Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Alles zur Strecke Freudenstadt - Eutingen kann hier rein.
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Karl Müller
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Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Karl Müller »

Es bewegt sich was :

Die Unternehmen Schoun Logistik aus Haiterbach, die Spedition Kußmaul aus Nagold und Gfrörer GmbH aus Empfingen setzen sich für den Bau eines Kombinierter-Verkehr-Terminals (KVT) im Horber Gewerbegebiet Heiligenfeld ein – wir berichteten mehrfach. Dort sollen Güter von Zügen auf Lastwagen und umgekehrt umgeladen werden. Dem Eisenbahnbundesamt liegt nach Auskunft des baden-württembergischen Verkehrsministeriums ein – allerdings unvollständiger – Antrag auf Förderung dieses Vorhabens vor. Sobald dieser komplettiert ist, möchte sich das Amt damit befassen.

Die Anbindung solcher Anlagen an ein bestehendes Schienennetz fördert das Bundesamt nicht. Genau das steht im Heiligenfeld jedoch bevor: Die Weiche, die das Industriegleis an die Bahnlinie Eutingen–Freudenstadt anbindet, muss mit hohem Aufwand modernisiert werden. Hierfür hoffen die Logistikunternehmen auf Unterstützung durch das Land: Im baden-württembergischen Etat für 2020 und 2021 wurden pro Jahr jüngst rund vier Millionen zusätzlich hinterlegt, um den Bau von Güterumschlagsanlagen zu unterstützen. Das Verkehrsministerium macht allerdings eine genaue Kostenermittlung vorab zur Bedingung einer möglichen Förderung. Diese wollen das Land und die Stadt Horb vorfinanzieren.

Horst Schuon, Geschäftsführer des gleichnamigen Logistikunternehmens, verspricht sich Großes vom geplanten KVT. Er bekennt sich im Telefongespräch mit der SÜDWEST PRESSE zum Schienengüterverkehr und stellt zunächst den Umweltgedanken in den Vordergrund: „20 Güterwaggons entsprechen 50 oder 60 Lastwagen“, rechnet er vor. Ökologisch gesehen seien Züge „zehnmal gescheiter“.

Vom Horber KVT erwartet Schuon vor allem eine Entlastung anderer Terminals: „Was momentan in Kornwestheim abgeht, ist eine Katastrophe.“ Der Bahnhof sei komplett überlastet, biete keine Fläche und kaum Zufahrtsmöglichkeiten für Lastwagen. Die Route von und nach Süden führe über das stauanfällige Autobahndreieck Leonberg, das ähnlich gefährdete Autobahnkreuz Stuttgart und über die hochfrequentierte A81 an Böblingen/Sindelfingen vorbei. Er ahnt: „Das neue KVT steht dann zwar in Horb, aber
profitieren wird der Großraum Stuttgart.“

Horb liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen den Terminals in Kornwestheim und Singen. Damit sei es mittelfristig auch attraktiv als Umschlagplatz für Güter, die aus den Südhäfen wie Genua mit dem Zug über die Alpen kommen, schätzt Schuon. Der Seeweg aus dem Mittelmeer zu den Nordhäfen Hamburg und Bremen dauere eine Woche und sei deutlich unattraktiver.

Ein KVT im Heiligenfeld sei jedoch nur die halbe Miete, betont Schuon. Er stellt ein weitergehendes Engagement seines Unternehmens im Heiligenfeld in Aussicht: „Wir wollen ein Logistikzentrum in der Nähe des Terminals bauen.“ Hierfür rechnet er mit Gesamtkosten von 20 bis 25 Millionen Euro. Die Immobilie soll stufenweise entstehen, um die Investitionen auf mehrere Jahre zu verteilen.

Auf aktuelle Herausforderungen der Logistikbranche angesprochen, weicht Schuons sachlicher Tonfall einem leidenschaftlichen. Die Ansprüche der Menschen an die Welt, die sie umgebe, passten nicht zu ihrem eigenen Verhalten, konstatiert er und bringt es auf den Punkt: „Alle wollen Ökostrom, keiner will Windräder. Jeder will’s Regal voll haben, keiner will Lkw!“ Missständen jeder Art müsse man mit Vernunft begegnen, nicht mit Gewalt.


Link:https://www.neckar-chronik.de/Nachricht ... 44336.html
Karl Müller
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Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Karl Müller »

buckdanny
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Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von buckdanny »

soll wohl in trockenen Tüchern sein

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... 46874.html
Vielfahrer
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Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

nachdem der Gleisanschluss gefühlte 20 Jahre ohne Verkehr war, ist das ein wichtiger Erfolg bezüglich der dringend notwendigen Reduzierung des Güterverkehrs auf den Straßen. Um aber mit Güterzügen via Hochdorf in den Anschluss fahren zu können, müssen meines Wissens im Bahnhof Hochdorf noch Umbauten vorgenommen werden. Ich hatte mal vernommen, dass hierfür das Land einige Mio. € bereitstellt. Im Gleisanschluss selbst liegen ca. 9 Weichen. In Villingen-Schwenningen übrigens gehören die Anschlussgleise der Stadt. Weiß jemand zufällig, ob in Horb die Gleise der Bahn gehören oder auch der Stadt. Der Umschlag soll ja dem Bericht zufolge am Ende der Willi-Ledermann-Straße erfolgen. Die umfangreichen Gleisanlagen im Horber Industriegebiet sind aber etliche Kilometer länger und könnten von bald einem Dutzend weiterer größerer Firmen genutzt werden. Hoffen wir mal, dass die Speditionen Kußmaul und Schuon hier weitere Kunden gewinnen.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

über die neuesten Diskussionen und Zahlen zum Container-Umschlagbahnhof in Horb-Heiligenfeld berichtet der Schwarzwälder Bote. Wie fast immer, wenn es um die Verlagerung von Straßentransporte auf die Schiene geht, spielt die Konzentration von LKW-Fahrten zum Umschlagbahnhof eine unrühmliche Rolle.

Viele Grüße vom Vielfahrer
Karl Müller
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Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Karl Müller »

Hallo,
ja,aber, kaum verständlich. Sollte eines Tages die Hochbrücke in Horb fertig sein wird dorthin der meißte Verkehr fließen, Ri BAB 81. Und, somit kaum Anwohner berühren. Es ist naheliegend die Brache dort oben im Industriegebiet zu reaktivieren, ggf wird auch die Rettenmeier-Mühle wieder verladen.

Mir ist allerdings ein Rätsel warum niemand auf die Idee kommt im Interkommunalen Gewerbegebiet Bonndorf/Ergenzingen an der B 28/A 81 einen Gleisanschluß zu bauen, dort sind unendlich viele Firmen, dort sind die Straßen ( B28/A 81) und mit dem Bf Bonndorf oder Ri Ergenzingen wäre dieses Terminal sehr gut angebunden.
Die Firma Kriegbaum ( später "Multi" dann "Real" jetzt - ist dort "REWE") hat dort schon seit Jahrzehnten eine Logistikhalle, dies war meines Wissen nach das erste Gebäude dort.
Ich konnte noch 1997 ohne Stau und Probleme dort auf die Autobahn hinauf und hinunterfahren, nach 20 Jahren wird dort demnächst die Auffahrt umgebaut umd die gigantischen Verkehrsströme bewältigen zu können, sollte erst einmal die B 28 neu fertig sein wird es vermutlich noch schwieriger dort oben.

Gruß Oli
Vielfahrer
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Re: Logistikzentrum H.-Heiligenfeld:

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo Oli,

ein Logistik-Center zwischen Ergenzingen und Bondorf wurde meines Wissens mal vom Regionalverband Neckar-Alb angeregt. Das ist aber schon mindestens 10-15 Jahre her, noch lange vor de auf Grund von Bürgerinitiativen gescheiterten Standort Eutingen Bahnhof. Aber es wurde damals abgelehnt. Die Gründe dafür weiß ich leider nicht mehr, werde mich aber da mal schlau machen. Beim Regionalverband Neckar-Alb gibt es einen Logistik-Experten, der das sicherlich beantworten kann. Vielleicht liest er auch hier im Forum mit. Wie Du bin ich der Auffassung, dass dies der optimale Standort hätte sein müssen.

Anbei noch ein paar Ausführungen dazu, die ich beim Regionalverband Neckar-Alb (Stand 2003) dazu gefunden habe:

Am auffälligsten ist das noch ungenutzte Potenzial der Region für den Gütertransport auf der Schiene und den multimodalen Gütertransport. Im Gäu-Quadrat stehen viele Gewerbeflächen zur Verfügung, die auch für Unternehmen von überregionaler oder gar internationaler Bedeutung geeignete Standortbedingungen bieten. Die Gäubahn führt recht nah an mehreren dieser Gewerbegebiete vorbei, Gleisanschlüsse könnten also kostengünstig gelegt werden. Damit könnte eine direkte Verbindung dieser Gewerbege- biete mit den leistungsstarken Wirtschaftsräumen Zürich und Stuttgart geschaffen wer- den. Gleichzeitig würde eine bessere Transportsicherheit geschaffen, falls sich die A 81 in naher Zukunft immer mehr zu einem Nadelöhr entwickeln sollte.
Weitere Potenziale dieser Art könnten durch die Einrichtung eines Gütertransportzen- trums erschlossen werden, so dass auch Betriebe mit weniger Transportaufkommen ihre Waren auf die Schienen verladen lassen könnten. Begünstigt wäre dies dadurch, dass sich schon heute viele Speditionen in der Region befinden, die an einem solchen multi- modalen Logistikzentrums beteiligt werden könnten.
Dieses Potenzial ist allerdings begrenzt: Zum einen durch die Kapazität der Gäubahn. Sollte sich wirklich intermodaler Transport entwickeln, wird die eingleisige Strecke süd- lich von Horb wohl schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Ein zweigleisiger Ausbau ist bisher nicht in Sicht, da sich die Deutsche Bahn AG für ihre Nord-Süd-Verbindungen auf das Rheintal konzentriert, wo im Moment das 4. Gleis gebaut wird. Zum anderen kommt das Fehlen einer leistungsfähigen Ost-West-Verbindung zum Tragen. Hier wire es auf Grund der schwierigen Topographie auf absehbare Zeit keinerlei Verbesserungen geben.


Viele Grüße vom Vielfahrer
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