Selbstversuch Hochrheinbahn

Alles zur Strecke Basel - Waldshut - Schaffhausen - Singen kann hier rein.
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Tom2988
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Selbstversuch Hochrheinbahn

Beitrag von Tom2988 » So 16. Sep 2018, 08:42

Letzten Donnerstag den 13.09. habe ich mich entschlossen, nach vielen negativ Beiträgen und Zeitungsartikel über die Hochrheinbahn, mich auf den Weg und mir selbst ein Bild zu machen.


Ich fuhr mit dem RE 4703 um 6.36 Uhr in Villingen los nach Singen, Abfahrt und Ankunft pünktlich.
Weiter nutzte ich den IRE 3040 Singen 8.02 Uhr nach Basel Bad, Abfahrt und Ankunft pünktlich mit 2x 612
Mit IRE 3063 fuhr ich um 9.42 in Basel ab und stieg um 10.13 Uhr in Waldshut wieder aus, ebenfalls pünktlich.
Nach einer Pause fuhr ich dann mit RB 17350 Abfahrt um 11:15 Uhr von Waldshut nach Rheinfelden, wieder pünklich.
RB 17353 brachte mich dann um 12.01 Uhr wieder zurück nach Waldshut. Hier erlebte ich meine erste Abweichund des Tages, Der Zug erreichte den Bf Waldshut pünklich, jedoch auf Gleis 2 statt Gleis 1.

Mit einer Defekten Türe und mir an Bord begab sich die RB 17357 von Waldshut 13.00 nach Erzingen, wieder Pünktlich.
Bei IRE 3068 durfte ich an diesem Tag meine erste Verspätung verbuchen, Ankunft in Basel mit Drei Minuten Verspätung. (Ich weiss, das zählt offiziell als Pünktlich)
RB 17363 und 17368 Basel-Lauchringen und zurück liefen wieder Planmäßig, Ankunft in Basel jedoch auf Gleis 11 statt 9.

Nun ging es mit IRE 3071 und 4730 von Basel Abfahrt 17.42 Uhr wieder nach Villingen Ankunft war um 19.51 Uhr(beide Züge pünktlich).

Alle IRE von Ulm nach Basel bzw. Basel nach Ulm, die mir auch bei Begegnungen auffielen, liefen mit 2x 612, die Singener IRE mit 1x612.

Mein Fazit: an diesem Tag wurde 2x das Ankunftsgleis am Zielbahnhof geändert, die Gründe blieben mir unbekannt. Alle Züge Richtung Basel fuhren in Rheinfelden baustellenbedingt über Gleis 3 statt über Gleis 2.
An einem 641 ist mir eine Defekte Tür aufgefallen, WC waren alle i.O.
Größte Verspätung war 3 Minuten.

Ich kann diese Strecke (zumindest an diesem Tag) als absolut Zuferlässig einstufen, so macht Bahn fahren wirklich Spass. Liebe DB-Regio macht bitte weiter so.

Viele Grüße
Tom

Fridinger
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Re: Selbstversuch Hochrheinbahn

Beitrag von Fridinger » So 16. Sep 2018, 09:37

Es gibt glaube ich durchaus gute Tage, an denen es am Hochrhein problemlos läuft. Was ich aber festgestellt habe, läuft es ab dem Zeitpunkt furchtbar, wenn ein Zug Sand ins Getriebe sträut - das geht mit eingeschleppter Verspätung des IRE aus Ulm los (der ab einer Verspätung von 5min bereits in Schaffhausen hinter die S-Bahn eingereiht wird und Erzingen mindestens mit 12-13min Verspätung erreicht), oder wenn an der spärlichen Infrastruktur irgendetwas schief läuft. Mehrere Male war bspw. ein Zug schon im Bahnhof Lauchringen hängen geblieben, wodurch der einzig dort verbliebene Bahnsteig nicht angefahren werden konnte (RB fiel dabei Waldshut-Lauchringen für mehrere Stunden aus), oder Kreuzungen mussten nach Erzingen/Waldshut verschoben werden. Ebenfalls sehe ich kritisch, dass auf der relativ spärlichen Infrastruktur (Tiengen wurde für das ESTW ja extra zum Haltepunkt zurückgebaut, die alten Gleise liegen noch ohne Anschluss) ein verhältnismäßig großes Verkehrsangebot gefahren wird, was dadurch noch störanfälliger ist (gerade die IRE-RB-Kreuzung Waldshut in Richtung Lauchringen ist ein Kandidat). Von demher wäre ein Ausbau, sowohl was die Infrastruktur als auch die Oberleitung angeht, sehr notwendig. Ein Problem sind allerdings auch die VT 612 - ich will mittlerweile nichtmehr mitzählen, wie oft die TP im RIS schreibt "Verspätung wegen WC-Pause für Reisende auf Bahnhof XY", die Kisten sind zum Teil eine Vollkatastrophe.

Es gab ja mal eine Dispoanweisung, dass bei einer entsprechenden Verspätung des IRE von Schaffhausen kommend das RB-Fahrzeug ab Waldshut in IRE-Fahrlage und dessen Zwischenhalten nach Basel einigermaßen pünktlich fährt, während das IRE-Fahrzeug mitsamt dessen Fahrgästen ab Lauchringen komplett fallen gelassen wurde und als RB mit allen Zwischenhalten bis Basel fuhr. Soweit ich weiß hat das aber nicht sonderlich funktioniert, folglich wird es nichtmehr praktiziert.
Diese Signatur verspätet sich aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf um wenige Minuten.

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Karl Müller
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Re: Selbstversuch Hochrheinbahn

Beitrag von Karl Müller » Mo 17. Sep 2018, 08:27

Hallo,
naja, die DB kann schon, aber, man läßt sie nicht. Ob das an der Gesellschaft, der Politik, oder, an den Fahrgästen liegt sei dahingestellt.

( - Ich glaube diese Diskussion warum die Bahnen (speziell DB Regio Württ./Ulm/RAB) nicht so können wie sie wollen/müssen wäre endlos...)

Aber, die Hochrheinbahn steht schon lange auf meiner Agenda nachdem ich sie in den letzten Jahrzehnten kaum besucht habe.

Und, die 743, die Schülerzüge ebenso.Wer Lust und Zeit hat diese Bahnen zu bereisen - Anfang Oktober werde ich mal runterfahren.

Oli

Markus_LoC
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Re: Selbstversuch Hochrheinbahn

Beitrag von Markus_LoC » Mo 17. Sep 2018, 10:18

Hallo,

in der Tat läuft es aktuell etwas besser mit den IRE am Hochrhein, aber hauptsächlich deswegen, weil seit 10.September ein Notprogramm zwischen Ulm und Aalen gefahren wird, welches die 612 für die Linie nach Basel freisetzt, sodass wenigstens die vorgesehenen Doppeltraktionen gefahren werden können, ein wichtiger Beitrag zur Pünktlichkeit, da nur mit ausreichendem Platzangebot/Türanzahl die teilweise knappen Haltezeiten eingehalten werden können.
In Radolfzell z.B. sind in Rtg. Basel offiziell nur 40 Sekunden Standzeit vorgesehen, ein Ding der Unmöglichkeit bei der dortigen Einstiegssituation mit sehr hohen Bahnsteigkanten und großem Spalt zum Fahrzeug, ganz besonders für Radfahrer mit viel Gepäck. Wenn dann der IRE auch noch mit bereits überfülltem solo 612 geführt wird ist die Pünktlichkeit hinüber.

Gleichzeitig spart man aufgrund der Südbahn Baustelle und der Wende in Laupheim-West derzeit noch weitere Fahrzeuge ein, in diesem Jahr wird sonst in Ulm vermehrt eine überschlagene Wende durchgeführt, wo die ankommenden 612 zunächst in die Fiba einrücken, während für die direkte Rückleistung nach Basel eine neue Garnitur aufgestellt wird, diese Vorgehensweise entfällt im Moment.

Die größte Pünktlichkeitskiller sind aber nach wie vor die Kreuzungen mit Gegenzügen, hier sei besonders FN-Manzell mit seiner unzureichenden und sehr kompakten Infrastruktur (keine gleichzeitigen Einfahrten, störende BÜ-Abhängigkeiten und lange D-Weg Auflösezeiten) und die IRE Begegnung in Erzingen genannt.

Negativ wirken sich derzeit auch gleich 3 verschiedene Langsamfahrstellen auf 160 km/h Abschnitten aus (Böhringen 120, Gottmadingen 90 und Albbruck 120) aus.

Gruß
Markus

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