Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Strecken in Baden-Württemberg, die unten nich aufgeführt sind.
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Vielfahrer
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Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

nach Monaten mit Schienenersatzverkehren zeichnet sich langsam im Ammertal dessen Ende ab. Wie der Zweckverband ÖPNV im Ammertal im heutigen Schwäbichen Tagblatt informiert, wird die inzwischen elektrifizierte Strecke ab kommendem Montag, 7. November dauerhaft unter Strom gesetzt. Ab dem 9. November sollen dann Test- und Schulungsfahrten mit den Elektrozügen beginnen, ehe ab Dezember dann mit dem Fahrplanwechsel der reguläre elektrische Bahnverkehr aufgenommen werden soll. In den ersten Monaten werden aber auch noch RegioShuttle unterwegs sein, da elektrische Fahrzeuge noch nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen.

Vor einigen Wochen hatten sich Anwohner darüber beschwert, dass die Bahnsteige trotz fehlendem Zugangebot die Nacht durch beleuchtet werden. Der Zweckverband begründete dies mit Sicherheitsargumenten, denn in den zahlreichen SEV-Bussen würden keine Fahrkarten verkauft, also müssten Kunden zunächst zu den Fahrkartenautomaten - auch zu später Stunde - gehen können. Ohne ausgeleuchtete Bahnsteige sei dies gefährlich. Seit Wochen aber, so habe ich festgestellt, ist der Fahrkartenautomat am Tübinger Westbahnhof defekt oder abgeschaltet, der Bahnsteig jedoch auch des nachts hell erleuchtet.

Die zahlreichen eingesetzten Busse (109 Fahrtenpaare an Schultagen) sind in der Regel gut besetzt. Nachdem bei der SWEG via Nürtingen bau- und streikbedingt auch kein regulärer Verkehr läuft, ist das Ammertal neben der Direktfahrt per SEV zum Flughafen eine derzeit wenigstens streikfreie Alternative.

Viele Grüße vom Vielfahrer
Vielfahrer
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Am 28. November geht die Ammertalbahn wieder in Betrieb

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

wie im Schwäbischen Tagblatt Tübingen zu lesen war, wird ab Montag (28.11.2022) die Ammertalbahn nach mehrfachen monatelangen Unterbrechungen wieder in Betrieb genommen werden. Es deckt sich dies mit den Informationen an den SEV-Bushaltestellen, da der SEV dort bis auf den 27.11.22 befristet ist. Ganztägig wird ein 30-Minuten-Takt gefahren, der an Mo-Fr im Abschnitt Tübingen - Entringen zu den Hauptverkehrszeiten auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet wird. Hauptsächlich aus diesem Grund, aber auch um in Herrenberg etwas flexibler auf verspätete S-Bahnen warten zu können, wurden zwei Doppelspurabschnitte zwischen Altingen und Entringen sowie zwischen Unterjesingen und der Ammerbrücke bei der Domäne Ammerhof gebaut. Rund 1,5 km östlich des Bahnhofs Altingen in Fahrtrichtung Entringen bleiben weiterhin eingleisig. Der Bahnhof Altingen ist für Bauzwecke mit einem zweiten Gleis ausgestattet worden. Es gibt Forderungen, dieses zweite Gleis dauerhaft beizubehalten.

In den zurückliegenden gut 22 Jahren seit der Reaktivierung des über 30 Jahre stillgelegten Abschnitts Entringen - Herrenberg haben sich die Fahrgastzahlen kontinuierlich erhöht. Unmittelbar vor Corona nutzten rund 8.000 Fahrgäste werktäglich die Bahnlinie, danach brach wegen Corona, baubedingter Unterbrechung und auch unzuverlässiger Betriebsqualität die Nachfrage deutlich ein. Wenn nunmehr auf deutlich verbesserter Infrastruktur ein stabiler Betrieb incl. den Anschlüssen in Herrenberg, Tübingen und unterwegs auf diverse Buslinien hergestellt wird, könnten es schon bald über 10.000 Fahrgäste täglich werden.

Viele Grüße vom Vielfahrer
Karl Müller
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Re: Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Beitrag von Karl Müller »

Ich bin gespannt ob DB regio es fertig bringt den Betrieb aufzunehmen, es wurde bisher nach allen lnagen Bausperrungen vergurkt, Fahrzeugmangel, Signal und BÜ-Störungen und so. Und, bei der jetztigen Personallage dürfen sich die Fahrgäste durchaus auf weitere Zugausfälle einstellen, die 440 müssen von Ulm zugeführt werden, vermutlich per Leerfahrt (?). Und, was die FiBa Ulm so leistet ( oder auch nicht) weiß jeder hier im Forum, allein die Eröffnung wird funktinieren.
Und, Vielfahrer - war in dem von dir zitierten Artikel nichts von der Ermstalbahn zu lesen?
In Metzingen liegt kein 4. Gleis, Kein zusätzlicher Bahnsteig, am BÜ in Metzingen zum Ermstal KEINE Oberleitung.
Also, In Metzingen sieht es mau aus, ebenso die Neuen Haltepunkte der RSBNA, leider seit dem Frühjahr kein Baufortschritt.
Das Ammertal ist dem Ermstal vorraus!
MFG Oli
Vielfahrer
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Re: Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo Oli,

in einem anderen Artikel war zu lesen, dass es Probleme mit der für das Ammertal und das Ermstal zuständigen Betriebsstelle in Dettingen-Gsaidt gibt. Aus diesem Grund soll zunächst nur ein Stundentakt zwischen Herrenberg und Bad Urach verkehren, der zwischen Herrenberg und Tübingen auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet wird (in der HVZ auf einen 15-Minuten-Takt). Bis im Ermstal der 30-Minuten-Takt verkehren wird, dürfte es also weit in das Jahr 2023 hinein gehen, zumal ja auch in Metzingen die dafür notwendigen Infrastrukturen (4. Gleis) noch fehlen. Bis auf Weiteres wird der ausfallende Zwischentakt von Bad Urach nach Metzingen also ähnlich wie in den zurückliegenden Jahren durch den RAB-Bus gefahren. In Fahrtrichtung von und nach Laichingen besteht ab Fahrplanwechsel von allen Zügen und Bussen Anschluss.

Heute war übrigens noch zu lesen, dass die Grünen in der Stadt Tübingen beantragt haben, dass den Dezember über an allen Tagen auf der Strecke nach Unterjesingen (Ammertalbahn und einige wenige Busse) der Nulltarif gelten soll (bislang ist das nur samstags der Fall). In der Stadt Tuttlingen übrigens wurde vom Gemeinderat beschlossen, dass der Einzelfahrschein im Stadtgebiet nur noch 1.- € kosten soll, für Kinder 0,50 €. Gleichzeitig werden die Parkgebühren um bis zu 400% erhöht. Die Stadt trägt das Erlösrisiko, welches durch die erhöhten Parkgebühren ansatzweise kompensiert werden soll.

Viele Grüße vom Vielfahrer
Karl Müller
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Re: Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Beitrag von Karl Müller »

Hallo Vielfahrer,
Danke für die Informationen. Der Zweckverband Ammertalbahn und der Zweckverband RSBNA in Mössingen geben keine öffentlich einsehbaren Pressemitteilungen bezüglich der Baufortschritte heraus, ich finde das als Fahrgast und interesierter Bürger nicht okay.
Während dessen wird aber über die Bürger-Begehungen bezüglich der NeubauPlanungen gut berichtet!
Allein im SWR oder im Tagblatt erscheinen ab und zu Artikel - diese sind aber nicht für alle lesbar. Mir scheint es gibt eine neue Strategie der - Nicht-Information.
Gruß Oli
Vielfahrer
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Re: Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

heute informiert ein Artikel im Schwäbischen Tagblatt Tübingen darüber, dass es im Ermstal zwischen Metzingen und Bad Urach auch zur Jahresmitte 2023 wohl nichts mit dem avisierten Halbstundentakt werden wird. Um zwei Züge pro Stunde und Richtung im Ermstal verkehren lassen zu können, müsse noch das Stellwerk der Bahn in Metzingen teilmodernisiert werden. Die Planungen dazu verzögerten sich aufgrund des eklatanten Fachkräftemangels. Man brauche dazu handverlesene IT-Techniker. Zudem sei für einen Halbstundentakt in Metzingen ein viertes Gleis erforderlich. Noch sei nicht absehbar, wann auf der Neckartalbahn eine notwendige Sperrpause möglich sei. Es werde jedoch mit Nachdruck an einer möglichen Lösung gearbeitet.

Keine Einschränkungen wird es auf der Ammertalbahn geben, die vom neuen ESTW in Dettingen-Gsaidt gesteuert wird. Die Betriebsaufnahme sei für den 28. November, also in der übernächsten Woche, vorgesehen. Der SEV wird enden und in der HVZ werden Züge teils alle 15 Minuten verkehren. Unter dem Strich werden die Kapazitäten bald verdreifacht. Jeder Elektro-Triebwagen des Typs ET 440 verfügt über 236 Sitzplätze.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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KBS720
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Re: Ammertalbahn ab 7. November unter Strom

Beitrag von KBS720 »

Morgen,
Vielfahrer hat geschrieben: Fr 18. Nov 2022, 08:16Um zwei Züge pro Stunde und Richtung im Ermstal verkehren lassen zu können, müsse noch das Stellwerk der Bahn in Metzingen teilmodernisiert werden. Die Planungen dazu verzögerten sich aufgrund des eklatanten Fachkräftemangels. Man brauche dazu handverlesene IT-Techniker.

also hier gefällt mir die Formulierung nicht ganz. Es handelt sich um eine Spurplananpassung, was in meinen Augen keine Moderniersung ist sondern eine Anpassung an neue Geggebenheiten. Ich habe mich nicht weiter mit dem Thema beschäftigt, aber Metzingen sollte ja noch ein MC L84 haben, dass auf ESTW umgerüstet wird? Dann ist es ja eh ein Neubau. Für Spurplan sind die Fachkräfte noch rarer als für ESTW, da dort wohl auch nicht mehr viel Nachwuchs nachkommt.

Grüße Andreas
*schaffner* Das Bahnkutscher Wiki last update Juni 2014
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Stinkt und macht en hufe Krach, 218 des isch halt ä Sach
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