Frühjahrstagung im Infozentrum Lindau Hbf

Sonstiges, worüber man sich das "Maul" zerreisen kann.
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Frühjahrstagung im Infozentrum Lindau Hbf

Beitrag von Vielfahrer » Do 12. Apr 2018, 20:38

Am Montag dieser Woche war mal wieder Infoabend der DB im Bahnhof Lindau Hbf. Im Mittelpunkt der wiederum hochinteressanten Ausführung seitens maßgeblicher Mitarbeiter von DB-Netz wurden zahlreiche Projekte entlang der ABS 48 (München - Lindau) beleuchtet. Schwerpunktthema war der Schallschutz. Eine Visualisierung in 3D-Technik kann man sich auf der Homepage der ABS 48 ansehen.

Wo und wie Schallschutzwände gebaut werden, ist Ergebnis der Untersuchungen und wird im Rahmen der Planfestellung vom EBA festgesetzt. Der kommunale Spielraum besteht darin, dass entschieden werden kann, welche Farbe die Schallschutzwände haben oder ob sie teilweise transparent sein können usw. Einen sarkastischen aber zutreffenden Beitrag lieferte ein Schweizer Planer. Ihm zufolge ist es völlig wurscht, ob die Schallschutzwände grün oder lila bestellt werden. Binnen weniger Tage wären sie sowieso komplett mit Graffitis versehen. Er kritisierte auch die Haltestellen, die hinter Schallschutzwänden insbesondere während der dunkeln Jahreszeit zu unheimlichen Orten mutierten. Da wolle sich keiner mehr aufhalten.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch moniert, dass es für den Bahnhof Lindau-Reutin, immerhin EC-Halt und wichtiger Verknüpfungsbahnhof, noch keinen Entwurf für ein Bahnhofsgebäude gibt. Man müsse solch einen Ort doch mit einer herausragenden Architektur versehen. In der Schweiz mache man das immer so.

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Re: Frühjahrstagung im Infozentrum Lindau Hbf

Beitrag von Vielfahrer » Fr 18. Mai 2018, 14:29

Eine erste Maßnahme im Zusammenhang mit dem Umbau des Bahnknotens Lindau konnte inzwischen abgeschlossen werden. Die DB-Netz hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Lindau den Bahnübergang Langenweg beseitigt. Die Schwäbische Zeitung hat die Einweihung der neuen Unterführung festgehalten. Einer der Redner ist von DB-Netz Herr Katz, der bislang die Infotagungen in Lindau immer vorbildlich begleitet hat.

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Herbsttagung im Infozentrum Lindau Hbf

Beitrag von Vielfahrer » Do 11. Okt 2018, 22:11

Hallo,

heute Abend wurden die Interessierten von der DB über den Stand der Arbeiten bei der ABS 48 Buchloe - Lindau-Reutin informiert. Die längste Baustelle Bayerns, von Buchloe bis Leutkirch, wird termingerecht fertig gestellt. Im kommenden Jahr geht es dann an den Abschnitt Leutkirch - Wangen, wobei die Wangener Brücken die bautechnische Herausforderung darstellen werden. 2020 ist dann der Abschnitt Hergatz - Lindau Reutin in Arbeit, bei dem u.a. fünf zusätzliche Bahnstationen errichtet werden.
Der zuständige Vertreter von DB Station&Service schilderte den Stand der Planungsarbeiten für Lindau-Aeschach und Lindau-Oberreitnau, also zwei Stationen, die über das Programm "Stationsoffensive" der DB finanziert werden. Bei diesem Programm finanziert das Land Bayern 50% und die DB 50%, die kommunale Seite nichts. Die Eigenmittel der DB sollen/müssen sich dadurch rechnen, dass über zusätzliche Fahrgelderlöse Züge bestellt werden, die Halten und über die dann anfallenden Stationsgebühren eine Refinanzierung stattfinden kann.

Schwerpunkt der heutigen Ausführungen in Lindau waren aber die Bauarbeiten in der Stadt Lindau selbst. Der Bauingenieur Herr Katz von DB Netz führte durch die Vielzahl von Baustellen, vom Rückbau des Bahnhofs Lindau über Bahnübergänge, Elektrifizierung usw. bis zur westlichen Einfahrt in den Bahnhof Lindau Reutin. Auf die DB kommt da im kommenden Sommer eine Riesenherausforderung zu, denn mitten in den Sommerferien, während denen ja Lindau in der Regel überlaufen ist von Touristen, müssen die Bauarbeiten für den westlichen Teil des Bahnhofs Reutin starten. Binnen 5 Tagen müssen 1.600 voll beladene LKW zusätzlich auf das ohnehin schon überlastete Straßennetz geschickt werden. Da geht dann schwer was ab in Reutin, wo sich der Verkehr sowieso schon immer staut. Ein Schienenabtransport war nicht machbar, da die Gleise zugleich fehlen (Totalsperrung). Längere Diskussionen ergaben sich um die Erreichbarkeit der Flächen innerhalb des Lindauer Gleisdreiecks. An schönen Tagen in diesem Sommer wurden an den entsprechenden Bahnübergängen bis zu sechstausend (!) Radfahrer gezählt pro Bahnübergang. Die DB stellt da inzwischen zusätzliches Sicherheitspersonal an die Bahnübergänge, um unberechtigtes Queren usw. zu verhindern.
Am 8. November werden die Einsprüche gegen die Planungen der Bahn nichtöffentlich verhandelt. Zugelassen sind nur die Beschwerdeführer. Die Sitzungen werden von der Bezirksregierung Schwaben geleitet. In der Diskussion zeichneten sich Differenzen zwischen der Planung der DB und der Auffassung der Stadt Lindau ab. Sie werden aber erst auf dem Wege der förmlichen Anhörung beantwortet werden. Danach wird die Bezirksregierung Schwaben einen Bericht an das Eisenbahn-Bundesamt erstellen und dort wird dann die Entscheidung über die Planfeststellung getroffen werden. Anschließend kann ein Finanzierungsvertrag geschlossen werden, dem dann die Ausschreibungen folgen, schließlich der Bau.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Frühjahrstagung im Infozentrum Lindau Hbf

Beitrag von Goldberger » Fr 12. Okt 2018, 19:51

Nehemen wir mal an, neben den laufenden Elektrifizierungen München-Lindau und Ulm-Lindau kommen die geplante Basel-Erzingen und der wahrscheinlichen Radolfzell-Friedrichshafen:
Wäre es dann eigentlich sinnvoll, durchgängige Züge (z.B. im 2h-Takt) Basel-Lindau-München zu führen ? (Immerhin die größte Stadt in Süddeutschland).
Im Prinzip versetzt zum IC München-Zürich. Also 1xstündlich schnell (IC/IRE), 1xRB. Sehr ihr genügend Bedarf dafür - bisher ist soweit ich weiß kein zweites schnelles Angebot geplant.
Wenn sowieso in Memmingen die Eigenkreuzung der IC stattfindet, wären wahrscheinlich 1-2 Begegnungabschnitte, auchmit dem dann stündlichen RB-Verkehr nötig. Solange aber nicht nich Güterverkehr durchmuss, wäre das warscheinlich ohne komplett zweigleisigen Ausbau nötig.
Gibt es im Rahmen der RB/S-Bahn um Memmingen Ausbauten die über neue Stationen hinausgehen ?

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Re: Frühjahrstagung im Infozentrum Lindau Hbf

Beitrag von Vielfahrer » Fr 12. Okt 2018, 22:21

Einen Markt für eine durchgängige und schnelle Verbindung Basel - München via Lindau gibt es. Schaut man in die früheren Kursbücher, so gab es da teils mehrere D-Züge in dieser Relation. Angedacht war auch mal, einen InterRegio Light auf dieser Route verkehren zu lassen. Mit der Einstellung des IR-Verkehrs insgesamt kam für diese Überlegungen aber das Aus. Der IRE Basel - Friedrichshafen - Ulm (Umstieg nach München) läuft bekanntlich auch sehr gut. Im Abschnitt München - Lindau würde ich weniger Trassenprobleme sehen. Es liefe auf eine Kreuzung zur Minute 30 in Wangen hinaus, das dadurch ggf. zum lang ersehnten IC-Halt käme. Schwieriger dürfte es auf der Bodenseegürtelbahn werden, insbesondere im Abschnitt Lindau - Friedrichshafen. Als schnelles Produkt soll hier der aus Stuttgart über die NBS kommende IRE nach Reutin und idealerweise weiter nach Vorarlberg verkehren. Dieser Zug läge in Lindau-Reutin im Nullknoten und soll stündlich verkehren. Zwischen Lindau und Friedrichshafen müssten dann zwei schnelle Produkte verkehren, eines stündlich, das andere zweistündlich und zudem bedarf es mindestens eines stündlichen Nahverkehrs. Zur Verfügung steht aber nur ein Gleis, allerdings mit vielen Kreuzungsmöglichkeiten. Im Abschnitt Friedrichshafen - Radolfzell soll ein schneller Zug pro Stunde verkehren können, in diese Trasse müsste man München - Lindau - Basel legen. Zusätzlich soll in diesem Abschnitt stündlich eine Regionalbahn verkehren, die zur HVZ auf den 30-Minuten-Takt verdichtet werden soll. Zwischen Radolfzell und Basel soll mit der Elektrifizierung letztlich ein 30-Minuten-Takt mit RE eingerichtet werden, zusätzlich gibt es die vorhandenen Regionalbahnen Singen - Schaffhausen, Schaffhausen- Erzingen, Lauchringen/Waldshut - Basel Bad Bf.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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