KBS 766: Unter Strom? PM des MVI:

Strecken in Baden-Württemberg, die unten nich aufgeführt sind.
Karl Müller
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KBS 766: Unter Strom? PM des MVI:

Beitragvon Karl Müller » Mi 29. Nov 2017, 05:59


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Re: KBS 766: Unter Strom? PM des MVI:

Beitragvon Vielfahrer » Mi 29. Nov 2017, 06:53

Die Schwäbische Zeitung Sigmaringen berichtet auch über das Treffen des Verkehrsministeriums mit dem Landkreis Sigmaringen. Erstaunlicherweise wenig zu lesen ist über das Elektrifizierungsgutachten des Landkreises Sigmaringen, welches im Sommer diesen Jahres von ptv erarbeitet wurde. Der Sigmaringer Wunsch nach Schließung insbesondere der Elektrifizierungslücke Albstadt - Sigmaringen - Aulendorf ist mehr als verständlich. Als ich zu Beginn meines Berufslebens beim Zollernalbkreis in Balingen gearbeitet hatte und u.a. die Haltepunkte Balingen-Süd und Albstadt-Laufen Ort gegen die DB, die nur noch das sog. "eilzugmäßige Fahren" umgesetzt hatte, durchsetzen konnte, wäre es ein Sakrileg gewesen, irgendwo an der Strecke infrastrukturell den Schnitt anzusetzen. Der damalige Landrat Heinrich Haasis schärfte uns ein, dass es nie in Frage kommen dürfe, nur bis Balingen, bis Albstadt oder nur bis Sigmaringen zu denken. Wir sollten immer nur die Gesamtstrecke bis Aulendorf, die den direkten Zugang des Raums Tübingen/Reutlingen zum Bodensee gewährleistet, im Blick haben.

Die aktuellen Schwierigkeiten mit dem Schülerverkehr haben verschiedene Ursachen. Einmal wollte sich das Land eine Zugeinheit sparen (man spricht jetzt von Umlaufschwierigkeiten), dann hat man in Albstadt einen generellen Bruch aller Bahnverbindungen geplant, also den Umstieg vom elektrischen Dosto-Zug auf kleinere Dieseltriebwagen, da dies besser der Nachfrage entsprechen würde. Und dann noch die Unzulänglichkeiten des ZugBus Regionalverkehr Alb Bodensee als Betreiber der Schienen- und Busverbindungen, die sich ja auch an vielen anderen Strecken zeigen.

Viele Grüße vom Vielfahrer



Schülertransport: Kreis muss sich eine Lösung überlegen
Nach Treffen mit Verkehrsminister soll nun der Kreistag über das weitere Vorgehen entscheiden

Nun ist der Kreistag am Zug, sich eine Lösung zu überlegen.
Nun ist der Kreistag am Zug, sich eine Lösung zu überlegen. Archiv Grimm
Stetten am kalten Markt sz In Sachen Schülertransport von Storzingen nach Sigmaringen muss sich die Kreisverwaltung nun wohl selbst eine Lösung überlegen. Ein ab Dezember eingesetzter früherer Zug wird keine Entlastung bringen. Eine passendere Frühverbindung ist laut Land nicht möglich. Ob der Kreis Busse einsetzen wird, ist noch unklar, der Kreistag nimmt sich des Problems an. Landrätin Stefanie Bürkle, die Landtagsabgeordnete Andrea Bogner-Unden und Verkehrsminister Winfried Hermann hatten sich am Dienstag getroffen und dabei unter anderem auch über den Schülerzug von Storzingen nach Sigmaringen gesprochen, der in der Vergangenheit mehrfach aufgrund von Unpünktlichkeit und Ausfällen kritisiert wurde.

Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung sehen die Beteiligten die Pünktlichkeit der Bahn – trotz der Diskussion über die Störfälle der vergangenen Wochen – als grundsätzlich gegeben an. Minister Hermann verwies darauf, dass der Schülerzug seit März mit sehr hoher Pünktlichkeit verkehre, die deutlich über dem Landesdurchschnitt liege. Der Minister wies zudem darauf hin, dass mit dem kommenden Fahrplanwechsel ab dem 10. Dezember weitere Verbesserungen in Kraft treten würden. Die bringen laut Bettina Tegtmeyer, Schulbusbeauftrage am Hohenzollern-Gymnasium, jedoch den Schülern nichts, da der neue Zug zu früh verkehre und nicht gewährleistet sei, dass überhaupt Busse eingerichtet würden, die diesen Zug erreichen könnten.

Beim Treffen sei man sich einig gewesen, dass die Strecke zwischen Tübingen und Aulendorf mittelfristig elektrifiziert werden solle, um auch nach der Realisierung von Stuttgart 21 den Landkreis Sigmaringen an den überregionalen Schienenverkehr anzubinden. Hierfür wurde verabredet, eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Verkehrsministeriums, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und der betroffenen Landkreise ins Leben zu rufen. Grundsätzlich solle an der zwischen Land und Landkreis verabredeten Verkehrskonzeption „Großer Heuberg“, das die ÖPNV-Angebote des Landkreises auf der Schiene vorsieht, festgehalten werden.

Trotz des gemeinsamen mittelfristigen Ziels werde es das Verkehrsministerium akzeptieren, wenn der Landkreis Sigmaringen zur Beruhigung der aktuellen Diskussion zur Schülerbeförderung wieder einen Parallelverkehr mit Bus zur ersten Unterrichtsstunde einrichten sollte. Ob sich das Land finanziell an dieser Lösung beteiligen würde, geht nicht aus der Mitteilung hervor und war am Dienstagabend nicht mehr zu erfahren.

Minister Hermann: „Für uns ist wichtig, dass bei einer eventuellen Umstellung der morgendlichen Schülerverbindung das Bus-Schiene-Konzept für den Heuberg nicht grundsätzlich in Frage gestellt, sondern weiter ausgebaut wird.“ Sollte sich der Landkreis Sigmaringen zu einer Umstellung dieses einen Kurses entschließen, werde dies die künftige Kosten-Nutzen-Berechnung für die Strecke Sigmaringen-Tübingen nicht negativ belasten. Laut Bettina Tegtmeyer, die sich auf eine private Anfrage bei der Bahn beruft, würde die Bahn im Falle eines dauerhaften Einsatzes von Bussen die Haltestelle Storzingen um 8 und 16 Uhr beim Schülerzug gar streichen, um den Fahrplan zu entlasten.

Land befürwortet Schiene
Landrätin Bürkle zeigte sich einerseits erfreut, dass das Land mit der besprochenen Arbeitsgruppe nun konkrete Schritte zur Elektrifizierung der Zollernbahn gehe, andererseits sei der Landkreis mit der Frage der Schülerbeförderung nun auf sich gestellt. Denn der derzeitige Nahverkehrsplan des Landkreises Sigmaringen, der unter anderem die Schülerbeförderung regelt, baue auf den Vorgaben des ÖPNV-Gesetzes des Landes auf, wonach die Busleistungen auf die Schiene ausgerichtet werden sollen, weshalb der Landkreis bis dato bewusst Parallelfahrten von Bus und Schiene reduziert hatte. Die weitere Frühverbindung, die das Land zum Fahrplanwechsel 2018 einziehen wird, könne zwar ein Beitrag dazu sein, dass die Kapazität erhöht werde, allerdings sei sie für die Schüler kaum relevant. Die Verlässlichkeit auf der Schiene wäre aus Sicht von Landrätin Bürkle erreichbar gewesen, wenn das Land diese weitere Frühverbindung zeitlich anders im Fahrplan verankert hätte. Dies sei aber nach Angaben des Verkehrsministeriums aus Umlaufgründen nicht möglich gewesen.

Da die Regelungen des Nahverkehrsplans in der Kompetenz des Kreistags liegen, will die Landrätin diesem am 18. Dezember einen Vorschlag unterbreiten, der einerseits die Interessen der Schüler und Eltern aufgreift, der andererseits aber auch geeignet ist, die Schienenverbindung zwischen Sigmaringen und Albstadt und damit den Erhalt des Schienen-Haltepunkts Storzingen zu sichern. „Im Kern ist dies die Quadratur des Kreises. Wir werden nun in den nächsten Tagen mit Hochdruck daran arbeiten, dem Kreistag eine Lösung vorzulegen, die dann auch dauerhaft Bestand hat“, so Landrätin Stefanie Bürkle.

Bettina Tegtmeyer erkennt die Schwierigkeit an, die konträren Forderungen unter einen Hut zu bringen. „Aus Sicht der Schüler ist der Bus nach wie vor die bessere Lösung“, sagt sie gegenüber der „Schwäbischen Zeitung.

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Re: KBS 766: Unter Strom? PM des MVI:

Beitragvon Vielfahrer » Fr 13. Apr 2018, 14:21

Hallo,

im Landtag wurden diverse Fragen zur Elektrifizierung der Strecke Albstadt-Ebingen - Sigmaringen gestellt. Näheres siehe hier

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Elektrifizierung der Zollernbahn

Beitragvon Vielfahrer » Sa 14. Apr 2018, 13:09

Elektrifizierung der Zollernbahn: „Plant, dann fließt das Geld!“

Im Zollern-Alb-Kurier erscheint heute ein Artikel des Redaktionsleiters Klaus Irion, der die Sache auf den Punkt bringt!

Den 2. Mai sollten sich Landrat Günther-Martin Pauli, die Bürgermeister des Zollernalbkreises und alle weiteren Akteure, die
die Elektrifizierung der Zollernbahn zu einem guten Ende bringen wollen, dick im Terminkalender anstreichen.
An jenem Mittwoch lädt Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zu einer öffentlichen Veranstaltung nach
Stuttgart ein. Grund: Das diese Woche vom Landeskabinett gebilligte Schienen-Elektrifizierungskonzept, in dem
unter anderem die Elektrifizierung der Zollernbahn bis zum Jahr 2025 in Aussicht gestellt wird.
Wer nun glaubte, dieses Projekt sei damit endgültig in trockenen Tüchern, der sah sich bei Hermanns
Schienenverkehrs-Pressekonferenz am Freitag im Stuttgarter Landtag eines Besseren belehrt. Auf wiederholte ZAK-Nachfrage,
ob die Elektrifizierung der Zollernbahn im Zweifelsfall auch ohne die Umsetzung des sogenannten
Moduls zwei der Regionalstadtbahn Neckar-Alb realisiert würde, gab es von Hermann keine belastbare Aussage,
geschweige denn ein eindeutiges Ja.
Stattdessen war es dem Landesverkehrsminister ein Leichtes, auf die leider zutreffenden Versäumnisse der Region
Neckar-Alb in den vergangenen Jahrzehnten hinzuweisen. „So lange ist es nämlich schon her, dass man in den
Ballungsräumen im nördlichen Teil unseres Bundeslandes die Pläne für inzwischen längst realisierte
Regionalstadtbahnen und Elektrifizierungen massiv vorangetrieben hatte“, betonte der Grünen-Politiker. Ein Blick auf
die am Freitag präsentierte Landeskarte mit bereits elektrifizierten beziehungsweise noch zu elektrifizierenden
Zugstrecken spricht eine eindeutige Sprache.
Ein persönlicher Schmerz
Zwischen den Zeilen merkte man es dem gebürtigen Rottenburger Hermann an, dass ihn diese Versäumnisse in den
Landkreisen Zollernalb, Tübingen und Reutlingen persönlich schmerzen. Saß er doch von 1998 bis 2011 als
Abgeordneter des Bundestagswahlkreises Tübingen, der auch die meisten hohenzollerischen Kommunen des
Zollernalbkreises umfasst, im Deutschen Bundestag. Und mehr noch: Bis im Jahr 2014 war Hermann auch
Aufsichtsratsvorsitzender der überwiegend landeseigenen Hohenzollerischen Landesbahn (HzL), die bekanntermaßen
die Zollernbahnstrecke befährt.
„Was habe ich in meiner Zeit als Bundestagsabgeordneter die Verantwortlichen in der Region Neckar-Alb gedrängt,
die Regionalstadtbahn mit größtem Nachdruck zu planen“, erklärte er rückblickend. Stattdessen habe man mehr oder
weniger darauf gewartet und gehofft, dass das Land und der Bund das schon regeln werden. Hermanns Fazit: „In der
Region Württemberg-Hohenzollern ist in Sachen Elektrifizierung wenig geschehen, aber wir gehen das jetzt an.“
Mit „wir“ meinte der Verkehrsminister aber neben Land und Bund auch ganz besonders die kommunale Ebene.
Mehrfach betonte Hermann bei der Landespressekonferenz, wie sehr er und sein Ministerium auch darauf achten
werden, mit welcher Intensität und mit welcher Präsenz, die um die Elektrifizierung ihrer Bahnstrecken
konkurrierenden Regionen in den kommenden Wochen und Monaten agieren werden. Schließlich sei das jetzige
Konzept noch im Stadium eines Vorschlags. Änderungen sind also durchaus noch möglich.
Sigmaringen geht voran
Dass man mit forschem Auftritt in Stuttgart durchaus zählbare Erfolge erzielen kann, demonstrierten in regionaler
Koalition Sigmaringens CDU-Landrätin Stefanie Bürkle und die dortige Grünen-Landtagsabgeordnete Andrea
Bogner-Unden. Sie waren es, die diese Woche die Elektrifizierung des jenseits der geplanten Regionalstadtbahn
liegenden Zollernbahnabschnitts von Albstadt-Ebingen nach Sigmaringen verkündeten, und eben nicht Landrat Pauli
und nicht die Landtagsabgeordneten des Zollernalbkreises.
14.04.2018

Dazu der Kommentar des Redaktionsleiters:

Nun kann man es sich einfach machen und sagen, es ist eben eine Folge des „ungerechten“ Landeswahlsystems, dass
die 30 Prozent der gesamten Zollernalb-Wähler, die 2016 die Grünen gewählt haben, nicht auch von einem grünen
Landtagsabgeordneten vertreten werden. Und dadurch die direkte Nähe zum grün-geführten Verkehrsministerium
fehlt. Man kann stattdessen aber auch als Wähler darauf drängen, dass Landrat Günther-Martin Pauli, dass die
(Ober-) Bürgermeister, dass die CDU-Abgeordnete (und Wirtschaftsministerin) Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut „laut“
werden.
Der Balinger AfD-Abgeordnete Stefan Herre ist es schon. Und auch der Albstädter SPD-Kreisrat und frühere
Landtagsabgeordnete Hans-Martin Haller hat diese Woche mit seinen herausfordernden Kreistagsanträgen zur
Elektrifizierung schon vorbildlich demonstriert, wie es gehen kann.

Die Verantwortlichen müssen die Planungen auf kommunaler Ebene genau in Haller'scher Weise noch massiv
verstärken. Denn wie sagte Verkehrsminister Hermann am Freitag: „Plant, dann fließt auch das Geld.“

Viele Grüße vom Vielfahrer


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