Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Strecken in Baden-Württemberg, die unten nich aufgeführt sind.
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Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Vielfahrer » Mi 10. Mai 2017, 19:56

Seit geraumer Zeit wird über eine direkte Bahnverbindung von Nagold nach Stuttgart via Hochdorf - Eutingen diskutiert. Die Stadt Nagold möchte dazu den MEX von Stuttgart nach Freudenstadt in Eutingen oder Hochdorf nach Nagold flügeln. Logisch, dass die Strecke Hochdorf - Nagold dazu elektrifiziert werden müsste.
Aufbauend auf den Taktzeiten des MEX würde sich in Nagold eine Standzeit von ca. 40 Minuten ergeben, ehe es wieder zurück nach Stuttgart geht. In dieser Zeit dürfte es praktisch bis fast nach Calw und zurück reichen. Durchaus vorstellbar wäre zu einem späteren Zeitpunkt eine Ringlinie von Stuttgart über Leonberg - Renningen - Weil der Stadt - Calw - Nagold - Hochdorf - Eutingen - Herrenberg - Böblingen - Flughafen nach Stuttgart, die in Richtung und Gegenrichtung betrieben den Metropolraum Stuttgart mit dem Bäderkreis Calw umsteigefrei verbindet. Gerade aus dem östlichen Teil des Landkreises Calw gibt es zudem erhebliche Pendlerpotentiale in den Raum Stuttgart, welche von einer Nord-Süd-ausgerichteten Nagoldtalbahn nur bedingt erfasst werden. Der Schwarzwälder Bote berichtet darüber.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Goldberger » Do 11. Mai 2017, 17:06

Hallo Vielfahrer,

für fast noch interessanter hielte ich eine Ringline via Rankbachbahn, d.h. es wär eine Verbindungskurve Malmsheim<.>Renningen Süd nötig.
Der östliche Landkreis Calw mit Althengstett und Umgebung (Ostelsheim, Simmozheim, Gechingen) ist stark Richtung "Böbelfingen" ausgerichtet, die Pendlerströme sind hier in der Tat deutlich höher als auf der Nagoldtalbahn. Gleiches gilt aber auch für WIldberg etc, wobei man hier vermutlich beim Bus bleiben würde. Sicher wäre eine Direktanbindung an Stuttgart auch nicht schlecht, für die großen Ströme wäre aber eine direkte Einbindung Sindelfingengs und Böblingens an die "Hermann Hese Bahn" sicher sinnvoller.
,
Könnte auch den Konflikt mit Weil und Renningen entschärfen, weil dadurch Weil der Stadt eine Direktverbindung nach Böblingen und damit einen echten Zusatznutzen von der HHB hätte.
Bräuchte aber außerdem einen zweigleisigen Lückenschluss zwischen BB und Sifi (eigentlich fehlt nur das Stück über die Autobahn, da kommt eh eine neue Brücke hin) und 2 Bahnsteige in Maichingen und Sindelfingen.

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Re: Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Vielfahrer » Fr 28. Jul 2017, 21:09

In der kommenden Woche befassen sich Kommunalvertreter im Nagoldtal mit einer möglichen Erweiterung der Elektrifizierungspläne der Strecke Hochdorf - Nagold bis nach Calw. Bekanntlich wünscht die Stadt Nagold durchgehende elektrische Züge von und nach Stuttgart und zum Flughafen, wozu eine Elektrifizierung des Abschnitts Hochdorf - Nagold (10 km) notwendig ist. Diese Überlegungen haben talabwärts Zuspruch gefunden und mündeten in eine Forderung, gleich weiter bis Calw zu elektrifizieren.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Rangierer » Fr 28. Jul 2017, 21:28

Vielfahrer hat geschrieben:Diese Überlegungen haben talabwärts Zuspruch gefunden und mündeten in eine Forderung, gleich weiter bis Calw zu elektrifizieren.
Wenn dann ganz durch bis Brötzingen und den Abschnitt Pforzheim-Calw ins Karlsruher Stadtbahnnetz einbinden - mit einer Innenstadtstrecke in Pforzheim.

Generell bin ich der Meinung, dass die Nagoldtalbahn nichtmehr so gut an eine Elektrifizierung kommen wird, als damals die AVG das Vorhaben hatte.


Grüße,

Tobi
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Re: Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Vielfahrer » Fr 28. Jul 2017, 21:52

Das sehe ich auch so. War ein ganz großer Fehler, dass man damals das Weissbuch der AVG zur Seite gelegt hat. Das "Ausschreibungskunstprodukt" Kulturbahn hat mich noch nie überzeugt. Es gibt starke Nachfragesegmente zwischen Rottenburg und dem Raum Tübingen/Reutlingen sowie zwischen Bad Liebenzell und Pforzheim. Nagold - Calw ist klar schwächer als der Verkehr von Nagold in den Raum BB/S und zwischen Horb und Rottenburg geht nicht so viel und noch weniger zwischen Horb und Nagold. Aber vielleicht klappts im zweiten Anlauf...


Viele Grüße vom Vielfahrer

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Re: Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Tannenrainer » Sa 29. Jul 2017, 12:08

Hallo,

wenn man sich im Nagoldtal streng an die Verkehrsströme orientieren würde, ergäbe das (rein hypothetisch) eine AVG-Linie Karlsruhe-Pforzheim-Calw, eine wie auch immer betrieben Linie (Stuttgart - ) Renningen-Calw-Nagold und eine Metropolexpreßlinie Stuttgart-Herrenberg-Bondorf-Eutingen-Nagold.

Die Relation Nagold-Horb kann man tatsächlich getrost vergessen, für den Fernverkehrsanschluß zur Gäubahn Richtung Süden wäre natürlich wie ehedem Eutingen prädestiniert (wo früher üblicherweise auch viele Fernzüge gehalten haben).

Einizig für die Relation Nagold-Rottenburg-Tübingen ergäben sich im Vergleich zur heutigen (allerdings nur 2stündigen) Direktverbindung dann Nachteile, hier müßte dann entweder in Bondorf auf den Bus (Richtung Rottenburg) bzw. in Herrenberg auf die Ammertalbahn umgestiegen werden, was, glaube ich, zu verkraften wäre...

Leider wurde nun mal dereinst das Eisenbahnnetz im Gäu ohne große Rücksicht auf die regionalen Verkehrsachsen geplant und gebaut, sicherlich ganz überwiegend aus topographischen aber auch (geo-)politischen Gründen, denn ansonsten hätte sich ein Knotenbahnhof irgendwo mitten im Gäu (z.B. Bondorf) angeboten mit den sich kreuzenden Strecken eben der heutigen Gäubahn und einer Strecke Tübingen-Rottenburg-Bondorf-Nagold-Freudenstadt...

Gruß
Tannenrainer

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Re: Elektrifizierung der Nagoldtalbahn?

Beitrag von Vielfahrer » Do 17. Mai 2018, 21:46

Eigentlich geht es nicht um die Elektrifizierung der Nagoldtalbahn, sondern um die Strecke Hochdorf - Nagold, die durchs Steinlach- und Waldachtal verläuft und erst nördlich von Nagold ihren Namen zurecht trägt. Es ist so, wie von Tannenrainer beschrieben. Die Verkehrsströme verlaufen anders als die Nagoldtalbahn nahelegen würde. Sie sind schwerpunktmäßig in östlicher Richtung orientiert, weshalb die Elektrifizierung auch der Überlegung entspringt, den ab 2026 vorgesehenen Metropolexpress von Stuttgart nach Freudenstadt in Hochdorf nach Nagold zu flügeln. In Unterlagen des Verbands Region Stuttgart zu möglichen Trassenergänzungen taucht auch immer wieder Nagold auf, mal in der Variante Direktverbindung (hoher Nutzen, aber zu teuer wegen erforderlichem Tunnel), mal in der Variante S-Bahn-Verlängerung und jetzt als MEX. Unstrittig dabei ist, dass es hohe Verlagerungspotentiale aus dem südlichen Landkreis Calw in den Raum BB/Sifi - Stuttgart gibt. Mit der MEX-Idee scheint ein Lösungsansatz gefunden, der auch finanziellen Betrachtungen gerecht werden könnte, da außer einem Fahrdraht, einem zusätzlichen Bahnhof in Gündringen und einem Gleisabschnittssignal in Hochdorf für die Flügelung nicht viel erforderlich ist. Nichteinmal mehr Zugkilometer werden benötigt und auch nicht zusätzliche Fahrzeuge. Ein interessantes Projekt, welches dem Mittelzentrum Nagold eine erheblich verbesserte verkehrliche Infrastruktur ermöglichen könnte. In weniger als 1 Stunde wäre man am Flughafen bzw. am neuen Verkehrsknoten im Süden Stuttgarts, rund 20 Minuten schneller als bislang via Bus und S-Bahn mit doppeltem Umstieg.

Viele Grüße vom Vielfahrer

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