stundentakt eingerichtet, welcher alle Ortschaften incl. Ablach bedient und in Krauchenwies bis zu den Schulen verkehrt, in Meßkirch ebenfalls ab Gymnasium, Realschule oder Conradin-Kreutzer-Schule.
Es entzieht sich meiner Kenntnis, wer diese Fahrpläne konzipiert hat, sie passen aber sehr gut auf den Bedarf der Ausbildungs- wie Berufspendler und bedienen mit weiteren Linien den Schulstandort Wald oder auch Sauldorf-Rast und Pfullendorf. Von daher sehe ich nicht, dass es sich um irgendwelche Vorstellungen handelt, die vielleicht in 10 Jahren kommen oder nicht. Die Betriebsaufnahme ist im kommenden Jahr vorgesehen. Welches Verkehrsunternehmen die Linien im Südwesten des Landkreises Sigmaringen zukünftig betreiben wird, wird durch die Ausschreibung ermittelt. Bislang bedient die KVB Sigmaringen den Verkehr in diesem Raum. Der RAB hat sich mangels ausreichender Fahrgastnachfrage von der Buslinie Stockach - Meßkirch - Krauchenwies zurückgezogen.
Ob für den hier skizzierten Nutzerkreis eine stündliche Verbindung Radolfzell – Mengen incl. Umstieg in Mengen nach Sigmaringen ebenso attraktiv ist, wird sich zeigen, wenn dann einmal die Ablachtalbahn in Betrieb ist.
Viele Grüße vom Vielfahrer
-
officerc
- Weichenputzer

- Beiträge: 13
- Registriert: Mi 15. Nov 2023, 08:11
Re: Neues von der Ablachtalbahn:
Bei aller Liebe, das sind keine attraktiven Zeiten. Wie gesagt, diese Zeiten erreicht man heute schon. Selbst mit der Biberbahn schaffe ich Stockach-Sigmaringen heute schon in 65 min. Nach einem Ausbau wäre es vermutlich selbst mit dem Umweg über Mengen schneller. Also mit dem Auto brauche ich Stockach -> Meßkirch ca. 20-25 min. Da sind die 36 min mit dem Bus nicht grottenschlecht aber wirklich gut sind sie auch nicht. Die Bahn kann das in 24 min, ist also auf Höhe mit dem Auto. Die beiden Schulen sind von den jeweiligen Haltepunkten Meßkirch Süd und Meßkirch auch nicht weit entfernt.
Hier mal die Überschrift und der erste Satz auf der offiziellen Webseite der Regiobusse vom Verkehrsministerium:
Regiobusse als Ergänzung zur Schiene
Regiobusse schließen Lücken im Nahverkehr in Baden-Württemberg. Wo keine Schienen liegen, verbinden sie Städte und Gemeinden.
Vor diesem Hintergrund einen Regiobus auf der Achse Stockach - Meßkirch - Krauchenwies - Mengen zu fordern, ist geradezu absurd. Ich kenne die formalen Förderbedingungen nicht. Aber eigentlich schließt sich das für mich aus. Und ob das schwarze Verkehrsministerium bei den Regiobussen so spendabel bleibt, ist auch noch nicht ausgemacht. Schließlich war das Hermanns Projekt und Hermann und Razavi sind nicht als Freunde bekannt. Ich bin ziemlich sicher, dass in den nächsten Jahren der ein oder andere Regiobus dem Rotstift zum Opfer fallen wird, weil das Land nur wenige Jahre fördert und entsprechend nicht verlängert.
Gerne als Überbrückungsangebot, bis die Bahn dann fährt. Denn grundsätzlich mag ich das Konzept der Regiobusse. Aber eben nur dort, wo es nicht anders geht. Sigmaringen-Überlingen ist da ein schönes Beispiel. Aber selbst dieser hocherfolgreiche Regiobus hat doch eher die Fahrgastzahlen einer unterdurchschnittlichen Regionalbahn. Und dass das so günstig zu produzieren ist, stimmt ja auch nicht.
Edit: Diese Regiobus-Engergie würde ich viel lieber in der Relation Tuttlingen-Stockach-Ludwigshafen sehen. Da sehe ich leider nicht viel Bewegung obwohl es hier wirklich sinnvoll wäre. Der Bus 103 ist heute schon konkurrenzfähig mit dem Auto, verkehrt aber nur 3-4 mal am Tag und ist so doch wieder nutzlos.
Hier mal die Überschrift und der erste Satz auf der offiziellen Webseite der Regiobusse vom Verkehrsministerium:
Regiobusse als Ergänzung zur Schiene
Regiobusse schließen Lücken im Nahverkehr in Baden-Württemberg. Wo keine Schienen liegen, verbinden sie Städte und Gemeinden.
Vor diesem Hintergrund einen Regiobus auf der Achse Stockach - Meßkirch - Krauchenwies - Mengen zu fordern, ist geradezu absurd. Ich kenne die formalen Förderbedingungen nicht. Aber eigentlich schließt sich das für mich aus. Und ob das schwarze Verkehrsministerium bei den Regiobussen so spendabel bleibt, ist auch noch nicht ausgemacht. Schließlich war das Hermanns Projekt und Hermann und Razavi sind nicht als Freunde bekannt. Ich bin ziemlich sicher, dass in den nächsten Jahren der ein oder andere Regiobus dem Rotstift zum Opfer fallen wird, weil das Land nur wenige Jahre fördert und entsprechend nicht verlängert.
Gerne als Überbrückungsangebot, bis die Bahn dann fährt. Denn grundsätzlich mag ich das Konzept der Regiobusse. Aber eben nur dort, wo es nicht anders geht. Sigmaringen-Überlingen ist da ein schönes Beispiel. Aber selbst dieser hocherfolgreiche Regiobus hat doch eher die Fahrgastzahlen einer unterdurchschnittlichen Regionalbahn. Und dass das so günstig zu produzieren ist, stimmt ja auch nicht.
Edit: Diese Regiobus-Engergie würde ich viel lieber in der Relation Tuttlingen-Stockach-Ludwigshafen sehen. Da sehe ich leider nicht viel Bewegung obwohl es hier wirklich sinnvoll wäre. Der Bus 103 ist heute schon konkurrenzfähig mit dem Auto, verkehrt aber nur 3-4 mal am Tag und ist so doch wieder nutzlos.
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Vielfahrer
- Örtlicher Betriebsleiter

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Re: Neues von der Ablachtalbahn:
Hallo officerc,
an Deiner Argumentation stimmt irgendetwas nicht. Der aktuelle Fahrplan weist zwischen Stockach und Mengen (41 km) bei allen 3 Zugpaaren je Richtung 72 Minuten Fahrzeit aus. Mit passendem Umstieg in Mengen dauert die Fahrt bis Sigmaringen in der Regel 91 Minuten. Sicherlich wäre es sinnvoll, die Regiobuslinie von Stockach nach Sigmaringen durchzubinden. Dies scheitert daran, dass der Abschnitt Meßkirch - Wald - Pfullendorf heute an die Regiobuslinie Sigmaringen - Meßkirch in der Regel umsteigefrei angehängt ist. Da über Wald am Wochenende keine Bedienung mit Linienbussen erfolgt, sieht die Ausschreibung der Landkreise Sigmaringen und Konstanz immerhin am Wochenende umsteigefreie Regiobusse Sigmaringen - Meßkirch - Stockach vor, auch in den Abendstunden unter der Woche ist dies teilweise der Fall. Die Fahrzeit liegt bei 66 Minuten. Durch eine Beschleunigung der Ablachtalbahn müssten also mindestens 25 Minuten Fahrzeit herausgeholt werden, womit Stockach - Mengen dann anstatt in 72 Minuten in ca. 47 Minuten machbar sein müsste.
Ich wüsste auch niemanden, der eine Regiobuslinie Stockach - Meßkirch - Mengen fordert. Kannst Du da Quellen benennen? Insbesondere zwischen Krauchenwies und Mengen ist die Nachfrage dürftig. Noch vor einigen Jahren verkehrte hier nur sporadisch ein Kleinbus, der eine Hand voll Schüler aus dem Raum Mengen in die Klosterschule in Wald beförderte. Von Mengen aus betrachtet gibt es 14 Relationen, in denen die Nachfrage von (sozialversicherungspflichtigen) Pendlern größer ist als nach Meßkirch. Und Meßkirch selbst ist auf Pfullendorf, Sigmaringen und Tuttlingen ausgerichtet. Auch aus diesem Grund tragen sich ja die Landkreise Sigmaringen und Tuttlingen mit dem Gedanken, eine Regiobuslinie zwischen Tuttlingen und Meßkirch einzurichten. Die von nicht wenigen Schweizern besuchte Attraktion Campus Galli könnte dann ab Zürich mit nur einem Umstieg in Tuttlingen stündlich erreicht werden. Ob sich eine alternative Verbindung mit Umstiegen in Singen, Radolfzell, ggf. Stockach und in Meßkirch durchsetzen könnte, bezweifle ich.
Völlig recht hast Du mit der Erwähnung einer Regiobuslinie Tuttlingen - Stockach - Ludwigshafen. Diese würde insbesondere für den Raum Stockach einen großen Gewinn bringen, weil man via Tuttlingen den schnellsten Zugang in Richtung Stuttgart hätte. Aber auch für den Raum Tuttlingen, den es am Wochenende häufig in die Bodensee-Region zieht, wäre eine durchgehende stündliche Linie bis Ludwigshafen attraktiv.
Bislang ist dies daran gescheitert, dass es im Landkreis Tuttlingen keine kreisüberschreitenden Buslinien mehr gab. Die Linie 103, die werktags einige mal verkehrt, wurde vom Landkreis Konstanz geplant. Einen Sinn macht die Regiobuslinie aber nur dann, wenn sie schnell verkehrt. Hier muss man sehen, dass die Gemeinde Emmingen-Liptingen heißt und eine Mitbedienung Emmingens viel Zeit kosten würde.
Viele Grüße vom Vielfahrer
an Deiner Argumentation stimmt irgendetwas nicht. Der aktuelle Fahrplan weist zwischen Stockach und Mengen (41 km) bei allen 3 Zugpaaren je Richtung 72 Minuten Fahrzeit aus. Mit passendem Umstieg in Mengen dauert die Fahrt bis Sigmaringen in der Regel 91 Minuten. Sicherlich wäre es sinnvoll, die Regiobuslinie von Stockach nach Sigmaringen durchzubinden. Dies scheitert daran, dass der Abschnitt Meßkirch - Wald - Pfullendorf heute an die Regiobuslinie Sigmaringen - Meßkirch in der Regel umsteigefrei angehängt ist. Da über Wald am Wochenende keine Bedienung mit Linienbussen erfolgt, sieht die Ausschreibung der Landkreise Sigmaringen und Konstanz immerhin am Wochenende umsteigefreie Regiobusse Sigmaringen - Meßkirch - Stockach vor, auch in den Abendstunden unter der Woche ist dies teilweise der Fall. Die Fahrzeit liegt bei 66 Minuten. Durch eine Beschleunigung der Ablachtalbahn müssten also mindestens 25 Minuten Fahrzeit herausgeholt werden, womit Stockach - Mengen dann anstatt in 72 Minuten in ca. 47 Minuten machbar sein müsste.
Ich wüsste auch niemanden, der eine Regiobuslinie Stockach - Meßkirch - Mengen fordert. Kannst Du da Quellen benennen? Insbesondere zwischen Krauchenwies und Mengen ist die Nachfrage dürftig. Noch vor einigen Jahren verkehrte hier nur sporadisch ein Kleinbus, der eine Hand voll Schüler aus dem Raum Mengen in die Klosterschule in Wald beförderte. Von Mengen aus betrachtet gibt es 14 Relationen, in denen die Nachfrage von (sozialversicherungspflichtigen) Pendlern größer ist als nach Meßkirch. Und Meßkirch selbst ist auf Pfullendorf, Sigmaringen und Tuttlingen ausgerichtet. Auch aus diesem Grund tragen sich ja die Landkreise Sigmaringen und Tuttlingen mit dem Gedanken, eine Regiobuslinie zwischen Tuttlingen und Meßkirch einzurichten. Die von nicht wenigen Schweizern besuchte Attraktion Campus Galli könnte dann ab Zürich mit nur einem Umstieg in Tuttlingen stündlich erreicht werden. Ob sich eine alternative Verbindung mit Umstiegen in Singen, Radolfzell, ggf. Stockach und in Meßkirch durchsetzen könnte, bezweifle ich.
Völlig recht hast Du mit der Erwähnung einer Regiobuslinie Tuttlingen - Stockach - Ludwigshafen. Diese würde insbesondere für den Raum Stockach einen großen Gewinn bringen, weil man via Tuttlingen den schnellsten Zugang in Richtung Stuttgart hätte. Aber auch für den Raum Tuttlingen, den es am Wochenende häufig in die Bodensee-Region zieht, wäre eine durchgehende stündliche Linie bis Ludwigshafen attraktiv.
Bislang ist dies daran gescheitert, dass es im Landkreis Tuttlingen keine kreisüberschreitenden Buslinien mehr gab. Die Linie 103, die werktags einige mal verkehrt, wurde vom Landkreis Konstanz geplant. Einen Sinn macht die Regiobuslinie aber nur dann, wenn sie schnell verkehrt. Hier muss man sehen, dass die Gemeinde Emmingen-Liptingen heißt und eine Mitbedienung Emmingens viel Zeit kosten würde.
Viele Grüße vom Vielfahrer