[20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

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KBS720
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[20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von KBS720 »

Hallo zusammen,

der 3er Ringzug ist kein anrüchiges Züglein, sondern ein S-Bahn ähnliches Nahverkehrskonzept der drei Landkreis Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen welches heute vor 20 Jahren seine Premiere hatte. Der Name Ringzug stammt vom ursprünglich angedachten Ringverkehr der bis heute nicht komplett verwirklicht werden konnte.

Doch von Anfang an:

Am 31. August 2003 begann der Betrieb des Ringzuges in Stufe 1, dem gingen gut zwei Jahre Infrastrukturausbau voran. So wurden fast alle Halte auf 55cm Bahnsteighöhe gebracht, einige Haltepunkte wurden komplett neu errichtet oder reaktiviert. In Immendingen wurde ein neues Betriebswerk errichtet welches fast an derselben Stelle steht wie einst das Bw der Deutschen Bundesbahn.

Vor dem Betriebswerk stand bis zur vollständigen Übernahme durch die SWEG, dieses Schild und wies Besucher auf den Ort des Geschehens hin. [Bild 0]

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Des Weiteren wurden die Bahnhöfe Deißlingen, Trossingen, Schwenningen, Immendingen, Tuttlingen, Hattingen und der Abzweig Hintschingen (bis dahin Awanst degradiert) an das neue ESTW Tuttlingen angeklemmt und die BZ Karlsruhe ausgelagert. Dies und die Rückstände bei den Bahnsteig Neubauten führten dazu, dass die vollständige Inbetriebnahme erst zum 12. Dezember 2004 erfolgen konnte. So wurde unter anderem der Betrieb bis Blumberg-Zollhaus erst 2004 aufgenommen.

Ich möchte dieses Jubiläum zum Anlass nehmen, dieses einstige Prestigeprojekt ein wenig bildlich Revue passieren zu lassen. Dabei bitte ich auch zu entschuldigen, dass die Bildqualität anfangs nicht so pralle war. Planmäßig kamen nur die 20 neu von Stadler gelieferten RegioShuttle der HzL (heute SWEG) zum Einsatz. Diese unterschieden sich mit diversen weiteren Schriftzügen von der anderen HzL Regioshuttlen. Aber keine Angst, es gibt nicht nur RegioShuttles zu sehen:

An jedem der Regioshuttle befand sich eine stilisierte Karte des Ringzug Netzes, später verloren manche Fahrzeuge diese zugunsten von Wappen oder wie hier wegen Werbungen. VT 250 und VT 236 in Immendingen 03.01.2008. [Bild 01]:

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Fortfahren möchte ich das nach den ersten beiden Bildern im weiteren Verlauf chronologisch. Meine ersten richtigen Erfahrungen mit dem Ringzug konnte ich im März 2006 im Rahmen eines Schülerpraktikums im Bw Immendingen erwerben. Dabei traf ich öfter auf meinen späteren Lieblings VT den 238. Ihn durfte ich nämlich am letzten Tag des Praktikums, als erstes Schienenfahrzeug meines Lebens, in die Waschanlage fahren. Vermutlich lag es daran ;-). Zu diesem Praktikum gehörte natürlich auch mal eine Mitfahrt welche mich, wie soll es anders sein, im VT 238 nach Rottweil brachte (14.03.2006). Damals war er noch jung und frisch [Bild 02]

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Bedingt durch die Eingeschränktheit eines Schülers/Azubis entstanden in den kommenden Jahren nicht so viele Fotos vom Ringzug und auch der Betrieb lief meines Wissens recht zuverlässig ohne nennenswerte Vorfälle. So ergab sich am 09. Februar 2008 bei einer Tour die Möglichkeit am Abzweig Hintschingen Fotos zu machen. VT 239 war als HzL 85868 auf dem Weg von Geisingen-Leipferdingen nach Bräunlingen und fuhr somit quasi einmal im Ring herum. Während man auf dem direkten Weg gut 20 km hätte, wird er gut 90 km reißen ehe er sein Ziel erreicht hatte. Vor der ESTW Anbindung war dieser Abzweig zur Awanst degradiert worden, wobei die Schlüssel beim Fdl Immendingen abzuholen waren. Dies war für den Ringzug Betrieb natürlich undenkbar. [Bild 03]

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Während der ersten Jahre lief es beim Ringzug wie gesagt ruhig, man war äußerst flexibel und organisierte sogar Sonderfahrten so unter anderem zur Landesgartenschau nach Kehl mit den am Wochenende Pause machenden Fahrzeuge. Dafür wurden auch einfach mal 12 der 20 Regioshuttle in zwei Sonderzügen auf die Reisen geschickt. Maßgeblich dafür verantwortlich dürfte dafür auch der damalige Chef gewesen sein, welcher heute unter anderem auch an der Biberbahn aktiv ist. So war es auch kein Wunder, dass der Ringzug bei Ausfall der Schwarzwaldbahn, einfach mal einen Ersatzzug ab Immendingen bis Offenburg oder sogar Karlsruhe stellte.

So verkehrten am 15. Juni 2008 die beiden VT 236 und 242 der HzL als RE 70600 von Immendingen nach Offenburg und konnten hier im Bahnhof St.Georgen abseits des Ringzuggebietes festgehalten werden. Zukünftig soll St.Georgen ja im Projekt Ringzug 2.0 auch ins Netz integriert werden und das westliche Ende darstellen. [Bild 04]:

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Wenn die Fahrzeuge gerade einmal nicht gebraucht werden, werden sie an verschiedenen Stellen im Bahnnetz abgestellt. Dabei wird nicht nur auf der eigenen Infrastruktur abgestellt sondern auch auf DB Infrastruktur:

- Bw Immendingen

- Bf Donaueschingen

- Bf Villingen

- Bf Rottweil

- Bf Tuttlingen


In Villingen werden dabei die Gleise 60 und 61 im Gerstenfeld genutzt, anfangs wurde auch Gleis 5 zur Abstellung genutzt. So auch am 21.07.2008 als sich VT 250 (mit BaWü Express Werbung) und VT 231 im Abendlicht sonnten. Im Hintergrund ist die 2020 beim Bahnsteigumbau abgerissene, ehemalige Aufsicht zu erkennen. Heute wird Gleis 5 auch wieder planmäßig von in Villingen verkehrenden Verstärkerleistungen benutzt. [Bild 05]:

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Am 13. September 2008 fanden einige Festivitäten anlässlich des 5 jährigen Bestehens des Ringzuges statt. Unter anderem pendelte ein Keolis Flirt zwischen Horb und Tuttlingen um Werbung für eine Erweiterung des Ringzuges gen Norden zu machen. Die HzL eigenen MAN verkehrten zwischen Tuttlingen und Fridingen, 58 311 kam mit zwei Wagen nach Bräunlingen. Insgesamt war an diesem Tag in allen drei Landkreisen freie Fahrt in allen Zügen angesagt. Leider war das Wetter eine komplette Katastrophe, so dass mir im Laufe des Tages sogar die Kamera abgesoffen war. Dies hielt auch den Fahrgastandrang in Grenzen.

Hier sehen wir ET 5.11 der Keolis als HzL 85856 (Tuttlingen - Rottweil) bei der Ausfahrt Tuttlingen. Im Hintergrund ist das ehemalige und inzwischen abgerissene Stw 1 zu sehen. [Bild 06]:

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Da der Betrieb ziemlich unspektakulär verlief, machen wir einen größeren Sprung ins Jahr 2011. Hier kam es nun zu diesem seltenen Ereignis das einer der vier für das Seehäsle 2009 beschafften Rs1 (VT 251 - 254) beim Ringzug mitlief. Auch heute kommt dies manchmal noch vor, wenn nach dem Bw Aufenthalt eine Proberunde ansteht. Größere Einsätze werden mangels WC, dann doch eher vermieden. Am 29. März 2011 war es VT 252 welcher als HzL88063 (Bräunlingen Bahnhof - Rottweil) gerade den Bahnhof Donaueschingen erreicht hat. Die Seehäsle Rs1 sind bereits durch ihre abweichende Farbgebung (zusätzlicher blauer Streifen) und die Fahrzeugnummer im Fenster von weitem zu erkennen. [Bild 07]:

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Wie die meisten meiner Ringzugbilder entstand auch dieses Foto, beim warten auf einen anderen Zug. Allerdings veranlasste mich der nette Heißluftballon dieses Foto mit in den Beitrag zu nehmen, wir sehen VT 244 als HzL88122 (Rottweil - Bräunlingen Bahnhof) am 06. Mai 2011 unweit von Klengen. [Bild 08]:

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Wer rechnen kann, kam bald zum Schluss dass die Regioshuttles im Laufe des Jahres 2011 zur ersten HU mussten. So kam es natürlich zu einer geringeren Fahrzeugverfügbarkeit, dem wurde ab Ende Oktober 2011 mit dem vom Stammnetz gesandten VT 43 Abhilfe geschaffen. Dieser verkehrte in einem Umlauf und setze somit einen 650 frei. Am 24. November 2011 konnte ich mir als Azubi ein Zeitfenster freischaufeln und diesen nur Mo-Fr verkehrenden Umlauf als HzL 88063 (Bräunlingen Bahnhof-Rottweil) am Einfahrsignal Villingen dokumentieren. Links ragt noch ein wenig der 2020 bei Haslach entlaufende 711 112 durch das Gebüsch. [Bild 09]:

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Seit der Ringzug Einführung immer wieder im Gespräch war auch die Reaktivierung der Strecke Schömberg - Rottweil, zu welcher die im Hintergrund zusehende Primtalbrücke gehört. Zuletzt nahm dieses Projekt wieder Fahrt auf, auch wenn über dieses Viadukt dann wohl nie wieder ein Zug drüber fahren wird. Da die Strecke neu trassiert werden würde.

Hier am Primtalviadukt war am 22. Oktober 2012 der VT 242 als HzL87633 (Rottweil - Blumberg Zollhaus) auf der Gäubahn unterwegs, während links das Gleis der Alemanenbahn nach Villingen zu sehen ist. [Bild 10]:

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Mit zunehmenden Alter bekommt man hier und da ein paar Macken, so zeigte sich am 19. Oktober 2013 bei VT 238 bereits der "Sonnenbrand" an der Stirn, den später viele andere 650 auch noch bekommen sollte. Hier ist er bei Möhringen als HzL88057 (Rottweil - Immendingen) auf dem Weg in Richtung Heimat. [Bild 11]:

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Viele der Ringzugleistungen gerade im westlichen Teil des Netzes werden einteilig gefahren und nur im Bereich der HVZ wird doppelt gefahren. Manche Leistungen wurden/werden aber tatsächlich in Dreifachtraktion erbracht. So auch am 30. Juni 2015 als beim Warten auf den Aushubzug aus Lauffen eben dort VT 237; VT 236 und VT 239 als HzL88051 (Villingen(Schwarzw) - Zollhaus Blumberg) bildlich festgehalten werden konnten. Besonders am VT 237 ist der Unterschied am Lack zu erkennen, wo sich langsam der Klarlack löst bzw verändert und für diesen schmuddeligen Eindruck sorgt. Dieser wurden in den Medien auf fehlerhafte Zusätze beim Waschen zurückgeführt. Interessant das dieses Phänomen dann erst nach über 10 Jahren Betrieb auftauchte. Was eher auf einen "Lackschaden" vermuten lässt.[Bild 12]:

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Eine Strecke die eigentlich nur auf den letzten 2,5 km vom Ringzug befahren wird, ist die Höllentalbahn zwischen Freiburg und Donaueschingen, diese wird zwischen Donaueschingen und Hüfingen benutzt wird um weiter nach Bräunlingen zu gelangen.
Ausnahme stellten dabei die in Tagesrandlagen gefahren Ausgleichsleistungen nach Neustadt da. Hier verkehrten in Tagesrandlagen HzL Rs1 bis nach Neustadt, im Gegenzug verkehrte ein 611 als HzL im Schülerverkehr. Jahrelang war die erste Leistung morgens ab Villingen nach Neustadt eine durch die HzL erbrachte Leistung (ab Villingen mit 3x Rs1). Später wechselte man auf den Abend, wo ein Rs1 ausreichend war.

So konnte am Abend des 22. Juni 2016 der VT 243 als RE 22322 (Villingen - Neustadt) am Einfahrsignal Löffingen bildlich festgehalten werden. Seit 2019 ist die Strecke elektrifiziert und das Formsignal Geschichte. [Bild 13]:

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Das Jahr 2018 brachte organisatorisch einen größeren Einschnitt, die HzL fusionierte mit der SWEG oder besser gesagt die SWEG schluckte die HzL wie man heute weiß. Denn die Marke HzL wurde entgegen damaliger Aussagen, immer mehr zu Grabe getragen. An den Fahrzeugen änderte sich jedoch damals außer der Halterkennung erst einmal nichts. So sah man auch aus der Ferne dem VT 245 nicht an, dass er zur SWEG gehört, als er als HzL88628 (Rottweil - Bräunlingen Bf) am 26.Dezember 2018 bei Deißlingen unterwegs war. [Bild 14]:

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Im Frühjahr 2020 tauchten allgemein komische Dinge auf, beim Ringzug waren das nun fehlfarbene Fahrzeuge und zwar war unter anderem der ehemalige BSB VT 019 leihweise beim Ringzug im Einsatz.

Das nutzte ich um dieses ehemalige Elztalbahn Gefährt nochmals festzuhalten. Als HzL 69750 (Rottweil - Donaueschingen) ist VT 019 hier am 23. März 2020 bei Zollhaus unterwegs. Er war ja quasi erst drei Wochen vorher arbeitslos geworden. [Bild 15]:

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In den Jahren 2015 - 2017 bekamen insgesamt vier RegioShuttles einen Neulack, dies waren VT 231; VT 235; VT 248 und VT 249. Sie erhielten analog zur bisherigen Lackierung sämtliche Beschriftungen identisch, einzig das Grün am Ringzuglogo war im Bereich des Schwarzwald-Baar Kreises etwas heller ausgeführt. So auch bei VT 249 der am 19. Juli 2021 als HzL 69772 (Rottweil - Bräunlingen Bf) bei Lauffen unterwegs war. Der Deißlinger Teilort kämpft auch seit Jahren für einen Halt des Ringzuges, allerdings machen die Fahrplanzwänge dies bisher noch nicht möglich. [Bild 16]:

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Hin und wieder verirren sich die Ringzugshuttles auch außerhalb ihres Stammgebietes, zum Beispiel an den Bodensee und helfen dort ihren Geschwistern beim Seehäsle aus. So auch am 11. Juni 2022, als VT 246 dem Seehäsle VT 253 als zweiter Mann am HzL 74411 (Radolfzell - Stockach NE) unweit von Stahringen Gesellschaft leistete. Deutlich sind die Designunterschiede zwischen Ringzug und Seehäsle zu erkennen.[Bild 17]:

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Zum Fahrplanwechsel 2022/2023 verschwand dann auch die Zuggattung HzL aus den Fahrplänen und fortan wurden die Züge als SWE bezeichnet.

Im Jahre 2023 verirrten sich dann wieder ehemalige BSB Shuttles ins Ringzugnetz. Dies waren bzw. sind VT 011 bis 016. Hintergrund dieses Mal waren keine Hauptuntersuchungen sondern die Aufarbeitung der Ringzug Fahrzeuge. Diese beinhaltet eine Neulackierung in bwegt Design, neues Sitze in selbigem Design und eine Instandsetzung der Griffstangen sowie des Bodens. Der Schwarzwälder Bote berichtete.
Am 29. Mai 2023 konnte derweil die Vertretung in Form von VT 014 als SWE 69748 (Rottweil - Bräunlingen Bf) bei Zollhaus abgelichtet werden. [Bild 18]: Bild


Seit 2020 wird der den Freizeitexpress Obere Donau (ex. NaturParkExpress) durch RegioShuttles statt Ne81 bedient. Waren es im Jahr 2020 noch die letzten HzL/SWEG Schraubenkuppler Rs1, so sind es seit 2021 die Ringzugshuttles die diese Leistungen erbringen. Während 2021 noch mit drei Shuttles gefahren wurde sind es mittlerweile nur noch zwei Fahrzeuge. So auch am 11. Juni 2023 als VT 248 (eines der Ringzug Neulackfahrzeuge) zusammen mit VT 250 zusammen die SWE 69897 (Sigmaringen - Donaueschingen) bei Neudingen beförderte. Auf dem Streckenabschnitt Hintschingen - Donaueschingen sieht man den Ringzug bis heute spärlich, er fehlt zum Lückenschluss bis heute und wird nur in der HVZ von einzelnen Zügen bedient. [Bild 19]:

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Wie bereits weiter oben erwähnt rückten im Jahre 2023 die ersten Rs1 zum Neulackieren ein, dies geschah / geschieht bei OWS in Weiden. Die ersten Fahrzeuge waren VT 231 und VT 232 gefolgt von VT 233 und VT234, letztere verließen die OWS dann auch als erste am 21. Juli 2023 nach Immendingen. Am Dienstag den 25. Juli wurden sie in Villingen der Öffentlichkeit präsentiert (siehe Zeitungsbericht bei Bild 18). Passend dazu wurde in der Nacht auf den 14. Juli das bisherige FIS durch ein Systemupdate komplett getauscht. Statt der festen Ansagen von Helga Bayertz erfolgen nun TTS Ansagen, ebenso wird nun die Liniennummer im Ziel angezeigt. Knapp einen Monat später am 18. August 2023 konnte ich VT 233 auf einer der nachmittäglichen Verstärkerleistung als SWE 69746 (Rottweil - Villingen) bei Schwenningen aufnehmen. [Bild 20]:

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Damit endet mein kleiner Rückblick über die S-Bahn auf dem Lande, was bleibt ist ein Blick nach vorne. So steht der Ringzug 2.0 in den Startlöchern, überall finden Vermessungsarbeiten statt und es sind Planungen im Gange, mal sehen was die Zukunft dort schlussendlich bringt. Was leider auf jeden Fall Vergangenheit sein wird ist der 3er Ringzug im attraktiven HzL Design, welches bei entsprechender Pflege auch heute noch gut aussieht.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit und wer möchte kann ja gerne auch noch was zum Besten geben.

Viele Grüße

Andreas
*schaffner* Das Bahnkutscher Wiki last update Juni 2014
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Sam7C7
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Re: [20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von Sam7C7 »

Hallo Andreas,

vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Interessant zu sehen, wie sich das ganze über die Jahre entwickelt hat.
Viele Grüße
Sam7C7 *:-)*
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Rangierer
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Re: [20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von Rangierer »

Hallo Andreas,

danke für den klasse Bildbericht *daumenhoch* Wahnsinnig, wie schnell die Zeit vergeht...

Grüße

Tobias
"Man muss die Bahn zu den Menschen bringen und nicht die Menschen zur Bahn!"
Dr.-Ing. E.h. Dieter Ludwig


HIER gibts eine stets aktuell gehaltene Übersicht zu den Fahrzeugen im bwegt Landesdesign
Karl Müller
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Re: [20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von Karl Müller »

Danke ebenso, gut bebildert und ausführliche Texte. Ja, die Farbvielfalt wird auch mir fehlen, schade, werden die Kulturbahn -RS, die SWB - Garnituren oder die RE 5 Garnituren die letzten verkehrsroten Fahrzeuge sein?
Und, ja, auch ich bin gespannt was es in der nächsten Zeit Neues gibt beim "RINGZUG" , dem "3er", hoffen wir das es immer genug Personal gibt um die neuen Leistungen zu fahren!
Gruß Oli
Vielfahrer
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Re: [20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo KBS 720,

vielen Dank für Deinen Bericht und die wie immer aussagekräftigen Fotos. Es ist Dir gut geglückt, die 20 Jahre Ringzug-Betrieb kompakt darzustellen.

Davor lagen noch etliche Jahre Planungen und Verhandlungen, die mit der Unterzeichnung des „Trossinger Vertrags“ im Januar 1996 einen ersten Abschluss fanden. Aber danach standen die Signale für das Ringzug-Projekt auf grün, jedenfalls für die wesentlichsten Teile. Bei Verhandlungen im Ministerium in Stuttgart war die Unterstützung durch das Land immer zu spüren. Kritisch war es nur selten, wobei strittige Beträge in Größenordnungen von 5-stelligen DM-Beträgen (Stichwort Goldregen) viele Diskussionen auslösten, verwunderlich bei einer für Fahrzeuge und Infrastruktur viel höheren 3-stelligen Millionen-Investition.

Zur Vorgeschichte gehört auch, dass von Seiten der Busunternehmen Gegenkonzepte ausgearbeitet wurden, die mittels Schnellbussen, Regional- und Stadtbussen ein besseres Verkehrskonzept aus deren Sicht hätten darstellen sollen. Die damals angegebenen Fahrzeiten der Busse waren jedoch viel zu optimistisch gewesen und hätten vermutlich nur dann eingehalten werden können, wenn in erheblichem Umfang Fahrspuren zu Busspuren umgewidmet worden wären.

Wacklig war auch lange Zeit die Reaktivierung der Strecke Hintschingen - Zollhaus-Blumberg gewesen, jedenfalls in ihrem westlichen Abschnitt zwischen Leipferdingen und Zollhaus-Blumberg. Um so erfreulicher ist es, dass das Land ab dem kommenden Fahrplanwechsel einen weiteren Versuch unternimmt, den Abschnitt Blumberg - Immendingen aufzuwerten, indem zeitlich bessere Fahrlagen und vor allem weniger Fehlanschlüsse in Immendingen in Richtung Tuttlingen zustande kommen werden.

Viele Grüße vom Vielfahrer
sBähnle
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Re: [20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von sBähnle »

Hallo Andreas,

vielen Dank für die tollen Bilder und die Erinnerung an dieses für unsere Region sprichwörtlich bahnbrechende Ereignis!

Gerne erinnere ich mich an die damalige Sternfahrt mit den nagelneuen Ringzugfahrzeugen, mit der geladene Gäste zur Eröffnungsfeier ins neue HzL-Betriebswerk nach Immendingen gebracht wurden. Auf der Rückfahrt bin ich zufällig neben Herrn Strobel, einem der damaligen Chefs der HzL gesessen und wir haben uns lange über die Zukunft des Schienenverkehrs unterhalten. Damals war die Verkehrswende greifbar nahe und es erschien alles möglich.

Geradezu legendär waren auch die ICE-Ersatzfahrten, die der damals schon umtriebige Ringzug-Chef „FvM“ durchgeführt hat. Immer dann, wenn beim DB-Fernverkehr auf der Gäubahn der ICE-T gerade unpässlich war, ist er mit einem Satz Ringzugfahrzeugen eingesprungen und damit von Singen nach Stuttgart „geschossen“. Kaum zu glauben, dass dabei die für Neigetechnik und abschnittsweise auch höheren Geschwindigkeiten ausgelegten ICE-Fahrpläne von den Ringzugfahrzeugen fast gehalten wurden. Kein Wunder, bei dem blitzschnellen Fahrgastwechsel, dem raschen Türen schließen und wenn der Hebel auf den Tisch gelegt wird, fährt der Ersatzzug schon mit 100 Sachen am Ausfahrsignal vorbei, während beim ICE noch nicht einmal alle Fahrgäste ausgestiegen sind.

Heute kaum mehr vorstellbar, dass es HzL-Lokführer gab, die auf der frühmorgendlichen ersten Zugfahrt von Villingen nach Neustadt ihr privates „Fichtenmoped“ (Motorsäge) mit in den Führerstand nahmen, um nach einer Sturmnacht sich notfalls den Weg nach Neustadt frei zu sägen!

Für die Trossinger Eisenbahn war der Ringzug das Überlebens-Elixier. Schließlich war die Einstellung des Betriebes auf Ende 1996 bereits beschlossene Sache. Dann warf aber das Ringzugprojekt seine Schatten voraus, auch die Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Land und den drei Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen wurde im Trossinger Eisenbahnmuseum unterzeichnet. Der Stilllegungsbeschluß von 1993 wurde daraufhin wieder aufgehoben und der Betrieb mit den damals schon museumsreifen elektrischen Fahrzeugen bis 2003 weitergeführt.

Heute ist der Museumsbetrieb mit den historischen Fahrzeugen auf der stadteigenen Infrastruktur nur durch den Ringzug möglich. Ohne die Trasseneinahmen aus dem Ringzugbetrieb wäre der Unterhalt der 4 km langen Strecke niemals möglich. So sind es auch die „Landesbahner“ in der HzL-Direktion in Hechingen, die vermutlich kopfschüttelnd, aber immer wieder ein Auge zudrückend, selbst die verrücktesten Wünsche der Trossinger Museumsbahner durchwinken. Nur mit deren Unterstützung sind Schneepflugfahrten im Hochsommer oder nächtliche Ausbildungsfahrten auf den historischen Fahrzeugen möglich. An dieser Stelle dafür einfach mal ein ganz dickes Dankeschön nach Hechingen!

So wird z. B. am 15. September zum „Tag der Schiene“ wieder einmal eine offizielle Ringzugleistung mit „600 V Planstrom“ gefahren. Eingesetzt werden dabei die beiden Fahrzeuge T5 (Baujahr 1956) und T3 (Baujahr 1938). Bei dieser Gelegenheit werden wir auch ein bisschen 20 Jahre Ringzug feiern. Es sind somit alle Freunde der Trossinger Eisenbahn und des Ringzuges zur Geburtstagsparty eingeladen. Weitere Infos folgen in den kommenden Tagen noch auf der Homepage der Trossinger Eisenbahn (www.trossinger-eisenbahn.de).

Wir freuen uns jedenfalls auf die Weiterentwicklung zum Ringzug 2.0, deren Realisierung 2021 ebenfalls wieder im Trossinger Eisenbahnmuseum offiziell beschlossen wurde.

In diesem Sinne: Happy Birthday lieber Ringzug. Schön, dass es Dich gibt!

Viele Grüße
Stefan
Ringzug, T5, T1 der TE - V1.jpg
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Re: [20 Jahre 3er Ringzug]: Vom Aufstieg und Niedergang eines Vorzeigeprojektes [m.20B.]

Beitrag von KBS720 »

Hallo,

nachdem ich aus dem Urlaub zurück bin, bedanke ich mich bei euch an dieser Stelle.

PS: VT 231 und VT 232 konnte ich heute schon in Betrieb sehen, somit sind 1/5 bereits umlackiert im Einsatz.

Grüße Andreas
*schaffner* Das Bahnkutscher Wiki last update Juni 2014
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