ZOB Ulm in der Diskussion

Sonstiges, worüber man sich das "Maul" zerreisen kann.
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ZOB Ulm in der Diskussion

Beitrag von Vielfahrer » Fr 6. Okt 2017, 23:27

An kommenden Dienstag um 19 Uhr geht es im Rathaus in Ulm im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung um den ZOB Ulm. Wie bekannt sekn dürfte, wird dieser seit einigen Monaten als Provisorium ZOB West und ZOB Ost (an der Schillerrampe) betrieben, da der komplette Bahnhofsvorplatz umgebaut wird. Insgesamt investiert die Stadt Ulm um die 300 Mio. € in diesem Bereich. Während es noch vor dem letzten Krieg tatsächlich ein Bahnhofsplatz in Ulm gab, ist dieser Platz längst zu einer reinen Verkehrsfläche degeneriert. Im Rahmen der Neuplanungen könnte man nun wieder einen echten Platz schaffen, indem ein Gebäude entsprechend platziert wird. Die Nutzung dieses Gebäudes könnte zum Beispiel in einem Fahrradparkhaus liegen, es könnten Toiletten für das Fahrpersonal der Busse oder die Kunden vorgehalten werden usw. Der für das Gebäude notwendige Platz muss, verkürzt ausgedrückt, vom Busbahnhof abgezwackt werden.

Eine der Fragen, um die es nunmehr geht, ist die zukünftige Dimensionierung des ZOB Ulm. Soll der ZOB so groß konzipiert werden, dass ein zukünftiges Wachstum mit Bussen bewältigt werden kann oder setzt man vielmehr auf die Regio-S-Bahn Donau-Iller bzw. das Zielkonzept 2025 des Landes und entsprechender Ausbaupläne Bayerns sowie auf den Ausbau der Stadtbahnlinie Ulm.
Hat man letzteres vor, so reicht ein kleiner dimensionierter ZOB völlig aus. Verkehre aus dem Umland werden schon heute in Laupheim Stadt, Erbach, Blaubeuren, Herrlingen, Langenau, Niederstotzingen, Senden, Vöhringen oder Weißenhorn auf die Schiene gebrochen. Langläufer gibt es praktisch keine mehr, sieht man von einer Fahrt aus Heidenheim oder einigen Fahrten aus Bad Urach ab, wobei letztere perspektivisch zukünftig an den NBS-Bahnhof Merklingen geführt werden sollen.

Die Busunternehmen und der Busunternehmerverband sowie die IHK lehnen einen geringer dimensionierten Busbahnhof strikt ab. Sie weisen nach, dass man für die insgesamt 29 Regionallinien ab Ulm 23 Abfahrtsplätze bauen sollte. Die städtischen Planungen gehen von 9 Abfahrtsplätzen aus, die das gegenwärtige Verkehrsaufkommen von rund 500 Abfahrten von Regionalbussen pro Tag gut bewältigen können. Das für den Raum Ulm/Neu-Ulm prognostizierte starke Bevölkerungswachstum wird schwerpunktmäßig auf Schienenverkehren gesehen (Stadtbahn und regionale Bahnlinien). So etwa hat gerade in dieser Woche die BEG (Bayrische Eisenbahngesellschaft) anlässlich der Vergabeentscheidung für das Dieselnetz Allgäu (ging an DB-Regio) mitgeteilt, dass zukünftig ab Ulm ein 30-Minuten-RB-Takt in Richtung Senden - Memmingen gefahren werden soll, also quasi eine S-Bahn konzipiert ist. Auch auf der Südbahn sollen halbstündliche Nah- und halbstündliche schnelle Verkehre ab Elektrifizierung den Verkehr bedienen, auf der Brenzbahn ist die HzL mit stündlichen RB und RE vorgesehen, dazuhin noch zweistündliche IRE und auf der Donaubahn soll neben dem Stundentakt mit RE nach Donaueschingen auch eine stündliche RB nach Munderkingen (ggf. Riedlingen) und eine Verdichter RB vsl. bis Blaubeuren den Verkehr bedienen.

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Re: ZOB Ulm in der Diskussion

Beitrag von Vielfahrer » Do 12. Okt 2017, 21:52

Über die Veranstaltung im Ulmer Stadthaus gegenüber des Ulmer Münsters berichtet heute die Südwestpresse ausführlich:

Die Planung am Bahnhof und am Busbahnhof ist offenbar kein reines Insider-Thema. Architekten, Vertreter von Radfahrerverband, Sehbehindertenverein, Frauenforum, Regionaler Planungsgruppe, IHK, Händler, Busunternehmer, Stadträte, viele Bürger und auch der frühere Baubürgermeister Alexander Wetzig sowie Sedelhöfe-Investor Lothar Schubert aus Hamburg kamen am Dienstagabend ins Stadthaus, um die Pläne der Stadt zu hören – insgesamt rund 120 Interessierte.
Baubürgermeister Tim von Winning hob die Bedeutung des Bahnhofs als Mobilitätsdrehscheibe hervor. Allein mit Zügen kommen täglich 40.000 Menschen in Ulm an. In der Planung gelte es, einen Spagat zu bewältigen: einerseits einen Ankunftsort mit Platzcharakter zu schaffen, andererseits den Verkehrsströmen gerecht zu werden. „Das ist alles andere als banal.“ Von Winning stellte detailliert dar, was die Stadtplaner an drei prägnanten Stellen vorhaben.
Bahnhofplatz Das in einem Wettbewerb zum Sieger gekürte große Dach ist Geschichte. Stattdessen soll den Bahnhofplatz ein kleineres Dach überspannen. Auch an den Bus- und Straßenbahnhaltestellen soll es keine durchgängige Überdachung geben, sondern mehrere kleinere überdachte Warteplätze, „doppelt so viele wie bisher“. Das ursprünglich geplante große Dach hätte laut von Winning als optische Barriere zur City gewirkt.
Um den Platzcharakter herauszuarbeiten, soll am südlichen Rand ein Neubau entstehen. Dazu müsste der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) deutlich kleiner werden. In dem Neubau stellt sich der Baubürgermeister im Erdgeschoss Nutzungen vor, die Fahrgäste brauchen: Kiosk beispielsweise, Bäcker, Kundenzentrum und auch Pausenräume für Busfahrer. In den oberen Geschossen sei die Nutzung noch völlig offen. Fahrradabstellplätze wären möglich, aber auch ein Ärztehaus oder anderes. Eine Passage soll Fußgänger durch den Neubau zum ZOB führen.
Busbahnhof Um Platz für das neue Gebäude zu schaffen, soll der ZOB  auf zehn Bussteige und  vier Nachziehplätze für Busse verkleinert werden. Sie seien auch laut eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens ausreichend, um die Funktionalität des ZOB zu erhalten. Für jede Linie soll es eine feste Bushaltestelle geben, damit sich Fahrgäste leicht orientieren können, betonte von Winning. Busse, die am ZOB enden und ihre nächste Fahrt mehr als eine halbe Stunde später haben, müssten diese Wartezeit an einer anderen Stelle überbrücken.
Am ZOB selbst sieht der Baubürgermeister keine größeren Probleme, die Zufahrt aber sei ein „neuralgischer Punkt“. Sie wäre kürzer und damit anfälliger für Stauungen. Die Busse würden auf Höhe des Parkhauses Deutschhaus in den ZOB fahren. Gleichzeitig muss aber der Verkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße und die Ausfahrt aus dem Deutschhaus abgewickelt werden.
Der Baubürgermeister stellte auch die Varianten der IHK vor, die gegen die Pläne der Stadt Sturm läuft. Die Kammer will den ZOB in seiner bisherigen Größe und Zufahrt erhalten und wendet sich gegen den Neubau als Platzbegrenzung. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, seien demnach 23 Bussteige und 4 Nachziehplätze nötig.
Als Alternative hat die IHK auch durchgeplant, wie ein verkleinerter ZOB mit veränderter Zufahrt und Platz für einen Neubau funktionieren würde. IHK-Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle machte am Rande der Veranstaltung deutlich, dass dies nur eine Notlösung wäre.
Die Stadträte müssen noch in diesem Jahr eine Richtungsentscheidung treffen, sagte von Winning. Für den weiteren Baufortschritt in der Friedrich-Ebert-Straße müssen sie die Zufahrt zum ZOB festlegen. Damit entscheidet sich, ob ein Neubau am Bahnhofplatz möglich ist oder nicht.
Bahnhofplatz 7 Dem Sedelhöfe-Investor DC Commercial ist es gelungen, das Gebäude zu kaufen. Es soll im Sommer 2018 abgerissen werden, zum Neubau gibt es einen Wettbewerb, sagte von Winning. Um die alte Sichtachse Richtung Bahnhof wiederherzustellen, müsste der Neubau aus zwei Gebäuden bestehen. Dafür sprachen sich einige Zuhörer aus, diese Variante ist aber laut von Winning unwirtschaftlich und damit nicht realistisch.

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Re: ZOB Ulm in der Diskussion

Beitrag von Vielfahrer » Do 5. Jul 2018, 15:59

Wer derzeit nach Ulm fährt, der steht, vom Hauptausgang des Ulmer Hbf kommend, vor Bauzäunen, die sich mehrere Hundert Meter in die Länge ziehen. Man kann entweder auf der nördlichen Seite zur Stadtbahn-Haltestelle Hauptbahnhof gehen oder schräg rechts über eine Furt die Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Ulmer Münster queren und am Bauzaun entlang zum derzeitigen provisorischen ZOB Ost gehen (ca. 5 Minuten). Der Weg vom Hauptbahnhof zum ZOB West in der Schillerstraße wird vom DING in der Auskunft mit 19 Minuten angegeben. Am ZOB-West fahren vorwiegend die Busse des RAB und der Fa. Bottenschein ab. Aktuell läuft die endgültige Ausbauplanung des ZOB, wobei primär die Frage zu klären ist, ob 9 Bussteige für den Regionalverkehr zukünftig ausreichend sind oder ob auf einer größeren Fläche maximal 24 Bussteige, wie die Busunternehmen und die IHK wünschen, unterzubringen sind. Aus städtebaulichen Gründen würde die Stadt Ulm gerne einen "Platz-Charakter" dem Bahnhofsplatz geben, also etwa ein Gebäude dort bauen, wo der Fußgängersteig über die Gleise des Hauptbahnhofs endet. Hauptbahnhof und Zentraler Omnibusbahnhof würden durch ein solches Gebäude optisch voneinander getrennt. In der riesigen derzeit ausgehobenen Baugrube vor dem Hauptbahnhof soll eine Tiefgarage entstehen. Wie man sich unschwer vorstellen kann, sind Konstruktion und Bauart der Stützen natürlich davon abhängig, ob Gebäude oder nur Verkehrsflächen zu tragen sind. Aus diesem Grund muss die Entscheidung über die Dimensionierung des ZOB relativ rasch gefällt werden.

Wie einer Vorabbekanntmachung des Alb-Donau-Kreises heute zu entnehmen ist, werden im Raum Merklingen derzeit zwei Buslinien umgeplant. So sollen die Verkehre aus dem Raum Nellingen zukünftig zum Bahnhof Merklingen geführt werden (Stundentakt in 10 Minuten nach Ulm über die NBS) und nur noch in vereinzelten Lagen bis Ulm geführt werden. Auch in Blaustein, Herrlingen und Blaubeuren sind Umsteigeanlagen Bus/Donautalbahn entstanden. In Ehingen besteht das Problem, dass die Zeit zwischen Ankunft der Taktzüge aus Ulm und Abfahrt der Taktzüge nach Ulm (ab Dez. 18 ja minutengenau eingehaltener Takt laut NVBW) zu knapp sind, um die bestehende Stadtbuslinie beidseitig mit Anschlüssen zu versehen.

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Re: ZOB Ulm in der Diskussion

Beitrag von Tannenrainer » Do 5. Jul 2018, 17:48

Vielfahrer hat geschrieben:
Do 5. Jul 2018, 15:59
Wie einer Vorabbekanntmachung des Alb-Donau-Kreises heute zu entnehmen ist, werden im Raum Merklingen derzeit zwei Buslinien umgeplant. So sollen die Verkehre aus dem Raum Nellingen zukünftig zum Bahnhof Merklingen geführt werden (Stundentakt in 10 Minuten nach Ulm über die NBS) und nur noch in vereinzelten Lagen bis Ulm geführt werden.
Hallo Vielfahrer,

wer hätte das im September 1985 gedacht, als Merklingen durch die Stillegung der WEG-Meterspurbahn Amstetten-Laichingen seinen Schienenanschluß verlor, daß sich 35 Jahre später Merklingen mit einem Bahnhof an der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm (-München) zum ÖPNV-Drehkreuz auf der Laichinger Alb mausert...

Eine unglaubliche Entwicklung, wie ich finde... dazu kommt, daß ja mittlerweile selbst Gemeinden aus dem Kreis Göppingen (Drackenstein, Hohenstadt, Bad Ditzenbach, Wiesensteig) dem Zweckverband "Region Schwäbische Alb – Verband zur Errichtung der Bahnhofs Merklingen (...)" beigetreten sind, was insbesondere deshalb bemerkenswert ist, als daß diese Gemeinden im oberen Filstal üblicherweise ja filsabwärts nach Geislingen/Steige orientiert sind, wo man von dem neuen Bahnhalt auf der Alb wenig begeistert ist und befürchtet, ins Hintertreffen zu geraten...

Vermutlich wird es da dann erstmalig auch zu einer Busverbindung zwischen Merklingen und dem oberen Filstal kommen, wo bislang ja die Kreisgrenze Göppingen/Alb-Donau für den ÖPNV ein unüberwindbares Hindernis darstellte. Liegen Dir, Vielfahrer, da eventuell entsprechende Pläne oder Informationen vor? Würde mich durchaus interessieren auch aufgrund familiärer Beziehungen in diesen Landstrich...

Gruß
Tannenrainer

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Re: ZOB Ulm in der Diskussion

Beitrag von Fridinger » Do 5. Jul 2018, 18:31

Eigentlich würde ja ein kleinerer ZOB direkt am Hauptbahnhof genügen, schließlich fahren die Fernbusse nur ab Ulm-Böfingen. Und angesichts dessen, dass tatsächlich sehr viele Langläufer-Linien des RAB oder der damaligen Touring weggefallen sind (das letztgedruckte amtliche Buskursbuch 1992 kennt noch heute undenkbare Linien, wie Stuttgart-Riedlingen-Isny, zweimal täglich - und auch Ulm wurde oft bedient) würde sich wahrscheinlich nur eine Ausdehnung des Stadtbusverkehrs an dieser Stelle bemerkbar machen.

Aus Kapazitätsgründen wird ja der Ersatzverkehr für die Südbahnsperrung ab September teilweise über Neu-Ulm geregelt - der IRE Stuttgart-Ulm-Lindau fährt dann Stuttgart-Neu-Ulm, von wo aus ein Ersatzbus in wahrscheinlich deutlich besserer Fahrzeit (B30 und schnell aus dem Stadtgebiet draußen, während man von Ulm erstmal über die stark belastete und fast nur einspurige B311 muss) nach Laupheim fährt. Auch gibt es während der Bauzeit dann interessante Kombinationen, der IRE Basel-Ulm wird ab Friedrichshafen zur Regionalbahn nach Laupheim und ergänzt die BOB um einen Halbstundentakt bis Aulendorf (hält bis dorthin aber IRE-ähnlich). Damit gibt es dann bspw. durchgängige Verbindungen von Basel nach Biberach Süd oder dergleichen.
Diese Signatur verspätet sich aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf um wenige Minuten.

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Re: ZOB Ulm in der Diskussion

Beitrag von Vielfahrer » Do 5. Jul 2018, 22:38

Hallo Fridinger,

In der Tat hat die Wegnahme der Fernbusse den ZOB stark entlastet, weil es nicht die Flixbusse waren sondern die Gastarbeiter-Fernbuslinien, die das Problem waren. Da sind PKW mit viel Gepäck auf den Busbahnhof gefahren, um die Busse zu beladen. Die Linien-Fernverkehre waren in Ulm nicht so stark vertreten, jedenfalls kann ich mich daran nicht mehr entsinnen, dass es viele Busse gegeben hat, die viel weiter als 50 km gefahren sind (Ausnahme Heidenheim oder Wain, Kellmünz). Die SWU-Busse fahren sowieso nicht auf den ZOB. Sie haben die Erlaubnis, auf den Stadtbahn-Trassen zu fahren und halten deshalb unmittelbar vor dem Hauptbahnhof. Ich vermute mal, dass der Mischverkehr Bus und Stadtbahn auf der gleichen Trasse spezielle Fahrerschulungen voraussetzt. Alle Regionalbusse würden gerne vom Ehinger Tor zum Hauptbahnhof oder zum ZOB auf der Stadtbahntrasse fahren, dürfen aber ausnahmslos nicht und müssen deshalb die stauanfällige Zingler-Straße nutzen.

Das Hauptproblem beim SEV besteht darin, dass gleichzeitig die Südbahn-Elektrifizierung mit SEV für werktäglich 10.000 Fahrgäste stattfindet, der ZOB sich bis Ende 2022 im Umbau befindet und außerdem beim Ehinger Tor die Stadtbahn zum Kuhberg gebaut wird. Die Streckenführung ist also zeitgleich mit vielen Bauarbeiten gespickt, weshalb es die einzig sinnvolle Alternative war, die Züge von Stuttgart nach Ulm Hbf bis Neu-Ulm zu verlängern, um vom dortigen ZUP (liegt auf dem Deckel des Bahnhofs Neu-Ulm) zu starten. Nachteil daran ist, dass die Unterwegsbedienung von Ulm Donautal oder Erbach nicht über diese Streckenführung möglich ist. Die Lokalbusse müssen deshalb von der Schillerstaße (westlich des Hauptbahnhofs Ulm) starten und die Beeinträchtigung durch die Stadtbahnbaustelle hinnehmen. Die DING-Fahrplanauskunft definiert bislang den Fußweg vom Bahnsteig bis zum ZOB West mit 19 Minuten, was realistisch ist, bis die Aufgänge von den Bahnsteigen zur Fußgänger-Überführung fertiggestellt sind. Das Loch vor dem Bahnhof dürfte so ca. 250 Meter lang, 30 Meter breit und 10 Meter tief sein.

Wie Du richtig scheibst, ist das Fahrplankonzept südlich Laupheim recht schlau, indem ein 30-Minuten-Takt anstelle der heutigen Fahrleistungen eingerichtet wurde. Damit verlieren Kunden ab Friedrichshafen nach Stuttgart, die zwischen Laupheim und Ulm fahren, nicht eine Stunde sondern nur 30 Minuten. Für Fahrgäste aus der Querachse Kißlegg - Aulendorf - Bad Saulgau trifft dies aber nicht zu, denn die fährt weiterhin nur im Stundentakt. Diese Fahrgäste dürften daher ggf. über die IRE via Sigmaringen - Tübingen ausweichen wie auch alle anderen Nicht SEV-Begeisterten, so dass es auf der Zollernbahn zu Auslastungsproblemen kommen könnte.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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