Ammertalbahn mit immer mehr Zulauf

Strecken in Baden-Württemberg, die unten nich aufgeführt sind.
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Ammertalbahn mit immer mehr Zulauf

Beitrag von Vielfahrer » Mo 7. Mai 2018, 07:20

Das Schwäbische Tagblatt Tübingen berichtet heute:

8858 Fahrgäste täglich im Schnitt: So viel Zulauf wie im vergangenen Jahr hatte die Ammertalbahn zwischen Tübingen und Herrenberg noch nie. Die Nachfrageentwicklung ist eines der Themen bei der Verbandsversammlung des Ammertalbahn-Zweckverbands am kommenden Freitag, den 11. Mai um 9 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Tübinger Landratsamts in der Wilhelm-Keil-Straße 50. Es geht außerdem um die Auftragsvergabe für eine Streckensanierung für rund 1 Million Euro, vor allem aber um den Stand der Dinge bei der Regionalstadtbahn.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Ammertalbahn mit immer mehr Zulauf

Beitrag von Tannenrainer » Mo 7. Mai 2018, 08:31

Guten Morgen,

hab` denselben Artikel grade eben auch gelesen und mir (wie so oft) die Frage gestellt, wie wohl die Fahrgastzahlen aussehen könnten, wenn dereinst einmal die Ammertalbahn fix und fertig ausgebaut ist und als elektrifizierte Stadtbahn verkehrt, am besten durchgängig im 15-Minuten-Takt auf der einen Seite in die Tübinger Innenstadt und hoch zum Klinikum, auf der anderen Seite bis Herrenberg...

Aber selbst das heutige Angebot kann sich definitiv sehen lassen und trotzdem kann man jeden Morgen und jeden Abend auf den Bundes- und Landesstraßen durchs Ammertal dasselbe Schauspiel einer endlosen Blechlawine mit in aller Regel solo besetzten Autos erleben... mit den höchst ärgerlichen Begleiterscheinungen, daß selbst die Buszubringer, welche die bahnfernen Orte Poltringen, Reusten und Oberndorf an den Bahnhof Pfäffingen anbinden, immer mal wieder im morgentlichen Stau verenden und man dann nur auf das Wohlwollen des Busfahrers hoffen kann, daß er einen raus läßt und man dann im Sprint den Anschlußzug noch erreicht...

Nicht überraschend ist es da, daß man mittlerweile selbst als ungeübter Radfahrer mit einem E-Bike schneller zur Arbeit kommt als mit ÖPNV oder Auto... mein Arbeitskollege macht es mir jeden Tag vor, und während ich mit Bus und Bahn von meinem Wohnort im Ammertal zum Arbeitsplatz auf Tübingens Höhen insgesamt (inklusive Wege- und Umsteigezeiten) ca. 50-55 Minuten unterwegs bin, schafft er dies in ca. 35-40 Minuten (für 12 km!)... da kommen selbst die Autofahrer oft nicht hinterher!

Gruß
Tannenrainer

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Re: Ammertalbahn mit immer mehr Zulauf

Beitrag von Vielfahrer » Mo 7. Mai 2018, 10:58

Hallo Tannenrainer,

wenn die Ammertalbahn zuverlässig und insbesondere auch in der Verkehrsspitze mit ausreichender Kapazität (incl. ca. 50 Stehplätzen pro Shuttle, mehr ist keine Beförderung sondern nur noch Transport) laufen würde, wenn in Herrenberg die Anschlüsse an die S-Bahn, die zukünftig glücklicherweise meist im 15-Minuten-Takt verkehren soll, zuverlässig erreicht würden, dürften mindestens glatte 50 % mehr Kunden den Schienenweg nutzen, so schätze ich als Tübinger die Situation ein. Ich nutze die Ammertalbahn am Morgen häufig in Richtung Herrenberg, um dort die Gäubahn zu erreichen. Lange Autoschlagen sehe ich da auf der B 296 (früher B 28) auf Tübingen zu rollen. Am Nachmittag ist das umgekehrt zu beobachten. Teilweise geht es schon ab Tübingen nur noch im Schritt-Tempo nach Unterjesingen, das hängt ganz von der Tageszeit und dem Wochentag ab. Wäre da eine gute zuverlässige Alternative incl. garantierter Flächenverteilung per Bus (Unterjesingen - Wurmlingen, Pfäffingen - Poltringen - Obernau - Wendelsheim, Pfäffingen - Reusten, Ortsverkehr Entringen und Breitenholz, Altingen - Tailfingen - Nebringen - Öschelbronn) vorhanden, so würden ganz bestimmt viele entnervte Autofahrer auf den Zug aufspringen.

Wie sich das neue Schulzentrum in Entringen auf die Fahrgastzahlen auswirkt, kann ich nicht einschätzen. Im Tübinger Westen jedoch sollen im Bereich des Westbahnhofs zahlreiche neue Wohnungen gebaut werden, war unlängst in einem Artikel zu lesen. Das bedeutet kurze bzw. kürzeste Wege zwischen Wohnung und Haltestelle und verspricht weitere Zuwächse, sei es in Richtung stark industrialisiertem Landkreis Böblingen, in Richtung Reutlingen oder eines Tages mit der Stadtbahn zu den Kliniken und den naturwissenschaftlichen Instituten). Die nachmittägliche Verdichtung zum 15-Minuten-Takt in der HVZ bis Entringen wird sich auf die Nachfrage sicherlich positiv auswirken. Allerdings trifft dies dann den Verkehr auf der Straße, der aus Richtung Rottenburg in Richtung Hauptbahnhof möchte, denn dort ist dann die Bahnschranke 8 x pro Stunde geschlossen, was wiederum den dichten Stadtbusverkehr behindern könnte.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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