Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

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Sam7C7
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Sam7C7 »

Hallo,

heute ist in der Schwäbischen mal wieder etwas zum Thema Ringzug 2.0 erschienen. Es geht um den angedachten Haltepunkt in der Tuttlinger Stadtmitte, von welchem man nach einem ca. 300 m Fußweg direkt auf dem Marktplatz in der Innenstadt wäre.

Artikel Schwäbische Zeitung (Paywall)

Neben der Diskussion, dass der Haltepunkt aus Wirtschaftlichkeitsgründen alles andere als gesetz sei, finde ich besonders die Aussagen zur Zeitschiene mal wieder interessant. Baubeginn in 5 bis 6 Jahren, Abschluss 2031/2032. In den Ausschreibungsunterlagen geht man frühstens von der Fertigstellung im Dezember 2033 aus. Matthias Gastel (MdB) hat kürzlich in seinem Newsletter im Zusammenhang mit einer anderen Maßnahme des Ringzugs 2.0 (Elektrifizierung Alemannenbahn) vom Abschluss 2027 gesprochen. Hier scheint jeder seine ganz eigenen Vorstellungen zu haben..

Viele Grüße und einen guten Start in die neue Woche
Sam7C7 *:-)*
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Christian
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Christian »

Frage mich, warum man den Ringzug 2.0 nicht mit Hybrid-Fahrzeugen betreibt. Für was Oberleitung bauen, wenn man die wenigen km
auf Batterie fahren könnte. In Kinzigtal macht man es doch auch so *verwirrt2*
Grüße,
Christian
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Villinger
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Villinger »

Christian hat geschrieben: Di 31. Jan 2023, 05:40 Frage mich, warum man den Ringzug 2.0 nicht mit Hybrid-Fahrzeugen betreibt. Für was Oberleitung bauen, wenn man die wenigen km
auf Batterie fahren könnte. In Kinzigtal macht man es doch auch so *verwirrt2*
Naja, langfristig gesehen ist die Oberleitung sicher sinnvoller und wirtschaftlicher als für einen Übergangszeitraum BEMU zu beschaffen. Im Ortenaunetz gibt es ja deutlich längere Strecken die elektrifiziert werden müssten, während es hier in der Region nur kleinere Lücken sind. Und der Bund derzeit ohne Ende subventioniert, wenn aus der Region die Initiative kommt und vorgestreckt wird im Sinne von Planungsfinanzierung.

Bahnintern habe ich übrigens einen Artikel vom Dezember gefunden, wo über den Planungsstand informiert wurde, dieser läuft derzeit im Zeitplan. Mitte November gab es auch einen runden Tisch aller Beteiligten im LRA VS, wo über den aktuellen Stand berichtet wurde.
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Christian
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Christian »

Ok, würde es aber nicht vielleicht Sinn ergeben übergangsweise im Ringzug BEMU-Fahrzeuge einzusetzen?
Selbst wenn dann der Ring elektrisch geschlossen ist, könnte das Land diese Fahrzeuge sicher wo anders einsetzen.

Das Ideale Testgebiet hätten wir ja *verwirrt2*
Grüße,
Christian
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

bei der Bearbeitung der Studie Ringzug 2.0 hat sich SMA natürlich auch mit der Fahrzeugfrage auseinander gesetzt. Es gab eine vergleichende Betrachtung von Diesel-RegioShuttle, Elektro-Triebwagen, Hybrid-Triebwagen (z.B. batterieelektrische Typen, Wasserstoff usw.). Wenn ich mich richtig entsinne, war die Empfehlung ganz klar, auf Elektro-Triebwagen zu setzen, weil diese auf anspruchsvollen Strecken (z.B. eingleisige stark befahrene Gäubahn) besser beschleunigen können. Außerdem sollen ja im Großraum Stuttgart sukzessive Doppelstockzüge eingesetzt werden, d.h. die heute eingesetzten neuwertigen Elektrotriebwagen werden dann u.a. ins Ringzuggebiet verschoben, da sie ja alles andere als alt sind.
Ein weiterer Gesichtspunkt ist es, dass die Elektrifizierung von Strecken vom Bund zum größten Anteil finanziert wird, während bei Investitionen in Fahrzeuge ein nicht geringer Teil beim Besteller hängen bleibt. Außerdem sind schon heute große Teile des Ringzuggebiets elektrifiziert, so dass es sich tatsächlich weitestgehend nur um kürzere Lückenschlüsse handelt und der Vorteil dann genutzt werden kann, die Fahrzeuge recht freizügig einsetzen zu können.

Gerade etwa im Bahnhof Villingen lässt sich auch gut erleben, wie leise die Breisgau-S-Bahnen verkehren, während die Diesel-Regio-Shuttle dagegen recht laut sind. Insofern denke ich, dass der Grundsatzentscheid, auf Elektrofahrzeuge zu setzen, absolut richtig ist. Hinzu kommt noch, dass zukünftig der MEX aus Stuttgart umsteigefrei über Rottweil bis Villingen bzw. Villingen-West gefahren werden soll. Dies ist ja nur mit einem Fahrdraht zwischen Rottweil und Villingen sinnvoll. Und wenn das Streckenstück Immendingen - Tuttlingen elektrifiziert ist, gibt es Überlegungen, eine Express-S-Bahn von Freiburg nach Tuttlingen zu führen und dafür die Diesel-Züge zwischen Ulm und Donaueschingen auf Tuttlingen einzukürzen. Dadurch entsteht in Tuttlingen ein perfekter Nullknoten in alle vier Himmelsrichtungen.

Die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg profitiert also nicht nur von einem elektrischen Ringzug-System, es werden sich auch die Anbindungen in Richtung Zürich, Stuttgart, Ulm und Freiburg zukünftig attraktiver gestalten.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von KBS720 »

Nabend,

tja und wenn die Eisenbahnentwickelung nicht immer nur mit elendigen (Nahverkehrs) Einzelprojekten geplant werden würde, würde man auch das große und ganze sehen, dass zum Beispiel Güterzüge via Allemannenbahn auch elektrisch geführt werden könnten. Das würden sich im Bereich des Nahverkehrs mit Blick auf die 249 sehr schöne Lastmileangebote bieten, wenn bis kurz vor den Kunde gestromt werden kann. Ebenso würde die Führung der Villinger Übergabe übers Gäubahn ohne Schlenker via Engen möglich werden. Was dann wirtschaftlich und kilometertechnisch unschlagbar wäre.

Überhaupt sollte man schauen, so viele Lückenschlüsse wie möglich zu machen. Stichstrecke und sonstige Strecken ab vom Schuss mit schwieriger Trassierung wie das Kinzigtal sollte man eher auf den Prüfstand stellen.

Grüße Andreas
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Sam7C7 »

Hallo,

nach längerer Pause gibt es mal wieder ein Update zum Thema Ringzug 2.0. Am 19.04.2023 wird Herr Kreuzer von der DB Netz AG den aktuellen Stand der Planungen dem Ausschuss für Mobilität und Verkehr in öffentlicher Sitzung im Tuttlinger Landratsamt vorstellen.

Es wird unter anderem auf folgende für den Kreis Tuttlingen relevante Themen eingegangen:
  • Zeitplan und Stand des Projekts
  • Update Betriebsstudie D4S
  • Trossinger Eisenbahn
  • Ringzugverlängerung nach Geisingen/Gutmandingen
Erfreulich ist, dass sich das Projekt wohl aktuell noch im Zeitplan befindet und sogar Maßnahmen zur Beschleunigung diskutiert werden. Wie realistisch diese Szenarien sind, wird sich zeigen. Einen Grund für überschwängliche Euphorie stellen sie sicher nicht dar, wenn dann geht es nur um eine Inbetriebnahme Ende 2031 und nicht Ende 2033. Mit den ersten Entwürfen der Vorplanung ist in Q1/2024 zu rechnen. Das Thema Kosten wird im ganzen Projekt natürlich eine besondere Rolle spielen und sich zunehmend verschärfen. So wird vermutlich auch die optionale Verlängerung des Ringzugs nach Geisingen/Gutmadingen daran scheitern.

Besonders interessant findet ich noch die Inhalte zur Betriebsstudie. Bisher sah das Konzept D4S vor, dass sich die Ringzüge im 30er Knoten im Bahnhof Tuttlingen treffen. Das funktioniert wohl für Rottweil - Tuttlingen nicht, also muss dieser wieder in den 0 Knoten. Aus dieser Erkenntnis gehen die verschiedenen Maßnahmen hervor, die in der Ausschreibung der Vorplanung plötzlich aufgetaucht sind, wie das neue 6. Gleis in Tuttlingen. Warum konnte diese Konflikte nicht eigentlich SMA schon bei der Erarbeitung der Konzepte erkennen? Was ist heute anders als noch vor ein paar Jahren?

Die ganzen Details sind in der Sitzungsunterlage hier nachzulesen: Link
Vielleicht gibt es nach dem Termin auch noch weitere Unterlagen oder Präsentationen.
Viele Grüße
Sam7C7 *:-)*
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Villinger
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Re: Ringzug 2.0 Vermessung und Bestandsaufnahme

Beitrag von Villinger »

Ich habe es nach Veröffentlichung beim Kreis auch schon auf DSO verbreitet, sehr gespannt bin ich auf die Beendigung der Vorplanung und die dann folgende standardisierte Bewertung. Besonders mit der geplanten umschaltbaren Oberleitung in Trossingen wäre das ein Meilenstein, wenn das so kommen sollte.
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