Zugausfälle AVG:

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Karl Müller
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Zugausfälle AVG:

Beitrag von Karl Müller » So 3. Jun 2018, 09:03

https://www.ka-news.de/region/karlsruhe ... 66,2234123

Und, "Rangierer" - alles klar?

Wenn`s die Zeitung nicht schreibt - erfährt`s kaum einer. Was er nicht weiß macht Ihn nicht heiß.

Bwerben!?

https://www.avg.info/unternehmen/karrie ... erung.html

Oli

Robin
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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Robin » So 3. Jun 2018, 09:10

Aber ehrlich gesagt: So schlecht sieht der Lohn gar nicht aus...das sind dann netto noch locker 1800-2000 Euro, schätze ich mal - im Monat.
Mal sehen, ob die AVG dem Personalmangel gegensteuern kann - war denn der Lohn schon immer so hoch?

Grüße
Robin

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Christian
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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Christian » So 3. Jun 2018, 16:47

1800-2000€ Netto bei unserem Job nicht schlecht?

Naja, dafür opfern wir oft unsere Wochenenden, sind auch an Weihnachten/ Silvester und Neujahr unterwegs
und können diese Tag vielleicht nicht mit der Familie und/ oder Freunden feiern?!

Zu jeder Sekunde Verantwortung für mehrere Menschen und Maschine. Die ständige Aufmerksamkeit in allen
Bereichen macht einen kaputter wie sonst was ...

Ich kann dir sagen das es Kollegen gibt, die nebenher noch einen 450€-Job haben, weil es sonst nicht reicht ...

Der Lohn muss in meinen Augen noch deutlich Steigen, sonst wird man kaum Leute bekommen. Wenn man
das mal so mit der Statistik vergleicht verdienen wir den üblichen Durchschnittslohn, was bedeutet
jemand der Mo-Fr von 7:00Uhr bis 16:00Uhr in einer Halle an einer Maschine Arbeitet, und das selbe bekommt
wie ein Lokführer der eine 7-Tage Woche hat, der deutlich mehr Verantwortung trägt, ständig 100% anwesend sein
muss und auch an Feiertagen arbeitet ...

Also nicht schlecht? Ich sage, deutlich zu wenig!

Christian
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Wann wird es wohl so weit sein?

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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Robin » So 3. Jun 2018, 20:25

Dann habe ich mich wohl etwas verschätzt...klang für mich jetzt relativ viel.
Aber klar, mehr könnte es auf jeden Fall sein!

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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Vielfahrer » So 3. Jun 2018, 23:08

Zum Vergleich: Ein 39 Jahre alter SBB-Lokführer mit 11 Jahren Diensterfahrung, 41 Stunden Wochenarbeitszeit und 26 Urlaubstagen verdient im Durchschnitt 73.446,15 Schweizer Franken, also deutlich mehr als 5.000.- € pro Monat (brutto). Löhne von 2.000.- € (netto) sind wahrlich nicht attraktiv. Kein Wunder, dass bei solchen Löhnen eine große Fluktuation herrscht. Bei Busfahrern ist das ähnlich, wobei hier noch die Schichtzeiten im Schnitt deutlich länger sind.

Viele Grüße vom Vielfahrer

Karl Müller
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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Karl Müller » Di 5. Jun 2018, 14:18

Christian hat geschrieben:
So 3. Jun 2018, 16:47
1800-2000€ Netto bei unserem Job nicht schlecht?

Naja, dafür opfern wir oft unsere Wochenenden, sind auch an Weihnachten/ Silvester und Neujahr unterwegs
und können diese Tag vielleicht nicht mit der Familie und/ oder Freunden feiern?!

Zu jeder Sekunde Verantwortung für mehrere Menschen und Maschine. Die ständige Aufmerksamkeit in allen
Bereichen macht einen kaputter wie sonst was ...

Ich kann dir sagen das es Kollegen gibt, die nebenher noch einen 450€-Job haben, weil es sonst nicht reicht ...

Der Lohn muss in meinen Augen noch deutlich Steigen, sonst wird man kaum Leute bekommen. Wenn man
das mal so mit der Statistik vergleicht verdienen wir den üblichen Durchschnittslohn, was bedeutet
jemand der Mo-Fr von 7:00Uhr bis 16:00Uhr in einer Halle an einer Maschine Arbeitet, und das selbe bekommt
wie ein Lokführer der eine 7-Tage Woche hat, der deutlich mehr Verantwortung trägt, ständig 100% anwesend sein
muss und auch an Feiertagen arbeitet ...

Also nicht schlecht? Ich sage, deutlich zu wenig!Christian
Hallo, du hast in allem Recht.....nur vergasst du

den unregelmäßigen Dienst, - was bedeutet jeden Tag eine andere Schicht zu haben, ggf auch andere Einsatzorte.

An manchen Tagen nicht zu wissen was man am übernächsten Tag arbeitet - Dispo, Verfügung etc.

Oder, die Verspätungen - die sich zum Teil verherrend auf die Feierabende auswirken, im Schlimmsten Fall ist die

"Nachtruhe" am A.... = Nachtruhe = Zeit zwischen 2 Diensten. Kann durchaus mal unter 10h liegen. Soll aber bei 11h sein.

Zum Vergleich: "Otto Normalverbraucher" fängt um 8...Uhr an und hat um 17.00 Uhr Feierabend. Das sind jeden tag 15h Nachtruhe.

Die Heutige Geringschätzung des Berufes spielt da kaum noch eine Rolle.....

Informativ: Ein ehemaliger Lokführer des BW Tübingen erzählte mir das er in Trillfingen der 2- Ranghöchste Mensch war...nach dem Pfarrer!

Oli
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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von KBS720 » Di 5. Jun 2018, 17:04

Vielfahrer hat geschrieben:
So 3. Jun 2018, 23:08
Zum Vergleich: Ein 39 Jahre alter SBB-Lokführer mit 11 Jahren Diensterfahrung, 41 Stunden Wochenarbeitszeit und 26 Urlaubstagen verdient im Durchschnitt 73.446,15 Schweizer Franken, also deutlich mehr als 5.000.- € pro Monat (brutto). Löhne von 2.000.- € (netto) sind wahrlich nicht attraktiv. Kein Wunder, dass bei solchen Löhnen eine große Fluktuation herrscht. Bei Busfahrern ist das ähnlich, wobei hier noch die Schichtzeiten im Schnitt deutlich länger sind.
Wenn ich davon ausgehe was ich mit 5 Jahren Erfahrung verdiene und was maximal geht, liegt das selbst in der höchsten Stufe noch deutlich darunter. Das ist alles nicht unbedingt förderlich für die Personalfindung, abgesehen das Ottonormal Bürger auch null Ahnung hat bzw. null Gedanken macht wie eigentlich der ganze Betrieb zu Stande kommt und dementsprechend kaum einer den Beruf kennt.

Grüße Andreas
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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von wolfgang65 » Di 5. Jun 2018, 19:21

Vielfahrer hat geschrieben:
So 3. Jun 2018, 23:08
Zum Vergleich: Ein 39 Jahre alter SBB-Lokführer mit 11 Jahren Diensterfahrung, 41 Stunden Wochenarbeitszeit und 26 Urlaubstagen verdient im Durchschnitt 73.446,15 Schweizer Franken, also deutlich mehr als 5.000.- € pro Monat (brutto). Löhne von 2.000.- € (netto) sind wahrlich nicht attraktiv. Kein Wunder, dass bei solchen Löhnen eine große Fluktuation herrscht. Bei Busfahrern ist das ähnlich, wobei hier noch die Schichtzeiten im Schnitt deutlich länger sind.

Viele Grüße vom Vielfahrer
Diesen Vergleich zu machen ist natürlich eher Unfug, auch wenn es so nah liegt....

Die Schweiz ist das Land mit den höchsten Lebenshaltungskosten, und daher müssen die Löhne auch deutlich höher sein. Zusätzlich ist in der Schweiz natürlich auch überdurchschnittlich viel Geld vorhanden und damit auch die ganze Staatsfinanzierung anders. Die SBB erwirtschaftet ja nicht gerade viel Geld...

Warum vergleichst Du denn nicht mit Frankreich, Österreich, Italien oder anderen EU Ländern - das würde Sinn machen. Zumindest in Frankreich gibt es ja extrem starke Gewerkschaften, da müssten die Löhne höher sein (wissen tue ich es aber nicht)....

Noch ein weiterer Punkt - Nettolöhne zu vergleichen ist immer schwierig - Ein Single verdient nur mal netto deutlich weniger als ein Verheirateter mit Kind bei gleichem Bruttolohn. Bruttolohnvergleiche sind daher sicher realer....

So jetzt will aber nicht weiter meckern - Reale Zahlen würde ich viel interessanter finden. Vielleicht machen es unsere EU-Nachbarstaaten ja besser.

Grüße

Wolfgang

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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Robin » Di 5. Jun 2018, 20:16

Ach ja, Vielfahrer, von Lokführern in der Schweiz haben wir ja mal geredet. :tut-tut: Die Schweizer sind uns in Vielem ein Vorbild. Und wenn man es möchte, dann könnte man die Löhne sehr gut erhöhen (ich denke da an die massigen Gewinne der DB oder anderen Unternehmen - wenn es schon nicht in die Infrastruktur fließt, dann wenigstens an die eigenen Leute und nicht ins Ausland - letztendlich ist das aber eh undurchschaubar, wie ich finde). Mal ein bisschen die Prämien in den oberen Etagen kürzen und an die Lokführer verteilen. Wäre auch nicht schlecht.
Ich denke auch, man müsste nicht gerade auf mehr als 5000 € brutto kommen. 4000 € wären ja als Anfang auch nicht so schlecht, meinetwegen auch 3500 €. Trotz des höheren Lebensstandards in der Schweiz denke ich, dass da dennoch ein gutes Häufchen übrig bleiben dürfte. Man lebt sicherlich (auch grundsätzlich) besser in der Schweiz - in allem.
Aber, immer schön sparen, dass Chefs fette Boni erhalten...ein Zustand, den ich schon des Öfteren erzählt bekommen habe. Das mag in der Schweiz nicht immer viel anders sein - aber man behandelt dafür seine Mitarbeiter trotzdem angemessen. Eine Mutmaßung, scheinbar ist es aber so, habe noch nie gehört, dass der SBB die Lokführer davon laufen...

In Frankreich soll es, habe ich mal gehört, um Lokführer teils sogar schlechter stehen. Inwieweit das stimmt oder nicht, weiß ich aber nicht. Italien dürfte, wage ich zu urteilen, auch nicht viel besser sein.

Grüße
Robin, der überlegt, auf deutschem Boden zu leben und in der Schweiz bissel durchs Ländle zu fahren. :tut-tut:

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Re: Zugausfälle AVG:

Beitrag von Rangierer » Mi 6. Jun 2018, 07:41

Hallo zusammen,
Robin hat geschrieben:
So 3. Jun 2018, 09:10
Mal sehen, ob die AVG dem Personalmangel gegensteuern kann - war denn der Lohn schon immer so hoch?
Dass der Personalmangel besser wird - das wird erst passieren wenn die AVG zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 ca. 1/3 der Leistungen an das Netz 7b abgeben muss. Erst dann dürfte eine entsprechend ausreichende Personaldecke zur Verfügung stehen. Vorher wird sich die Situation nicht (mehr) ändern. Unterschied zu DB Rergio (Württemberg)? Das MVI in Stuttgart zeigt keinerlei Interesse an der Situation...
Karl Müller hat geschrieben:
So 3. Jun 2018, 09:03
Und, "Rangierer" - alles klar?
Wenn die Infos aus den gewöhnlich gut informierten Quellen stimmen, dann fallen die Züge keineswegs (nur) wegen der kurzfirstigen Krankmeldungen aus, vielmehr ist (mal wieder) die Überstundengrenze eines Arbeitsvertrages erreicht...
Ausbilden tut man ja in Karlsruhe nun schon seit 4 Jahren "mit erweitertem Ausmaß" - bringen tut es nicht viel. Die Durchfallquote ist wohl ziemlich hoch - ob es daran liegt, dass man nach EBO, FV-NE und Bo-Strab ausbildet?


Grüße,


Tobi
"Man muss die Bahn zu den Menschen bringen und nicht die Menschen zur Bahn!"
Dr.-Ing. E.h. Dieter Ludwig


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