Planungsstand Ringzug 2.0

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KBS720
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von KBS720 »

Nabend,

alles in allem stellen wird fest, dass man aus heutiger Sicht 2004 infrastrukell mehr kaputt gemacht hat, als dass man es verbessert hat:

- Trossingen Bf Pfusch Bahnhof
- Endgültiger Rückbau Gleis 3 Geisingen (gut da wäre der Platz noch halbwegs da)
- Opferung Gleis 2 in Tuttlingen für einen schönen neuen Hausbahnsteig (da wäre das Gütergleis gewesen)
- Rückbau vom halben Bahnhof Immendingen (ach wie schön wäre allein nur schon Gleis 5 als Fahrstraßengleis)

Diese Sackgassenelektrifizierung nach Fridingen zeigt halt das die ingesamte Marschrichtung einfach überall hin geht, nur nicht in die selbe für alle Beteiligten. Aber das kommt halt von diesem tollen Projektdenken.
Dazu gehört auch diese Denkweise mit der Singener Kurve (das wird in absehbarer Zeit sicherlich nichts mehr) und dann der Aussage, dass eine Überholung in Tuttlingen reicht.
Wie scheiße solche minimalen Überholmöglichkeiten sind, zeigt das Kinzigtal immer gerne, da lässt der Offenburger frei nach dem Rheintalsolgan bis Niederschopfheim reichts immer, auch die Züge gen Schwarzwald rennen, egal was dahinter kommt.
Gengenbach kann oder will dann nicht überholen und so dümpeln langsame Züge vor den Planzügen her bis sie frühstens in Haslach mal überholt werden können! Verspätungen teilweise zweistellig.
So lange wir nicht Japan spielen und alle Verkehre von einander trennen, muss auch die Infrastruktur für alle geplant werden! Für Nichtplanzüge jede Stunde nur eine Trasse zu haben, ist eigentlich nicht akzeptabel auf Hauptbahnen (höchstens auf der hinteren Höllentalbahn und auch da hat es sich schon gerecht!).

PS: Wie stehts um Villingen - Rottweil denn? Außer Trossingen wurde das hier ja wegen Zuständigkeit wohl ausgeklammert.

Grüße Andreas
*schaffner* Das Bahnkutscher Wiki last update Juni 2014
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Stinkt und macht en hufe Krach, 218 des isch halt ä Sach
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MarkoFlow
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von MarkoFlow »

KBS720 hat geschrieben: Mi 1. Jul 2026, 23:09Diese Sackgassenelektrifizierung nach Fridingen zeigt halt das die ingesamte Marschrichtung einfach überall hin geht, nur nicht in die selbe für alle Beteiligten. Aber das kommt halt von diesem tollen Projektdenken.
Da hast du absolut recht. Dieses isolierte Projektdenken ist leider oft das Kernproblem, da der Blick für das große Ganze und die nötige Flexibilität im Schienennetz völlig verloren geht. Solche Fehlentscheidungen aus der Vergangenheit lassen sich heute nur extrem mühsam und teuer korrigieren.
Karl Müller
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von Karl Müller »

https://landkreis-tuttlingen.ratsinfoma ... UVA_70.pdf
Nur ein Zitat:

Exkurs Strecke Aitrachtal und Bahnhof Geisingen

Das Betriebskonzept D4S sieht vor, dass künftig Reisende in Immendingen in Richtung
Leipferdingen bzw. Blumberg in einen Pendel-Ringzug zwischen Immendingen und
Blumberg umsteigen müssen. Das Land Baden-Württemberg als Aufgabenträger für
die Schiene ist im Rahmen des Projektes auf die Verwaltung zugekommen und hat die
Idee geäußert, das Konzept für die Strecke im Aitrachtal umzustellen. Anlass dieser Idee
sind laut Land die sehr hohen Betriebskosten für diese Strecke und die schlechten Fahr
gastzahlen, die den Einsatz von Zügen auf dieser kurzen Strecke wirtschaftlich nicht
mehr rechtfertigen.
Vielfahrer
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

in der Tat sind die Ringzüge im Abschnitt zwischen Immendingen und Leipferdingen bzw. Blumberg-Zollhaus schwach besetzt, vielfach gar nur einstellig. Zum Start des Ringzugs im Jahr 2004 war dies anders. Die Frequenz lag bei bis zu 500 Fahrgästen, die im Aitrachtal unterwegs waren. Eine der stärksten Aufkommensstationen war der Haltepunkt Hausen, nicht etwa deshalb, weil dort viele Fahrgäste wohnen, sondern der Grund war, dass die Stadt Geisingen per Bus in Hausen an die nach Tuttlingen bzw. von Tuttlingen verkehrenden Ringzüge angeschlossen war. Zeitweise mussten sogar Verstärkerbusse im Schülerverkehr zwischen Geisingen und Hausen eingesetzt werden. Die direkte Bahnverbindung zwischen Geisingen und Tuttlingen gab es nur alle 2 Stunden mit dem Regionalexpress der Donautalbahn, welche aber nur in Immendingen und Tuttlingen gehalten hat und weder auf die Schulzeiten noch vom Halt her gepasst hat.

Mit dem Aufkommen der ersten Ringzug-Ringschlusszüge im Abschnitt Donaueschingen - Immendingen (- Tuttlingen) hat sich das Bedienungskonzept geändert. Seither können die Geisinger deutlich schneller als zuvor mit dem Zug nach Tuttlingen fahren und an den Haltepunkten Tuttlingen Schulen bzw. Tuttlingen Zentrum ihr Ziel erreichen oder von dort aus zurückfahren. Es konnte auch die Beförderungskapazität erhöht werden. Anstatt eines dreiteiligen RegioShuttles verkehren nur zwei Doppeleinheiten, also eine um 33% erhöhte Zugkapazität in der morgendlichen Verkehrsspitze. Die entsprechenden Fahrlagen werden sehr gut genutzt. Damit einher ging, dass im Bus zwischen Geisingen und Hausen kaum mehr jemand mitgefahren ist, zumal dieser Bus sehr umwegig unterwegs ist. Die Zuganschlüsse in Hausen in/aus Richtung Tuttlingen stimmen zwar, aber es fährt keiner mehr mit (einstellige Zahl pro Tag). Und wer von Geisingen nach Leipferdingen, Aulfingen oder Kirchen fahren möchte, hat in Hausen systembedingt längere Umstiegszeiten. Direkte Busverbindungen in die Geisinger Stadtteile gibt es dort gar nicht.

Und für den Busbetreiber sieht das Konzept so aus, dass seine Fahrzeuge mehr stehen als fahren, zu sehen etwa zwischen Leipferdingen Bahnhof und Leipferdingen Ort. Eingesetzt werden 12m-Busse, obwohl in vielen Fahrten die Frequenz zwischen 0 und 5 Fahrgästen liegt.

Das Betriebskonzept ist also zweifellos verbesserungsfähig. Mir erschiene es sinnvoll, den angedachten Bus von Blumberg kommend nicht in Immendingen an die Züge nach Tuttlingen anzubinden sondern in Geisingen. Dann endlich hätten die Geisinger Stadtteile eine umsteigefreie Verbindung mit ihrem Kernort und natürlich auch per Umstieg in Geisingen nach Immendingen - Tuttlingen - Ulm bzw. Donaueschingen - Villingen. Für sinnvoll erachten würde ich auch einen Bahnsteig am Richtungsgleis nach Donaueschingen in Immendingen-Zimmern. Dort nämlich spielt die Musik. Kurze Zugangswege sind entscheidend. Gleichzeitig könnte das ziemlich überzogene Buskonzept zwischen Immendingen und Zimmern reduziert werden. Stündlich ein Ringzug und maximal stündlich ein Bus nach Hintschingen hielte ich für ausreichend und angesichts der ländlichen Struktur sogar eher für opulent.

Viele Grüße vom Vielfahrer
FabianSeifert
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von FabianSeifert »

Das ist oft das Problem, wenn sich ein Netz schrittweise verändert. Eine Linie verliert nicht unbedingt Fahrgäste, weil sie überflüssig ist, sondern weil die Anschlüsse nicht mehr so sinnvoll sind wie früher. Ich finde, ein einfaches und gut verknüpftes Angebot bringt am Ende meist mehr als viele Verbindungen mit umständlichen Umstiegen. Um auf diesen langen Wegen und Pendelfahrten alles sicher dabei zu haben, packe ich meine Sachen übrigens gerne in flauschige Kuscheltiere und Plüschtiere, die man als kleines Maskottchen oder Begleiter für die Fahrt im Rucksack verstauen kann, wenn man unterwegs etwas Gemütlichkeit braucht.
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Christian
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von Christian »

Grüße,
Christian
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MarkoFlow
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von MarkoFlow »

FabianSeifert hat geschrieben: Mo 13. Jul 2026, 16:43 Das ist oft das Problem, wenn sich ein Netz schrittweise verändert. Eine Linie verliert nicht unbedingt Fahrgäste, weil sie überflüssig ist, sondern weil die Anschlüsse nicht mehr so sinnvoll sind wie früher. Ich finde, ein einfaches und gut verknüpftes Angebot bringt am Ende meist mehr als viele Verbindungen mit umständlichen Umstiegen. Um auf diesen langen Wegen und Pendelfahrten alles sicher dabei zu haben, packe ich meine Sachen übrigens gerne in flauschige Kuscheltiere und Plüschtiere, die man als kleines Maskottchen oder Begleiter für die Fahrt im Rucksack verstauen kann, wenn man unterwegs etwas Gemütlichkeit braucht.
Beim Ringzug 2.0 ist ein durchgängiger Stundentakt ohne gebrochene Verbindungen entscheidend Infrastrukturmaßnahmen müssen zwingend mit den Buskonzepten der Landkreise harmonisiert werden
Vielfahrer
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Re: Planungsstand Ringzug 2.0

Beitrag von Vielfahrer »

Hallo,

ein durchgängiger Stundentakt macht aber nur dann Sinn, wenn entsprechende Fahrgastpotentiale vorhanden sind. Von Bräunlingen über Donaueschingen – Villingen – Rottweil – Tuttlingen nach Immendingen – Leipferdingen etwa, da will ja niemand fahren. Meine Beobachtung ist, dass sich insbesondere in Rottweil ein starker Fahrgastwechsel ergibt. Aus Richtung Villingen steigen die meisten Fahrgäste aus, u.a. auch wegen des sehr guten IC-Anschlusses in Richtung Stuttgart. Die Weiterfahrt in Richtung Leipferdingen erfolgt nach ein paar Minuten, wenn der IC aus Zürich in Rottweil eingetroffen und dann die Trasse frei ist. Von diesem IC steigt aber niemand in Richtung Tuttlingen – Leipferdingen um. Die Fahrlage ist zwar ab Bräunlingen umsteigefrei vorhanden, aber ohne allzu großen Nutzen. Fahrgäste aus Richtung Stuttgart zu den Ringzugstationen in Richtung Tuttlingen müssen in Rottweil eine gute halbe Stunde warten, bis es weiter geht. Deswegen hat man sich beim Konzept Ringzug 2.0 entschieden, in Rottweil die durchgängigen Zugläufe zu brechen. Nach Tuttlingen wird rund 30 Minuten früher abgefahren und damit für alle Fahrgäste in Richtung Tuttlingen ein sehr guter Anschluss aus/in Richtung Stuttgart hergestellt. Gleichzeitig verliert man damit zwar in Tuttlingen einen guten Anschluss aus/in Richtung Singen auf die IC, aber die Zahl der Umsteiger in Rottweil ist erheblich höher als diejenige der Umsteiger in Tuttlingen auf den IC nach Singen. Der Ringzug 2.0 wendet dann in Tuttlingen und fährt zurück nach Rottweil, dort wiederum mit sehr gutem Anschluss in Richtung Stuttgart (heute muss man dort 30 Minuten warten). Insbesondere für die Stadt Spaichingen hat diese Fahrplankonstruktion große Vorteile, da hier ja bis auf weiteres nur alle 2 Stunden der IC hält.

Die Ringzuglinie Fridingen – Tuttlingen wird zukünftig in Tuttlingen in den 30er-Knoten gelegt und führt weiter nach Geisingen. Insofern müssten die (wenigen) Fahrgäste in Richtung Leipferdingen in einen Pendel Immendingen – Leipferdingen (fallweise bis/ab Blumberg) umsteigen. Für die Stadt Geisingen ist dies vorteilhaft, da sie dann ab Tuttlingen zur Minute 30 mit dem Ringzug und zur vollen Stunde mit dem RE aus Ulm über Tuttlingen erreicht werden kann, also quasi alle 30 Minuten.

Nebenbei: der von Villingen und von Tuttlingen nach Rottweil fahrende Ringzug soll bis/ab Stadtmitte Rottweil verkehren, also einen viel besseren Zugang zur Innenstadt ermöglichen als dies vom heutigen Bahnhof Rottweil aus möglich ist. Würde man weiterhin umsteigefrei von Villingen nach Tuttlingen fahren, dann müssten die Fahrgäste eine Stichfahrt incl. Zugwende in Rottweil Stadtmitte mitmachen und hätten aus/in Richtung Stuttgart von/nach Tuttlingen schlechte IC-Anschlüsse.

Auch in Tuttlingen ist die bisherige durchgängige Ringzug-Konstruktion nachteilig. Die Züge wickeln sich in Tuttlingen um den (unpünktlichen) IC-Knoten in der vollen Stunde und stehen deswegen ca. 10 Minuten im Bahnhof Tuttlingen. Zukünftig werden sie sich in der Minute 30 dort kreuzen und deswegen nur ca. 2 Minuten stehen. Dies macht für Fahrgäste aus Richtung Geisingen – Immendingen nach Tuttlingen Stadtmitte einen großen Sinn, weil sie schon zwei Minuten später am neuen Haltepunkt Tuttlingen Stadtmitte sind, von wo aus es vielleicht 3 bis maximal 5 Minuten bis zum Rathaus zu Fuß dauert. Für sie entfällt die knapp 10 Minuten lang dauernde Busfahrt vom Tuttlinger Bahnhof zum Busbahnhof. Die Reisezeit von Möhringen zum Rathaus Tuttlingen wird daher sehr viel kürzer als dies heute mit dem Bus Linie 7 ab Möhringen ist, erst recht viel kürzer, wenn man erst mit dem Ringzug bis Tuttlingen fährt und dort auf einen der vielen Busse in die Innenstadt umsteigt. Auch aus Richtung Fridingen – Mühlheim, wo der Zug heute nur einen geringen Anreiz zur Nutzung ausübt, wird sich die Situation nachhaltig verändern, wenn man am neuen Haltepunkt Stadtmitte aussteigen kann. Mit dem Ringzug sowie dem Donautal-RE gibt es dann halbstündliche Verbindungen etwa zwischen Fridingen und Tuttlingen. Die Gutachter der SMA haben dem neuen Haltepunkt ein sehr hohes Fahrgastpotential bescheinigt. Damit werden sie meiner Meinung nach völlig richtig liegen. Geisingen – Tuttlingen – Fridingen, das wird – im Stundentakt betrieben – eine richtig gute Linie des Ringzugs werden.

Auch in Villingen wird beim Ringzug 2.0 die Durchgängigkeit aufgegeben. Der Bräunlinger Ringzug soll bis Villingen – West verkehren, der Rottweil Ringzug nach der allerdings noch nicht definitiv beschlossenen Planung ab St. Georgen bis Rottweil Stadtmitte verkehren und den Raum St. Georgen damit deutlich besser als bislang an die Verbindung von und nach Stuttgart anbinden. Die Konzeption Ringzug 2.0 darf man ferner nicht nur aus Ringzug-Sicht beurteilen. Es gibt mit der Schwarzwaldbahn, der Breisgau-S-Bahn und dem zukünftigen MEX Stuttgart – Rottweil – Villingen noch weitere Zugsysteme, die auf teils eingleisigen Abschnitten und in den Bahnhöfen unterzubringen sind. Zwischen Villingen und Donaueschingen ist der Ringzug das einzige Zugsystem, welches alle Halte bedient. Damit dies mit den Schulzeiten passt, verkehren die Ringzüge dort zeitweise sogar halbstündlich.

Aktuell würde ich unterstellen, dass die Elektrifizierung Rottweil – Villingen, Tuttlingen – Immendingen und Hüfingen Mitte – Bräunlingen die höchste Priorität genießt, dazu die beschriebene Fahrplanumstellung, die auch eine Kreuzungsmöglichkeit in Mühlheim (Ringzug/RE) erfordert, dazu noch einige neue Haltestellen. Bei der Erweiterung nach St. Georgen, dem Lückenschluss Donaueschingen – Geisingen oder der Verbindung zwischen Immendingen und Blumberg-Zollhaus scheinen noch diverse Fragen zu klären zu sein, insbesondere finanzielle.

Viele Grüße vom Vielfahrer
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